Wedemark kassiert gegen den Angstgegner ein 3:4Hannover Indians legen in den Pre-Play-offs vor

(Foto: Manfred Schneider)(Foto: Manfred Schneider)
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Sie können machen was sie wollen, es klappt einfach nicht. Auch am ersten Spieltag in der Pre-Play-off-Runde ging das Vorhaben voll in die Hose. Am Ende sahen 1.881 Zuschauer, Saisonrekord in Mellendorf, einen 4:3 (3:2, 0:0, 1:1)-Erfolg der Gäste, der auf Grund der taktischen, spielerischen und vor allem kämpferischen Leistung in Ordnung ging.

Dabei sah es am Anfang ganz anders aus. Die Wedemärker starteten mit Verve in die Partie, checkten bereits weit vorne stellenweise mit zwei Mann vor und brachten die Indians, die unter anderem wieder auf die Kasseler Leihgabe Mirko Pantkowski zurückgreifen konnten, in Bedrängnis. Dieser nahm ab der vierten Minute noch zu, als Gibbons die erste von zwölf Strafen gegen seine Mannschaft hinnehmen musste. Zwar zeigten die Indians in dieser frühen Phase bereits ein souveränes Defensivspiel, waren jedoch einmal nicht konzentriert genug, ließen ihren Ex-Scorer Sebastian Lehmann gewähren und der machte prompt sein Tor und brachte seine Farben in Führung. Die nun motivierten Gastgeber versuchten ein schnelles zweites Tor nachzulegen, ließen jedoch in der Präzision ihrer Pässe nach und so konnten die Indians viele Situationen bereits im Keim ersticken. Ab der neunten Minute wurde es dann richtig interessant. Schiedsrichter Tony Engelmann fing an, unter den Augen des DEB-Sportdirektors Oliver Seeliger sämtliche Attacken, vorzugsweise der Indians mit Strafen zu belegen. Lieblingsstrafe war dabei Stockschlagen, gefolgt von Stockcheck. Am Anfang zeigte sich Engelmann wenigstens von einer einheitlichen Linie und sprach gegen beide Mannschaften Strafen aus. In der zehnten Spielminute schickte er gleich zwei Spieler der Gastgeber vom Eis. Die Indians, die sich in den letzten Wochen keineswegs als Überzahlspezialisten gezeigt hatten, nutzten bereits die erste Möglichkeit, noch bei 5-gegen-4 zum Ausgleich. Tobias Schwab zeigte sich eiskalt, jagte die Scheibe aus etwa acht Metern Entfernung direkt in die rechte Ecke. Korff im Wedemärker Kasten war chancenlos. Und die Stunde der Spezialisten hielt an. Andre Reiß saß noch auf der Bank, als Brian Gibbons aus ähnlicher Position wie kurz vorher Schwab einnetzte. Die Gäste hatten das Spiel innerhalb von nur 20 Sekunden gedreht, aber die Wedemärker Antwort kam unmittelbar. Peleikis war diesmal auf die Bank gewandert und Björn Bombis erfolgreich. Nach zwölf Minuten vier Tore und alle in Überzahl. In Mellendorf brodelte die Halle und dann gab es einen Penalty für die Scorpions. Bei einem Angriff der Gastgeber wurde es vor dem Tor von Pantkowski äußerst eng und als der Zerberus seinen Schläger verlor, wurde dies von Schiri Engelmann als penaltywürdig entscheiden. Topscorer Budd lief an und scheiterte an Pantkowski, der seinen rechten Schoner in die Schussrichtung hielt. Besser machten es die Indians, als ihnen der Schiedsrichter die zweite und für den Abend letzte doppelte Überzahlsituation bescherte. Thomas Ziolkowski traf von der blauen Linie und wieder hatten die Gäste die Nase vorn.

