"Es war nicht einfach, sich als Italiener in der Schweiz durchzusetzen"Auf einen EISTEE mit: Diego Kostner

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Schon früh wurde der Südtiroler Stürmer in die Profi-Mannschaft geholt und konnte auch dort von sich zu reden machen. Die letzte Saison verlief unglücklich für Diego, längere Verletzungspausen zwangen ihn lange zum Zusehen. Diese Saison will der 23-jährige wieder voll angreifen, im Verein sowie auch in der Nationalmannschaft.

Hockeyweb: Diego du spielst seit der U20 in Lugano und bist mittlerweile seit neun Jahren in der Schweiz. Wie kam es damals dazu und wie geht es dir als Italiener in der Schweiz?
Diego Kostner: Mit 15 Jahren wollte ich es im Ausland probieren und weil viele Italiener immer nach Deutschland gingen, war das am Anfang auch mein Plan. Aber durch ein Turnier in Füssen, sah mich der Trainer der EHC Pikes und fragte mich, ob ich in die Schweiz wechseln möchte. Ich war gleich einverstanden und ging das Jahr darauf in die Schweiz. Ich spielte zwei Jahre bei den EHC Pikes Elite Novizen (U17), dann drei Jahre in Lugano Elite A (U20) und jetzt spiele ich seit fünf Jahren bei Lugano in der NLA. Es war nicht einfach sich als Italiener in der Schweiz durchzusetzen, aber es war immer mein Traum, Profieishockeyspieler zu werden.
Ist es dir möglich einen Vergleich zu ziehen zwischen dem Eishockey in der Schweiz und dem in Italien?
Ich denke in der Schweiz ist alles viel professioneller strukturiert, auch weil das Budget der Vereine viel höher ist. Und auch die Spielgeschwindigkeit ist höher.

Das „Tessiner Derby“ ist eines der bekanntesten Derbys in Europa, viele Eishockeyfans wollen es einmal live erleben. Wie erlebst du das auf dem Eis? Bekommst du die Stimmung und die Choreos mit?
Das „Tessiner Derby“ ist etwas einmaliges. Der ganze Kanton spricht schon eine Woche vor dem Spiel darüber und wir Spieler bekommen es das natürlich mit, dass das Derby für den ganzen Kanton nicht nur ein einfaches Spiel ist. Die Stimmung ist einmalig, es ist sehr schön das Derby zu spielen.
Du fällst in der Schweiz nicht unter die Ausländer-Regel, ist das für dich ein Vorteil?
Ja, sicher. Auch weil in der Schweiz jeder Verein nur vier Ausländer haben darf. Das ist natürlich ein Vorteil für die jungen Spieler. Man muss vier Jahre in der Jugend spielen, um die Lizenz zu bekommen.
In deinem dritten U20-Jahr durftest du bereits 35 Mal bei den „Großen“ ran und konntest immerhin vier Punkte holen. Wie schwierig war der Umstieg von der Jun. Liga in die NLA. Wie nervös warst du vor deinem ersten Spiel?
Es war ein großer Unterschied - Schnelligkeit, physisch und taktisch. Es gab viele Unterschiede, aber ich habe mich schnell daran gewöhnen können. Vor meinen ersten Spiel war ich sehr nervös, es war gegen die ZSC Lions, aber sobald du auf dem Eis bist, ist die Nervosität verschwunden.
Im gleichen Jahr wurdest du auch von Rick Cornacchia das erste Mal in die Nationalmannschaft berufen. Wie war das erste Spiel für dich?
Zum Ende Saison wurde ich in das Aufgebot der A Nationalmannschaft berufen und war sehr erfreut darüber. Allerdings hatte ich nicht allzu hohe Erwartungen auch zum Aufgebot der WM zu gehören. Es ist immer eine Ehre für der Nationalmannschaft zu spielen. Das erste Spiel war gegen Frankreich, es wahr sehr aufregend.
Im Jahr darauf wurdest du zum festen Bestandteil der Squadra Azzurra, Tom Pokel holte dich für die Olympia Qualifikation in Bietigheim, sowie zur B-WM nach Ungarn. Bist du bereits fester Bestandteil der Mannschaft? Wie waren die beiden Turniere für dich?
Tom Pokel hatte mir viel Vertrauen geschenkt und bot mich gleich für beide Turniere auf. In Bietigheim haben wir eine sehr gute Olympia Qualifikation gespielt, aber leider hat es am Ende nicht gereicht. Ich war sehr aufgeregt bei meiner ersten WM und versuchte in jeden Spiel mein Bestes zu geben. Am Ende stiegen wir wieder, zusammen mit Kasachstan, in die A Gruppe auf.
Mit deinen 23 Jahren gehörst du mittlerweile sogar zu den erfahren Spielern der Nationalmannschaft und durftest beim letzten Turnier das „A“ auf der Brust tragen. Wie siehst du selbst deine Rolle in der Mannschaft und wie findest du den Weg den Stefan Mair nun geht?
Ich fühle mich sehr geehrt das „A“ auf der Brust tragen zu dürfen. Ich denke, die Spieler mit mehr Erfahrung, müssen mit gutem Beispiel voran gehen. Auch, weil wir eine sehr junge Mannschaft haben. Ich denke, dass das der der richtige Weg ist. Vielleicht sieht man die Resultate noch nicht in einem Jahr, aber in der Zukunft.
Willst du irgendwann mal in Italien Eishockey spielen?
Ich weiß es nicht, momentan nicht, weil ich so lang wie möglich in der Schweiz bleiben will.
Machst du dir heute schon Gedanken über deine Zeit nach dem Eishockey?
Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, ich hoffe dass ich dafür noch lange Zeit habe.
Wärst du kein Profi geworden, was würdest du heute was machen?
Als Kind wollte ich immer Tischler werden.
Unsere Serie heißt „… auf einen Eistee mit:“ Welcher ist dein Lieblingseistee?
Nestea, Pfirsich-Eistee.

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