Manchmal noch wie im TraumPhilipp Grubauer im Interview

Phillip Grubauer sorgt in Washington für Aufsehen. (Foto: Bridget Samuels)Phillip Grubauer sorgt in Washington für Aufsehen. (Foto: Bridget Samuels)
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Der 22-Jährige gibt der Mannschaft Sicherheit, die seine anderen beiden Torhüterkollegen aktuell nicht liefern können. Gerade Braden Holtby steckt in einer kleinen Krise. Wie Grubauer mit dem gestiegenen Medieninteresse und der Situation mit zwei anderen Torhütern im Kader umgeht, erzählt er im Hockeyweb-Interview.

Nach nun zwölf Spielen in der NHL, ist es immer noch wie ein Traum dort zu spielen oder wird es langsam zur „Normalität“?

In manchen Situationen ist es noch wie ein Traum, aber sonst ist es wie vor jedem anderen Spiel auch.

In welchen Situationen ist es dann wie ein Traum?

Zum Beispiel hat man früher Eishockey auf der Konsole gespielt, mit den großen Namen wie Martin Brodeur. Und wenn man dann morgens aufsteht und denkt „hey, heute Abend spielst du gegen ihn“, ist das schon wie ein Traum. Aber je näher es zum Spiel kommt, desto normaler wird es dann auch. Der Ablauf ist wie vor jedem anderen Spiel auch.

Es ist zwar noch nicht all zu lange her aber, ohne nachzuschauen: An welchem Tag war dein erster Sieg in der NHL?

Das müsste ein Sonntag gewesen sein. Der 8. Dezember und ein 4:1-Sieg gegen die New York Rangers, in New York.

Das stimmt. Wie hat es sich damals angefühlt? Im Madison Square Garden zu spielen und zu gewinnen?

Es war natürlich etwas Besonderes, im Madison Square Garden zu spielen und zu gewinnen. Überhaupt in New York gewonnen zu haben, ist was Tolles. Ich war selber noch nicht oft dort. Ich habe zwar mein erstes Spiel in der NHL ebenfalls in New York bestritten, doch das war bei den Islanders (eine 2:5-Niederlage der Caps, Anm. d. Red.). Außerdem war ich als dritter Torhüter bereits einmal im Madison Square Garden, da war die Aufregung nicht mehr so extrem. Außerdem: sobald der Puck fällt, ist es für mich einfach Arbeit und da ist es eigentlich egal, gegen wen ich spiele oder wo. Ich versuche, die ganzen Emotionen dann auszublenden und mein Spiel zu spielen.

Nach deinen fünf Siegen in der NHL ist um dich ein regelrechter „Hype“ ausgebrochen. Wie gehst du damit um?

Das Medieninteresse ist auf jeden Fall größer geworden. Ich bekomme auch viele Nachrichten auf Facebook von Nachwuchsspielern, die fragen, wie ich das geschafft habe, und überhaupt Talente, die mir schreiben, dass sie jedes Spiel verfolgen. Auch Trainer schreiben mir. Das ist natürlich schön und darüber freue ich mich. Dass die Medien da nun viel wissen wollen, gehört zum Beruf und da gewöhnt man sich dran.

Du hast im Vergleich zur AHL nun Vorderleute mit einer ganz anderen Klasse. Ist es eventuell sogar leichter, in der NHL zu bestehen, weil deine Vorderleute eine bessere Arbeit leisten?

Ja, natürlich. Man kann sich auf die Verteidiger viel besser verlassen, sie gehören immerhin zu den besten Spielern der Welt, sonst würden sie nicht dort spielen. Daher wird es für mich leichter, das Spiel zu lesen, weil die Verteidiger ihre Arbeit genauer und besser machen. Das macht es auf jeden Fall leichter als in der AHL.

Nun ist es ungewöhnlich, dass ihr mit drei Torhütern im Kader seid. Wie geht man damit um? Helfen dir die beiden anderen Torhüter?

Ja, es ist ungewöhnlich für uns. In der letzten Saison wurde ich sofort zurück nach Hershey geschickt, wenn einer der beiden wieder fit war. Aber es ist nun nicht so, dass wir uns in der Kabine ständig in den Haaren liegen. Jeder gibt das beste und das ist dann auch meine Aufgabe. Ich muss einfach weiter gut spielen, dann bekomme ich auch meine Spiele. Wir haben sogar ziemlich viel Spaß zusammen in der Kabine.

Wie ist es zu sehen, dass Brayden Holtby gerade ein Tief durchläuft (wie z.B. gegen Minnesota, als er nur sechs von elf Schüssen auf sein Tor hielt). Verspürt man da auch Mitleid oder denkt man, dass es schon ganz gut für einen persönlich ist, wenn es bei jemand anderen nicht läuft?

Ne, ne. Man möchte natürlich versuchen, seinen Kollegen zu helfen und ihn aus so einem Tief wieder rauszuholen, immerhin sind wir immer noch Teamkollegen und daher ist es nicht schön zu sehen und man versucht, irgendwie von der Bank oder der Tribüne aus zu helfen. Auch wenn das nicht so einfach ist. Aber ich denke, Holtby ist Sportsmann genug, um da wieder rauszukommen, auch wenn diese Situation gegen Minnesota etwas Besonderes war, denn so ein Spiel habe ich wirklich noch nie erlebt. Aber ich denke, unser Torwarttrainer Olaf Kölzig und wir anderen werden ihn da schon raus bekommen.

Michal Neuvirth sagte, dass er gerne die Capitals verlassen würde, denkt man darüber nach?

Das war für uns keine große Überraschung. Er hat ja, bevor Holtby kam, regelmäßig gespielt. Dass er in so einer Situation wechseln will, ist absolut okay. Er ist ja auch nicht der erste, der um einen Trade gebeten hat. Aber aktuell ist er immer noch ein Teil des Teams und daher geht man nicht anders mit ihm um. 

Bis vor kurzem hast du noch in der AHL gegen die anderen Deutschen gespielt. Was glaubst du, wer könnte als nächstes den Schritt in die NHL schaffen?

Ich habe nun länger nicht mehr gegen die Jungs gespielt. Konrad Abeltshauser kann ich aktuell gar nicht einschätzen. Aber ich denke, Tobias Rieder hat als Rookie schon viele Tore gemacht. Wenn er so weitermacht, hat er gute Chancen. Marcel Noebels ist ein großer Spieler mit einem starken Schuss. Der kann es auch schaffen, genau wie der Tom Kühnhackl.


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