In der ersten Drittelpause schienen beide Trainer ihrem Team eine defensivere und vor allem diszipliniertere Marschrichtung mitgegeben zu haben. Die Indians zeigten sich dabei eine Mannschaftsleistung, die man ihnen nach den stellenweise desaströsen Auftritten der letzten Wochen nicht mehr zugetraut hätte. Jeder kämpfte für den anderen und weil vieles klappte, sah es auch spielerisch gut aus. Immer wenn die Wedemärker ihren ersten Block auch mal schonen mussten, sah es für die Gastgeber gefährlich aus. Die technisch besseren Gäste hätten bis zur 30. Spielminute schon für eine kleine Vorentscheidung sorgen können, als Baier und Gibbons vor Korff auftauchten und diesen zu Glanztaten zwangen. Dieses Auftreten der Indians schien die Scorpions zu schocken, die sich zu einigen härteren Aktionen veranlasst sahen. Wer jetzt eine ähnliche Strafzeitenflut wie im ersten Drittel erwartete, sah sich getäuscht. Schiedsrichter Engelmann ließ auf einmal strafzeitenwürdige Aktionen einfach weiterlaufen. Valasek, Baier und Pohanka hießen die Opfer, aber Strafen gab es (fast) keine. Dafür lief ein anderer Akteur zu Hochform auf. Scorpions-Keeper Korff hielt seine Mannen im Alleingang im Spiel, als er nacheinander gegen Turnwald, Schwab, Baier und Gibbons Sieger blieb und seinen konfusen Vorderleuten Halt gab.

Im dritten Drittel schien der Schiedsrichter seine Strategie erneut geändert zu haben.  Jetzt wurden, bis auf eine Ausnahme, nur noch Indians auf die Strafbank geschickt. Nacheinander gab es drei Strafen und somit hatten die Scorpions 360 Sekunden lang die Möglichkeit, den Ausgleich zu erzielen. Die Wedemärker, die fast nur noch ihren ersten Block agieren ließen, spielten sich einige gute Chancen heraus, aber eine toll kämpfende Defensive der Indians plus Pech der Gastgeber, Bombis und Adams trafen nur den Pfosten, ließ es bei dem immer noch aktuellen Spielstand 2:3 bewenden.  In den letzten 180 Sekunden wurde es dann noch einmal richtig heiß. Als Gosdeck 143 Sekunden vor Schluss wieder eine Strafe erhielt, wagte Scorpions-Coach Dieter Reiß alles und nahm seinen Keeper vom Eis. Mit 6-gegen-4 sollte der Ausgleich passieren, aber die Indians behielten die Übersicht. Pohanka erhielt eine Vorlage von Ziolkowski, dem heutigen „Spieler des Tages“, versuchte einen Empty-Netter aus der Verteidigungszone und hatte Glück. War das die Entscheidung? Nein, denn genau zehn Sekunden vor Schluss hatte Björn Bombis endlich das Glück, dass seine Mitstreiter davor nicht hatten. Sein Anschlusstor machte es wieder spannend, aber die Zeitspanne für den Ausgleichstreffer war einfach zu kurz.

Ein superspannendes Match mit einem etwas überraschenden Ende. Jetzt geht es für die Wedemärker bereits im Sonntag um alles. Bei einer Niederlage ist die Saison gelaufen. Nach der heutigen Partie zu urteilen, erwartet die Zuschauer eine heiße Partie, bei der die Indians als Gastgeber leichter Favorit sind.

Tore: 1:0 (4:47) Sebastian Lehmann (Schütt, Reiß/5-4), 1:1 (10:34) Tobias Schwab (Pohanka, Ziolkowski/4-3),1:2 (11:07) Brian Gibbons (Schwab, Ziolkowski/5-4), 2:2 (12:31) Björn Bombis (Schütt, Lehmann/5-4), 2:3 (15:26) Thomas Ziolkowski (Gibbons, Peleikis/4-3), 2:4 (58:05) Thomas Ziolkowski (Pohanka/ENG), 3:4 (59:50) Björn Bombis (Reiß). Strafen: Wedemark 12, Hannover 24. Zuschauer: 1881.


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