Hannover Indians ziehen sich für drei Tage selbst aus dem SumpfEindeutiges 4:1 gegen Selb

(Foto: TKH Photography)(Foto: TKH Photography)
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Obwohl die Indians in der Serie mit 0:2 zurücklagen und eine weitere Niederlage das endgültige Aus bedeutet hätte, kamen über 3000 Zuschauer, um ihrer Mannshaft das Rückgrat zu stärken. Eine beeindruckender Vertrauensbeweis und das Team zahlte diesen Kredit zumindest in Teilen schon einmal zurück.

Schon der Start zeigte allen Anwesenden, auch den vielleicht 40 Zuschauern aus Selb, dass die Indians den Sommerpausenbeginn gerne hinausschieben wollten. Mit extrem viel Druck setzten sie die Wölfe in ihrem Drittel fest und bereits nach drei Minuten erzielte Robby Hein das 1:0, als er sich vor Deske im Wölfe-Tor nicht abschütteln ließ, nachhakte und Erfolg hatte. Die Reaktion der gegnerischen Verteidiger war Kopfschütteln, denn mit allem hatten sie gerechnet, nur nicht mit einem Gegentor. In der Folge wankten die Gäste, fielen aber nicht und kämpften sich langsam aber sicher in die Partie zurück. Mehr gelang ihnen jedoch nicht, denn die Indians hatten ihre Lektion aus dem Defensivdebakel vom Freitag gelernt. Sie standen ihren Gegnern permanent auf den Füßen und das war Gift für Spieler wie McDonald, Gare, Hördler oder Gollenbeck. Als sich schon alle auf ein 1:0 zur ersten Pause eingestellt hatten, explodierte endlich einmal Igor Bacek. Sein Teamkollege Pfennings war noch mit einem Schuss an Wölfe-Keeper Deske gescheitert, aber dessen Abpraller bekam Bacek unter Kontrolle und sein Schuss war für den Schlussmann der Wölfe unhaltbar. Das 2:0 war zu diesem Zeitpunkt hochverdient.

In den zweiten 20 Minuten passierte eigentlich nicht viel. Pohanka konnte bereits nach zwanzig Sekunden eine Riesenmöglichkeit nicht nutzen und in der 23. Minute hätten die Selber fast das 1:2 bejubeln können, als ein Schüsschen von McDonald Indians-Keeper Beech, der eigentlich einen guten Tag hatte, durch sein Sprungverhalten vor überraschende Probleme stellte. Die Scheibe glitschte durch die Handschuhe und rutschte parallel zur Torlinie, ohne diese zu überqueren. Glücksgöttin Fortuna ließ zweifelsfrei in diesem Fall grüßen. Zwei Minuten später eine ähnliche Situation vor dem gegnerischen Tor, wo Deske in einer Rückwärtsbewegung sich die Scheibe fast selbst einwarf, diese aber ebenfalls nicht den Weg über die Torlinie fand. Der Höhepunkt des zwar spannenden und intensiven aber relativ chancenfreien Drittels passierte in der 29. Minute. Gare, zusammen mit Morczinietz der Vertreter der Ü40-Generation, wuchtete bei einem hannoverschen Angriff Hannovers Verteidiger Finkel in seinen eigenen Torhüter Deske, der natürlich trotz seiner Spannkraft bei einem Aufprall von geschätzten 200 Kilogramm den Halt verlor. Finkel setzte sich nach dem Foul mit seinen Fäusten zur Wehr, Peleikis half ihm und weil auch Gare kein Unschuldslamm darstellte, verteilte Schiedsrichter Janssen 51 Strafminuten, schickte letzten Endes Finkel unter die Dusche. Die Höhe der Strafen war sicherlich korrekt, aber merkwürdig war schon, dass das Verursacherprinzip völlig außen vor blieb.

Die Selber, die sich gerne das zweite Heimspiel erspart hätten, wurden im Abschlussdrittel gleich kalt erwischt. Der Sekundenzeiger hatte gerade die 20 erreicht, da schlug Roman Pfennings mit dem 3:0 nach Vorlage von Pohanka zu. Das war Gift für die Selber Bemühungen und irgendwie schienen die Selber irgendwie nicht mehr selbst an eine Wende zu glauben. Das änderte sich schlagartig in der 52. Minute. Bei einem der verzweifelt anmutenden süddeutschen Angriffe traf Florian Lüsch, wobei Indians-Keeper Beech der Schuss durch die Beine trudelte. Eine etwas unglückliche Situation für den deutsch-kanadischen Keeper und vor allem hatte sich seine Hoffnung auf einen Shutout damit in Luft aufgelöst. Jetzt warfen die Wölfe alles nach vorne und 139 Sekunden vor Schluss nahm Wölfe-Coach Henry Thom eine Auszeit, beorderte seinen Keeper vom Eis und wollte mit extremem Druck den Anschluss und mehr erreichen. Die Indians, die in dieser Phase zweimal Glück hatten, dass es nicht nur noch 3:2 hieß, konnten sich jedoch befreien und Hannovers Mann des Tages Igor Bacek schließlich war es vorbehalten, mit seinem Empty-Netter für die endgültige Entscheidung zu sorgen.

Wölfe-Coach Henry Thom: „Wir hatten zwar nur offiziell 28 Torschüsse, aber die Indians haben bestimmt die gleiche Anzahl dazu noch geblockt. Sie waren bereiter als wir und haben mit ihrem Engagement das Spiel verdient gewonnen. Jetzt müssen wir am Freitag den Sack zumachen.“

Indians-Coach Lenny Soccio: „Es war ein sehr schweres Stück Arbeit. Wir wussten, dass wir es können und haben alles getan, um den Druck auf das Eis umzusetzen. Jetzt haben wir den Anschluss geschafft und am Freitag müssen wir in Selb gewinnen, wollen wir in der Serie bleiben und am Sonntag noch ein Heimspiel haben.“

Tore: 1:0 (2:14) Hein (Goller, Beech), 2:0 (18:14) Bacek (Pfennings, Ziolkowski), 3:0 (40:22) Pfennings (Pohanka, Ziolkowsk), 3:1 (51:26) Lüsch (Ondruschka, Schiener), 4:1 (59:54) Bacek (Valasek, Pohanka/ENG). Strafen: Hannover 8 + 10 (Peleikis) + 5 + Spieldauer (Finkel), Selb 10 + 10 (Gare). Zuschauer: 3117.

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