Memminger Indians und Eisbären Regensburg vor FinaleinzugBeide Teams führen in ihrer Serie mit 2:0

Hannover Indians – ECDC Memmingen Indians 2:6 (0:2, 0:2, 2:2)
Spielstand: 0:2
Um es vorwegzunehmen, die Begegnung am Donnerstagabends wurde ein Eishockeyfest. Und das, obwohl die Memminger deutlich zeigten, dass sie nicht nur zu Recht im Halbfinale stehen, sondern das sich auch die Klasse für die DEL2 haben. Die anwesenden 4.510 Zuschauer, darunter etwa 100 Fans aus Memmingen, sahen über die gesamte Spielzeit einen Gast, der den schwachen defensiven Eindruck vom Dienstag mit aller Macht vertuschen wollte. Die Memminger waren läuferisch und taktisch besser aufgestellt und hatten auch noch die Power, um ihr kräftezehrendes Spiel bis zur 54. Minute durchzuhalten. Das reichte gegen ein hannoversches Indians-Team, dass alles wollte aber nicht mehr konnte. Schon zu Beginn war klar, dass nur ein schonungsloser Fight ein Erfolgserlebnis bringen würde, aber das ließen die agilen Gäste nicht zu. Sie übernahmen das Kommando, drückten die Indians in deren Hälfte und testeten Keeper Jan Dalgic, der nach überstandener Verletzung den zuletzt physisch stark unter Druck stehenden David Böttcher-Miserotti im Tor vertrat. Dalgic wurde sogleich warm geschossen, hätte aber das 0:1 von Sergei Topol verhindern müssen. Beim 2:0 der Memminger, für das der eminent agile Max Lukes verantwortlich zeichnete, war die Schussposition ähnlich, nur das diesmal Dalgic keine echte Abwehrchance hatte. Im Mitteldrittel kamen die Hannoveraner etwas besser in Spiel, kassierten jedoch mit in ihrer vielleicht besten Phase des Spieles einen Doppelschlag, von dem sie sich nicht mehr erholten. Der überragende Matej Pekr, früher Topscorer in der zweiten tschechischen Liga in Olmouc und Jihlava, überwand in DEL-Manier bei einem Konter ECH-Keeper Jan Dalgic und kurz darauf zeigte auch Petr Pohl seine Qualitäten, als er mit einem Mordshammer das 4:0 erzielte. Damit war die Partie entschieden, denn keiner rechnete, angesichts des hannoverschen Auftritts, noch mit einer Wende. Die heimischen Indians versuchten zwar alles, scheiterten aber immer wieder an der gut aufgestellten Memminger Defensive, die sich schon im Mitteldrittel auf ihren Gegner stürzte und somit ein gefährliches Aufbauspiel gekonnt unterband. Das Abschlussdrittel hatte kaum begonnen, da stand es schon 5:0, erzielt von Petr Pohl, und jetzt drohte es für die Pferdetürmler unangenehm zu werden. Der Gast, jetzt in allen Belangen überlegen, beherrschte das Spiel und als sich ECH-Kapitän Branislav Pohanka ein unnötiges Foul am Ex-Indian Daniel Huhn, vor neun Jahren noch zu Zweitligazeiten auch mal am Pferdeturm aktiv, leistete, befürchteten die immer noch gut gelaunten Fans das Schlimmste. Zuerst die gute Nachricht. Das Schiedsrichter-Duo Berger/Schmidt hatte mit Pohanka ein Einsehen und schickte ihn nicht wie befürchtet unter die Dusche, sondern nur für Zwei plus Zwei Minuten auf die Strafbank. Genau sechzig Sekunden brauchten die Memminger, dann führten sie 6:0 nach dem zweiten Tagestor von Max Lukes. Auch wenn die Siegchance mittlerweile vom Tisch war, zeigten die Indians ausgerechnet jetzt richtigen Kampfeswillen. Parker Bowles, der mit seinem Schwung und seiner Technik zu den Tagesbesten der Indians gehörte, fing einen Querpass der Memminger ab, verlud Marco Eisenhut im Memminger Tor und traf zum 1:6. Riesenjubel auf den Rängen, als hätten die ECH-Spieler das Siegestor geschossen. So etwas sieht man in deutschen Stadien selten und weil es so schön war und die Memminger Spieler vermutlich schon geistig auf der Heimfahrt, traf eine Minute vor Ende Sebastian Christmann zum Endstand 2:6, der dieses Spiel gut widerspiegelt. Wunderbar nach dem Spiel das Verhalten von Spielern und Fans. Die Mannschaften bedankten sich bei beiden Fanblöcken und diese wiederum feierten jeweils ihre Mannschaft.
