HPK Hämeenlinna holt sich die zweite Meisterschaft nach 20064:3-Seriensieg im Finale gegen Kärpät Oulu

HPK Hämeenlinna ist zum zweiten Mal finnischer Meister. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)HPK Hämeenlinna ist zum zweiten Mal finnischer Meister. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)
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Nach der Hauptrunde in der finnischen Liiga hatte Kärpät Oulu sage und schreibe 29 Punkte Vorsprung vor dem Tabellenzweiten Tappara Tampere und scheiterte trotzdem im Finale. Nicht am Vizemeister, sondern am Tabellenfünften HPK Hämeenlinna. Die Süd-Finnen entzauberten den Hauptrundenmeister mit 4:3 Siegen im Finale und zeigte dabei unglaubliche Nerven, als sie das letzte Spiel in der Höhle des Löwen mit 2:1 für sich entschieden. Dass das siebte Spiel dann auch noch in der Verlängerung entschieden wurde, war wohl noch das berühmte i-Tüpfelchen.

Im Viertelfinale zeigte beide Mannschaften zunächst gute bis sehr gute Leistungen. Kärpät bezwang dabei den Achten Ilves Tampere mit 4:0 Siegen (4:3, 4:0, 2:1, 3:2), musste dabei jedoch zweimal in die Verlängerung. Hämeenlinna brauchte eine Begegnung mehr zum 4:1-Triumpf über TPS Turku (3:2, 5:3, 2:3, 2:1, 3:2), brauchte aber ebenfalls zwei Verlängerungen. Interessant nur, dass Turku in der Vorrunde vier Punkte mehr als HPK erreicht hatte, diesen Vorsprung aber nicht über die erste Runde retten konnte. Eine völlig irre Serie legte IFK Helsinki hin. Die Hauptstädter, die seit dem Abgang von Jokerit in die russische KHL die Alleinunterhalter ihrer Stadt in der Liiga sind, gingen zum Auftakt bei Pelicans Lahti gleich mit 0:6 baden, um danach die Serie mit 4:2 (0:6, 3:2, 2:1, 3:1, 1:5, 2:1) für sich zu entscheiden. Eindrucksvoll auch Tappara Tampere. Der Champion der Jahre 2016 und 2017 gewann gegen Lukko Rauma mit 4:0 (3:2, 3:2, 3:2, 2:1), aber alle vier Spiele endeten mit nur einem Tor Differenz. Knapper und doch mit einem Sweep, so etwas sieht man nicht jeden Tag.

Wer wird in das Finale einziehen? Die beste Form hatten zweifellos die beiden Teams, die in der ersten Runde mit einem Sweep Eindruck geschunden hatten. Tappara Tampere traf auf HPK Hämeenlinna, blieb zum Auftakt mit 1:0 siegreich, um im zweiten Spiel in Hämeenlinna die erste Play-off-Niederlage beim 1:4 zu kassieren. Spiel drei ging mit 3:2 an Tappara, Spiel vier mit 2:1 an HPK. Die Entscheidung fiel in Spiel fünf, als Hämeenlinna in Tampere mit 3:2 siegreich blieb. Entscheidend an dem Tag war der gute Start der Gäste, denn HPK gelangen gleich im ersten Drittel alle drei Tore. Hochspannung dann noch einmal in Spiel sechs, das mit 4:3 an HPK ging. Allerdings hatten die Gastgeber auch eine Menge Glück, denn die Schiedsrichter versagten Tappara gleich zwei Tore. Im zweiten Halbfinale zeigte sich Kärpät Oulu zu stark für IFK Helsinki. Am Ende hatte sich Kärpät mit 4:2 (3:2, 2:3, 3:0, 0:2, 2:1, 3:0) durchgesetzt.

Das Spiel um den dritten Platz ging schließlich in der „Best-of-One-Serie“ mit 3:2 (0:0, 2:0, 0:2, 1:0) nach Verlängerung an Tappara Tampere gegen IFK Helsinki.

Der Favorit im Finale war natürlich der überlegene Hauptrundensieger Kärpät Oulu. Das Team aus der nordfinnischen Stadt startete auch gleich mit einem überzeugenden 4:1 gegen Hämeenlinna, musste aber in Spiel zwei mit 1:3 erkennen, dass das Finale kein Selbstläufer wird. Dann die absolute Überraschung im zweiten Heimspiel von Oulu. HPK zeigte sich als Meister der Effizienz und gewann mit 3:0, verlor aber den Vorteil gleich wieder, als Oulu mit 4:2 in Hämeenlinna gewann. Als Spiel fünf mit 2:0 an Oulu ging, da schien das Finale trotz der großartigen Gegenwehr von HPK entschieden, aber die HPK-Spieler dachten nicht ans Aufgeben. Vor 5500 fanatischen Fans nach vorne getrieben, gelang ihnen ein nicht für mögliches 1:0, wobei allerdings das Tor von Valtteri Puustinen in der 32. Minute nach toller Vorarbeit von Teemu Turunen eigentlich wegen Abseits nicht korrekt war. Aber den Fans war es egal, nachdem die Schiedsrichter das Tor trotzdem gaben. Schließlich musste Spiel sieben entscheiden und wieder führte Altmeister Hitchcock persönlich die Regie. Im ersten Drittel ging dabei Kärpät mit 1:0 in Führung. Das Tor erzielte Jasper Lidsten im Powerplay mit einem fantastischen Drehtor, das den finnischen Reporter ausrasten ließ. Jetzt führte der Favorit, aber HPK schlug zurück und in diesem Fall brachte der Vorlagengeber den besagten Reporter erneut fast um den Verstand. Puustinen bediente in der 36. Minute im Fallen den anstürmenden Arto Laatikainen und der Senior von HPK traf in seinem 1032. Spiel in der höchsten finnischen Liga zum 1:1-Ausgleich. Ein Tor, das die 2000 Fans auf der Fanmeile von Hämeenlinna ausflippen ließ, und es kam noch toller für HPK. In der 76. Minute bediente Markus Nenonen den 30-jährige Niclas Lucenius und der frühere DEL2-Spieler (2016/17) der Crimmitschauer Eispiraten bezwang Kärpäts Keeper Veini Vehviläinen mit einem durchaus haltbaren Tor zum 2:1-Endstand.

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