EHC Basel Sharks melden Konkurs anSchweiz: National League B

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Basel wurde in der letzten Saison Sechster der NLB und schied im Play-off-Viertelfinale aus. Zu den Heimspielen waren im Schnitt gerade einmal 1.381 von 6.612 möglichen Plätzen in einer der modernsten Eishockey-Arenen der Schweiz besetzt, doch das waren offensichtlich deutlich zu wenig. Nicht nur dadurch entstanden Jahr für Jahr große Defizite die ausgeglichen werden mussten. „2012 waren es 1,4 Millionen Franken, 2013 und 2014 lagen im selben Bereich“, weiß das Onlinemagazin tageswoche.ch zu berichten. Nach heutigem Tageskurs entspricht das etwa 1,15 Millionen Euro.

Im Laufe des Tages fand eine Pressekonferenz des Clubs statt. Verschiedene Medien waren anwesend und zitieren EHC-Verwaltungsrat Matthias Preiswerk (53). Dieser und seine Ratsmitglieder sahen sogar noch einen letzten Ausweg. So wollte der EHC die St.-Jakob-Arena von der Arena-Genossenschaft kaufen und diese selbst vermarkten. „Das hätte noch einmal Investitionen nötig gemacht,  aber wir sind uns sicher, dass wir schlussendlich Einnahmen in sechsstelliger Höhe hätten generieren können.“ Der Kauf ist jedoch nicht einfach zu realisieren.

Das Magazin Tageswoche beschreibt die schwierigen Verhältnisse, die durch den gemeinsamen Bau der Arena durch die Kantone Basel-Stadt, Baselland, verschiedene Gemeinden und private Investoren entstanden sind. In dem Bericht heißt es: „Deshalb hätte der EHC die Einwilligung der beiden Regierungen gebraucht, um eine Übernahme der Halle von der Eigentümerin, der Stadiongenossenschaft, verhandeln zu können.“ Preiswerk berichtet, dass es aus Liestal (Baselland / Anm. des Autors) positive Signale gab, „aber aus der Stadt (Basel / Anm. des Autors) wurden wir nur per Mail an die Verwaltung der St. Jakobshalle und an das Finanzdepartement verwiesen. Eine offizielle Antwort hat uns nie erreicht.“

Der Basler Regierungsrat und Sportminister Christoph Eymann (63) widerspricht Preiswerks Darstellungen und sagt gegenüber der Basler Zeitung: „Diese Darstellung ist falsch. Wir waren gesprächsbereit und haben dies dem Verein auch mitgeteilt. Aber da in diese Halle einst öffentliche Gelder eingeschossen wurden und diese allen Nutzern der Halle zugute kommen, kann nicht von heute auf morgen eine Stellungnahme erwartet werden. Wenn solche Geschäfte anstehen, ist es unsere Pflicht, diese transparent zu behandeln. Auch, weil wir die Sportstätte stets großzügig unterstützt haben.“

Problematisch für die Sharks ist wohl auch die geographische Nähe zum St. Jakob-Park, die Heimspielstätte des in der Fußball-Champions-League spielenden FC Basel. Sie ist nur etwa 300 Meter entfernt. Auch die Sponsorenlandschaft stellte sich entsprechend schwierig dar. So plaudert Matthias Preiswerk aus dem Nähkästchen. Bei einem Marketingmanager einer Basler Firma sei er abgeblitzt, „weil wir ein Verlierer-Image haben und man ein Engagement bei uns den Aktionären nicht vermitteln könne“.

Was mit der für 25 Millionen Franken (etwa 20,55 Mio. Euro) erbauten Halle in Zukunft geschieht, sagt Eymann  gegenüber der Tageswoche: „Das ist die Aufgabe der Genossenschaft, die vermutlich auf uns zukommen wird. Der Kanton hat ganz klar kein Interesse daran, die Vermarktung der Halle zu übernehmen. Ich hoffe, dass die Halle weiter dem Eissport erhalten bleibt, diese Eisfläche wird benötigt.“

Die Spieler und Mitarbeiter der Sharks wurden heute über den Konkurs informiert und freigestellt. Für diese ist die Situation natürlich der Worst Case. Seit wenigen Tagen befindet man sich in der Saisonvorbereitung und steht von jetzt auf gleich ohne Club, Arbeitsplatz und Einkommen da.

Verwaltungsrat Matthias Preiswerk kommentiert die Situation mit den Worten: „Dieser Markt reagiert so rasch. Ich gehe davon aus, dass die meisten einen neuen Club finden werden.“ Doch ob dies wirklich so schnell von statten geht, darf bezweifelt werden. Denn viele Agenten befinden sich zurzeit in Amerika und warten gespannt auf den am Freitag startenden NHL Entry Draft.  Auch Spieler Louis Heinis sieht die Lage nicht einfach. Gegenüber der Tageswoche meint er: „Jetzt, Ende Juni, sind die Kader doch voll.“ Seine Gefühlslage beschreibt er mit den Worten: „Derzeit fühle ich eine Mischung aus Leere und Aggression. Ratlosigkeit sagt man da wohl.“ Und später im Bericht sagt er: „Die meisten von uns sind doch noch jung. Es ist ja nicht so, dass wir hier das große Geld verdient hätten. Die meisten konnten sich gerade noch so durchschleichen.“ Am schnellsten einen neuen Arbeitgeber dürfte der kanadische Flügelstürmer Kyle Greentree finden. Er kam letzte Saison in insgesamt 47 Spielen auf 23 Tore und 43 Vorlagen. Er könnte vielleicht sogar für den ein oder anderen DEL-Club interessant sein.

Einen Mini-Lichtblick gibt es für das Baseler Eishockey jedoch. Der Stammverein EHC Basel/Kleinhüningen existiert weiter und wird eine Mannschaft in der 1. Liga (Dritte Schweizer Liga) stellen.

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