Tore: 0:1 (08:02) Sergei Topol (Pekr, Kasten), 0:2 (15:37) Max Lukes (Abstreiter, Schirmer), 0:3 (27:37) Matej Pekr (Nirschl, Kasten), 0:4 (29:56) Petr Pohl (Peter, Topol), 0:5 (42:24) Petr Pohl (Pfalzer), 0:6 (53:21) Max Lukes (Kasten, Huhn 5-4), 1:6 (54:14) Parker Bowles (Möller 4-5), 2:6 (58:56) Sebastian Christmann (Bacek, Bowles 5-4)
Eisbären Regensburg – Hannover Scorpions 8:5 (3:2, 3:2, 2:1)
Serienstand: 2:0
In einer hochdramatischen Begegnung behielten die gastgebenden Eisbären vor knapp 3.000 Zuschauern die Nase vorn und stehen jetzt vor dem Einzug ins Oberligafinale. Allerdings war das Spiel gegen den Nordvizemeister kein Selbstläufer. Beide Teams beharkten sich von Anfang an und was auf die Zuschauer zukommen würde, bewies schon die erste Spielminute, als Brad Ross das erste Serientor seiner Scorpions gegen Regensburg erzielte und damit auch die 1:0 Führung im zweiten Spiel. Die Antwort der Regensburger kam prompt. Andrew Schembri und Korbinian Schütz drehten das Ergebnis. In der 12. Minute dann das zweite Highlight. Nach einer harten Regensburger Attacke an Torhüter Brett Jaeger zeigte dieser hochemotionale Momente, die Scorpions-Coach Dieter Reiß dazu bewogen, Jaeger zu schützen und aus dem Spiel zu nehmen. Für ihn kam Back-up Ansgar Preuß und dieser bekam gleich genug zu tun, konnte aber zunächst den Kasten sauber halten. Als der heute sehr stark auftretende Tomas Plihal die Eisbären kurz vor Drittelende 3:1 in Führung brachte, schien eine Vorentscheidung gefallen, aber die Scorpions gaben sich noch nicht geschlagen. Mario Valery Trabucco, einer der besten Scorpions-Stürmer des heutigen Tages sowie Mike Hammond machten innerhalb von nur sieben Minuten aus dem 1:3 ein 4:3. Aber auch diese Führung hatte nur kurz Bestand. Wieder brauchten die Eisbären nur zwei Minuten für den Ausgleich. Ein weiterer Zwischenspurt der Hausherren zwischen der 37. und der 39. Spielminute bescherte dem EVR ein 6:4 und das gleiche wiederholte sich zwischen der 48. und 50. Spielminute. In beiden Phasen erzielten die Regensburger zwei Tore, erhöhten somit auf 8:4 und entschieden die Partie. Den Abschlusspunkt durften jedoch die kämpferischen Gäste durch Thomas Reichel markieren, der mit dem fünften Gästetor das Endergebnis erzielte.
Tore: 0:1 (00:24) Brad Ross (Raabe), 1:1 (02:26) Andrew Schembri (Schmidt, Schütz), 2:1 (05:48) Korbinian Schütz (Schmid, Plihal), 3:1 (18:16) Tomas Plihal (Divis, Schembri), 3:2 (18:38) Mario Valery Trabucco (Pietsch, Koziol), 3:3 (22:18) Mike Hammond (Raabe), 3:4 (25:22) Mario Valery Trabucco (Koziol, Heinrich),4:4 (27:08) Erik Kereztury (Flache, Weber), 5:4 (36:59) Tomas Schwamberger (Schembri, Bühler), 6:4 (38:16) Lukas Heger (Bühler, Flache) 7:4 (47:05) Jakob Weber (Divis, Ontl), 8:4 (49:24) Tomas Plihal (Weber, Bühler), 8:5 (59:32) Thomas Reichel (Hammond, Valery Trabucco 5-4)