Indians gewinnen das DerbyHannover-Duell geht mit 3:1 an die Gastgeber

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Es wurde das erwartete, emotionsreiche Duell. Die beiden konkurrierenden hannoverschen Oberligavereine, Indians und Scorpions, lieferten sich zwar kein technisch hochstehendes, dafür aber im kämpferischen und engagierten Bereich absolutes Oberliga-Spitzenspiel. Die Indians blieben vor mit 4608 Zuschauern ausverkauftem Haus mit 3:1 (2:0, 1:1, 0:0) siegreich und bleiben damit mit 53 Punkten knapp am Lokalrivalen, der bis jetzt 55 Punkte sammeln konnte.

Es sollte die große Revanche aus Sicht der Hannover Indians werden nach dem mehr als unglücklich verlaufenen 2:3 im Hinspiel bei den benachbarten Hannover Scorpions. Doch zunächst rieben sich die 4.608 Fans, darunter etwa 1.000 mit der Straßenbahn mitgereiste Gästeanhänger die Augen. Indians-Coach Carroll: „In den ersten zehn Minuten haben wir Glück gehabt. Die Scorpions waren fast immer einen Tick schneller und wir hatten Mühe, uns von diesem Druck zu befreien.“ Die Scorpions hatten die gleiche Taktik gewählt wie die Indians beim Auswärtsspiel im November. Sie pressten die Indians in ihr Verteidigungsdrittel, unterbanden den Spielaufbau, hatten aber durch den starken Verkehr vor dem Gehäuse von Indians-Stammkeeper Ackers kein freies Schussfeld. Da die Indians damit zu tun hatten, den Bereich vor ihrem Tor frei zu bekommen, selbst kaum das Angriffsdrittel sahen, musste der erstaunte Statistiker nach fünf Spielminuten feststellen, dass es erst einen Schuss gegeben hatte. Auf das Tor von Ackers. Scorpions-Coach Lenny Soccio: „Neue Taktiken werden kaum noch erfunden. Man wählt die Beste und hofft, dass es was nutzt.“ Die Intensität des Spieles blieb hoch und fand in der neunten Minute ihren ersten Höhepunkt, als Hertel hinter dem Tor attackiert wurde und es prompt die erste handfeste Auseinandersetzung gab. Warum der arg nervöse und in die Keilerei mit McGowan verstrickte Yannik Mund trotz ausgezogener Handschuhe keine Fünfer bekam, blieb das Geheimnis von Schiri Gregor Brodnicki. Beide Akteure erhielten je zwei Minuten. Ein ziemliches Wagnis vom Schirigespann, denn man spürte förmlich die Spannung. Die zweite Entladung passierte dann in der 16. Minute. Der Mann für das Grobe bei den Indians, Maxi Pohl, nahm sich Igor Bacek vor, traf ihn bei einem Ellenbogencheck an der Lippe und austretendes Blut bedeutet automatisch für den Angreifer eine Fünfer plus Spieldauer. Zum Glück für die Einheimischen versuchte sich Scorpions-Neuerwerbung Thomas Mery (Scorpions-Coach Soccio: „Wir brauchten nach Wochen mit nur einem oder gar keinem Kontingentspieler unbedingt einen Ausländer und Mery war nach unserer Meinung die beste Lösung“) als Rächer, durfte auch einen Treffer landen und ging zwei Minuten auf die Bank. Das bedeutete nur drei Minuten Unterzahl für die Indians und diese verliefen äußerst positiv für die Gastgeber. Noch bei vier gegen vier bediente McGowan mustergültig Dennis Schütt (16.) und der offensivstarke Verteidiger der Indians hatte keine Mühe, Hertel im Scorpions-Tor zu überwinden. Das brachte die Gäste aus der Fassung, die kein wirklich starkes Powerplay trotz 180 Sekunden Zeit zu Wege brachten und im Gegenteil sogar noch ein Gegentor hinnehmen mussten. 32 Sekunden vor Drittelende schoss Robby Hein in einen Querpass der Scorpions, dann auf und davon und verlud zum Ende auch noch Hertel zum 2:0.

