Effektive Indians schlagen Neuwied erneut2:4 gegen Hannover

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Mit dem ersten Wechsel, noch keine Minute war gespielt, hatte Brian Gibbons seinen EHC Neuwied im zweiten Play-off-Spiel gegen die Hannover Indians in Führung gebracht. Die Halle tobte. Doch in den Play-offs geht es darum, zur rechten Zeit das Momentum zu nutzen. Und dieses kam wohl zu früh. Am Ende verloren die Bären zwar mit 2:4 (1:2, 0:1, 1:1) das Spiel, aber noch nicht die Serie. „Der dritte Sieg ist immer der schwerste“, sagte EHC-Trainer Craig Streu. An einem Abend, der so laut begann, und so still endete.

Josh Myers, Dennis Schlicht und Tobias Paus gesperrt, Max Spöttel und Dominik Lascheit für Bad Nauheim im Einsatz, Dima Butasch und Maurice Keil in Mannheim gebunden – die Bären mussten, nach dem Spiel am Freitag in Hannover (durchaus auch selbst verschuldet) beim ersten Play-off-Heimspiel der Serie personell improvisieren. Dass Myers seiner Sturmreihe fehlte, war unübersehbar – zu Beginn jedoch noch kein Faktor, weil Kapitän Gibbons ein Solo sehenswert an Boris Ackers vorbei zur frühen Führung nutze (1.). Und auch in der Folge machte der Indians-Keeper nicht den sichersten Eindruck: Kaum eine Scheibe konnte Ackers festhalten, ließ viel abprallen – doch dort, wo die Scheibe hinfiel, stand nie ein Neuwieder. Und so kann auch ein Keeper zum Matchwinner werden, der zwar nicht den stabilsten Eindruck machte, aber bei dem der Zweck die Mittel heiligte: Denn, das ist nun einmal Fakt: Man muss Scheiben nicht festhalten, um Gegentore zu verhindern.

Auf der Gegenseite schlugen die Indians mit der Powerplay-Keule gnadenlos zu. Bis dahin kaum im Spiel nutzte Hannover die erste von nur vier Überzahlsituationen im gesamten Spiel zum 1:1 durch Andre Gerartz (13.). Danach wurde es gleich doppelt bitter: Zunächst setzte Gibbons einen satten Schuss erst an den rechten, dann an den linken Innenpfosten – und von dort eben nicht hinter die Linie. Und dann machte Hannover wie schon in Hannover einen glücklichen Treffer zum 2:1. Aus fünf, sechs Metern zog Lukas Valasek ab und schickte EHC-Keeper Björn Linda damit in den Scheiben-Abwehr-Modus. Doch der Puck wurde von einem Schlittschuh so unglücklich abgefälscht, dass er als Bogenlampe über den Neuwieder Keeper in die Maschen flog. Der versuchte zwar noch, mit der Fanghand an die Scheibe zu kommen – jedoch ohne Erfolg. Wer solche Tore schießt, der gewinnt am Ende Play-off-Spiele.

Dass die Indians in Neuwied tatsächlich den zweiten Sieg im zweiten Spiel einfuhren, hatten sie aber vor allem auch der gnadenlosen Effektivität im Überzahlspiel zu verdanken. Schiedsrichter Benjamin Hoppe leitete die Partie wunderbar unaufgeregt und griff nur dann ein, wenn es wirklich notwendig war – auf beiden Seiten verteilte er überschaubare 12 Strafminuten. Das machte unterm Strich vier Powerplay-Situationen für beide Teams. Hannover machte daraus drei Tore, Neuwied keins. Ein bei Fünf-gegen-Fünf ausgeglichenes Spiel wurde in den Special Teams entschieden.

„Hannover ist es gelungen, in Unterzahl immer wieder die Schüsse zu blocken. Im eigenen Powerplay haben die Indians hingegen die Scheibe viel zum Tor gebracht und daraus Kapital geschlagen“, sagte Streu. Kapital, dass sich in Fakten so liest: 37. Minute, 1:3, Bradley McGowan. 52. Minute, 1:4, Oliver Duris. Die Partie war entschieden. Zwar nahm Streu zwei Minuten vor dem Ende Keeper Björn Linda vom Eis, Neuwied kam mit sechs Feldspielern jedoch nur noch zum 2:4 durch Artur Tegkaev (59.).

