Clubs wenden sich an den DEB: Wie geht es mit den Moskitos Essen weiter?

Wie geht es weiter mit den Moskitos Essen? Bleibt die Oberliga Nord bei zwölf Mannschaften oder scheidet der Verein vom Westbahnhof aus und es bleiben nur elf Mannschaften übrig? Thomas Böttcher, der Vorsitzende der Moskitos, wandte sich wieder einmal mit einer Videobotschaft an die Öffentlichkeit. Allerdings sehen die anderen elf Vereine der Liga die Situation in Essen mit gemischten Gefühlen.
„Es gibt Clubs, die unsere Lage kritisch sehen“, sagte Thomas Böttcher in der Nachricht. „Das ist legitim.“ Tatsächlich aber haben alle elf anderen Teams der Liga ein Schreiben an den Deutschen Eishockey-Bund formuliert, in dem der Verband aufgefordert wird, nicht nur die Lage beim Essener Stammverein im Rahmen der Lizenzierung zu prüfen, sondern auch die Lage der GmbH, über die offenbar ein Großteil des Betriebs der zurückliegenden Saison abgewickelt worden war und gegen die nun ein Insolvenzverfahren beantragt wurde. Der Hintergrund: Würde Essen in der kommenden Saison aus dem laufenden Spielbetrieb aufgrund zu groß gewordener wirtschaftlicher Probleme ausscheiden, entstünde allen Verein ein Schaden, da ein oder zwei Heimspiele, mit deren Einnahmen geplant worden wäre, entfallen würden. Nur im Sommer könnten die Clubs und die Liga noch handeln und auf ein wirtschaftliches Aus der Moskitos Essen reagieren.
In dem Schreiben, das der Hockeyweb-Redaktion vorliegt, heißt es:
„Dem Club ESC Moskitos Essen ist im Zulassungsverfahren der Vorsaison die Zulassung zum Ligenspielbetrieb über den gleichnamigen Verein erteilt worden. Der Verein ist nach öffentlich zugängigen Informationen in finanziellen Schwierigkeiten, denen über diverse Maßnahmen begegnet werden soll. Zudem ist öffentlich bekannt gegeben worden, dass für eine nach Erteilung der Zulassung gegründete GmbH nach Ende der Spielzeit 24/25 ein Insolvenzverfahren beantragt worden ist, bei welcher der Club Mehrheitsgesellschafter ist. Dahingehende Nachfragen bei der Ligenleitung lassen die Befürchtung zu, dass lediglich die Situation und die Unterlagen des e.V. prüfungsrelevant für das Zulassungsverfahren der bevorstehenden Saison werden sollen.“
Dies aber, so alle elf Clubs, die das Schreiben gezeichnet haben, sei nicht richtig. So heißt es weiter: „Nach uns vorliegenden Unterlagen sind Gehälter der letztjährigen Mannschaft über die betreffende GmbH abgerechnet worden, trotz auf den e.V. ausgestellten Arbeitsverträgen. Ehemalige Spieler als auch der Trainer haben einzelnen Vertretern der genannten Clubs versichert, dass die Gehälter der Vorsaison nicht vollständig ausgeglichen sind. Da somit wesentliche Bestandteile der als Zulassungsvoraussetzung nachzuweisenden wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in die GmbH ausgelagert worden sind, muss diese zwangsläufig zur Beurteilung der Gesamtsituation in einem neuerlichen Zulassungsverfahren herangezogen werden. (…) Wir bitten daher im Sinne der Chancengleichheit und der Gleichheit des Verfahrens um Heranziehung aller relevanten Unterlagen (e.V. und GmbH) und einer Beurteilung der Gesamtsituation, auch um einen zu befürchtenden Imageschaden der Liga zu verhindern.“
Die Vereine erklären weiter: „Es ist vollkommen nachvollziehbar und wünschenswert, wenn alle Anstrengungen seitens des Verbandes unternommen werden, um einen Standort zu sichern. Aber dies muss seine Grenzen finden, wenn andere Standorte hierdurch gefährdet werden.“
Offenbar haben die Clubs bereits einen Vorschlag, wie in einer Elfer-Liga gespielt werden könnte, um auf ausreichend viele Spiele zu kommen. So könnte zunächst eine Doppelrunde absolviert werden (= 40 Spiele), ehe sich eine Gruppenphase der oberen und unteren Teams anschließen würde. Eine solche Änderung sei im Laufe der Saison nicht mehr möglich.
Thomas Böttcher verweist darauf, dass man weiterhin alles tun werde, um den Standort Essen zu erhalten. Es sei zwar so, dass viele Probleme in der Vergangenheit gemacht worden seien, es seien aber auch Fehler in der zurückliegenden Saison gemacht worden. So sei der Kader zu groß gewesen, da man Spieler nachverpflichtet hatte. „Außerdem war die Bewerbung für die DEL2 ein Fehler“, so der Essener Vorsitzende. Dennoch sei ein erheblicher Teil der Altlasten auf die Zeit von 2015 bis 2020 zurückzuführen, als keine Jahreshauptversammlungen stattgefunden hatten und es keine Kassenprüfung gegeben habe.
Nun bleibt abzuwarten, wie der Deutsche Eishockey-Bund die Situation bewertet.