Das zweite Drittel begann kaum, dann hätte es schon 2:1 heißen müssen. Die Hannover Scorpions waren wie gestochen zurück auf dem Eis, schnürten die Indians ein, schafften es aber nicht, trotz zweier Extremchancen von Hungerecker und Mery, die Scheibe im Gehäuse von Ackers unterzubringen. Die Indians kämpften sich wieder zurück ins Spiel, hatten dann aber das Pech, dass ausgerechnet Boris Ackers, bis zur 26. Minute wieder extrem stark im Tor, seinen einzigen Fehler mit einem Gegentor bezahlen musste, als er einen Querpass von Robin Thomson erwartete, dieser aber das kurze Eck anvisierte und traf. Jetzt schien für kurze Zeit auch der Ausgleich möglich. Die Indians schwammen leicht, zogen sich zurück, spielten wieder wie am Anfang sehr konzentriert aus der Abwehr und versuchten wieder die Kontrolle zurück zu erlangen. Das klappte dann auch schneller als erwartet, denn genau in dieser Phase schnappte sich Oliver Duris direkt vor Hertel die Scheibe und stocherte sie über die Linie. Das 3:1 entsprach zwar in etwa den bisherigen Spielbedingungen, aber war dann auch etwas glücklich. Die nun komplett verunsicherten Scorpions versuchten dann zwar, mit viel Kampfgeist das Anschlusstor zu erzielen, hatten durch Bacek, Richardt und Mund auch durchaus Schusschancen, scheiterten aber immer wieder an der vielbeinigen Indians-Defensive.

Auch das dritte Drittel begann mit einem regelrechten Scorpions-Bombardement. Die beste Chance zum 2:3 hatte dabei Bacek, dessen Schuss von Ackers gerade noch mit dem rechten Schlittschuh abgewehrt werden konnte. Jetzt entwickelte sich ein offenes Spiel, in dem die Scorpions, zumindest optisch, einen kleinen Vorteil besaßen. Die Indians lauerten immer wieder auf Konter, blieben zwar durchaus gefährlich, hatten aber genug zu tun, um die verzweifelten Scorpions in Schach zu halten. Das Spiel schien entschieden, als das Schicksal in Form von Lehmann den Scorpions zu helfen schien. Lehmann prallte unweit der blauen Linie im Indians-Drittel mit Goller zusammen. Goller verdrehte sich das Knie und musste vom Eis gebracht werden. Scorpions-Coach Soccio: „Eine Innenbandverletzung. Wenn wir Pech haben, wird Goller sechs bis acht Wochen fehlen.“ Diese Verletzung ließ Soccio förmlich die Fassung verlieren. Vehement forderte er eine Fünfer für Lehmann, die er schließlich auch bekam, denn Schiri Brodnicki gab dem ECH-Kapitän sogar eine Matchstrafe. Indians-Coach Fred Carroll: „Mit Pohl und Lehmann werden zwei wichtige Spieler in den nächsten Spielen fehlen.“ Diese Reaktion mit dem Endergebnis ließ daraufhin die Indians-Fans ihre Beherrschung verlieren. Obwohl Ordner anwesend waren, flog ein Bierbecher auf das Scorpions-Team. Lenny Soccio spritzte Wasser zurück (Soccio nach dem Spiel: „Die Emotionen sind hochgekocht und ich kann mich für mein Verhalten nur entschuldigen“) und schon flogen noch mehr Becher. Auch wenn das Verhalten des Scorpions-Trainers fragwürdig war, solche Verhaltensweisen des Publikums sind ebenfalls extrem unfair und dürfen nicht passieren. Die Scorpions hätten der Begegnung noch eine Wende in dieser Phase geben können, hatten aber das Pech, dass Heißsporn Daniel Lupzig im Zweikampf mit Kraus diesen zu Boden stieß und so sein Team um zwei Minuten Powerplay brachte. In den restlichen 180 Sekunden kamen die Scorpions zu keinen nennenswerten Einschussmöglichkeiten. Trotzdem sah Scorpions-Coach Soccio noch eine Hoffnung und nahm 45 Sekunden vor Schluss seinen guten Keeper Hertel aus dem Kasten, aber der Schuss Optimismus ließ sich nicht umsetzen. Die Indians verteidigten geschickt gegen die Hannover Scorpions und gingen nun in dem internen hannoverschen Duell nach zwei Spielen bei jeweils einem Heimspiel mit 5:4 Toren in Führung.

Tore: 1:0 (15:43) Dennis Schütt (McGowan, Lehmann), 2:0 (19:28) Robby Hein (Duris, Finke/4-5), 2:1 (25:19) Robin Thomson (Blank, Bacek), 3:1 (31:32) Oliver Duris (Grass, Hartmann).

Schussverhältnis: Hannover Indians: 23, Hannover Scorpions: 26, Strafen: Hannover Indians 6 + 5 + 20 für Maximilian Pohl + 25 (Matchstrafe) für Sebastian Lehmann, Hannover Scorpions: 12. Zuschauer: 4.608 (ausverkauft).

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