„Wir wussten, dass uns hier ein sehr schweres Spiel erwarten würde“, sagte Indians-Coach Fred Carroll. „Das 0:1 hat uns aufgeweckt. Unser Powerplay hat super funktioniert. Ich bin heilfroh, dass wir mit einer 2:0-Führung wieder zurück nach Hannover fahren.“ Craig Streu hatte beobachtet, dass „bei uns nach der Führung irgendwie die Beine schwer wurden und das Tempo fehlte. Dazu kommt dann natürlich auch ein solch unglückliches Gegentor wie beim 1:2. Sowas siehst du ja eigentlich nie, und schon gar nicht bei uns hier in der Bärenhöhle. Die Niederlage tut weh, jetzt sind wir richtig unter Druck. Aber noch ist in dieser Serie nichts verloren.“

Dass Fans und Spieler nach dieser Partie enttäuscht waren, ist verständlich. Irgendwie hatten sich alle mehr versprochen von diesem Play-off-Abend. Doch für das Wort Sommerpause ist es noch mindestens ein Spiel zu früh. Neuwied wird am Dienstagabend dafür kämpfen, die Serie noch einmal zurück in die Bärenhöhle zu holen. Die verzeichnete am Sonntagabend übrigens die höchste Zuschauerzahl der vier Play-off-Spiele im Norden: In Langenhagen, Leipzig und Herne waren nicht so viele Zuschauer in der Halle wie in Neuwied.

„Torhüter der Saison“ kommt aus Lindau
Rostock Piranhas verpflichten mit Lucas Di Berardo

​Die Rostock Piranhas haben für die kommende Spielzeit Torhüter Lucas Di Berardo verpflichtet. Der gebürtige Mannheimer kommt vom EV Lindau Islanders und wurde als „...

Junger Torhüter kommt vom KEV-Oberligateam
Nils Kapteinat komplettiert Torhütergespann der Crocodiles Hamburg

​Die Crocodiles Hamburg haben mit Nils Kapteinat einen jungen Torhüter verpflichtet. Der 21-Jährige wechselt vom Krefelder EV 1981 an die Elbe und erhält einen Vertr...

Fünfte und sechste Saison am Gysenberg
Marcus Marsall stürmt weitere zwei Jahre für den Herner EV

​Der Herner EV hat auch den Vertrag mit Marcus Marsall um zwei weitere Jahre verlängert. Der Leistungsträger und Vize-Kapitän geht damit bereits in seine fünfte und ...

Der nächste Abgang steht fest
Icefighters Leipzig: Patrick Fischer beendet Eishockeykarriere

​Ein weiterer langjähriger Spieler der Icefighters Leipzig kündigt das Ende seiner aktiven Laufbahn an. Patrick Fischer stand in 319 Pflichtspielen im Trikot des Obe...

Neuzugang von den Dresdner Eislöwen
Transfer-Coup: Rostock Piranhas holen Kevin Lavallée

​Mit der Verpflichtung von Kevin Lavallée ist den Rostock Piranhas ein Transfer-Coup gelungen. ...

Neuzugang von den Hammer Eisbären
Tom Lorer wird ein Herforder Ice Dragon

​Die Verantwortlichen des Herforder EV vermelden mit Tom Lorer den zweiten Neuzugang für die kommende Saison. Der 20-Jährige wechselt vom Westfalenkonkurrenten Hamme...

Sven Gerike wird Geschäftsführer
EXA Icefighters Leipzig starten als GmbH in eine neue Ära

​Am 5. Oktober 2020 wurde es bereits verkündet: Neue Gesellschafter und optimierte Strukturen sollen die EXA Icefighters Leipzig in die Zukunft führen. Aus der IceFi...

EXA Icefighters Leipzig holen junges Allround-Talent
Patrick Demetz wechselt von Krefeld nach Leipzig

​In den letzten Tagen vermeldeten die Verantwortlichen des Krefelder EV den Abgang von Patrick Demetz. Der Deutsch-Italiener wurde unter anderem mit den folgenden Wo...

Oberliga Nord Playoffs