Die Capla-Story: „Erfolg macht man nicht alleine“Ex-Freezers-Manager

Boris Capla war zuletzt für Piráti Chomutov tätig. (Foto: Imago)Boris Capla war zuletzt für Piráti Chomutov tätig. (Foto: Imago)
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Nachdem er 2002 mit den Münchnern nach Hamburg zog (unter dem neuen Namen Hamburg Freezers) und acht Jahre in der Hansestadt blieb, ist es etwas ruhiger um Capla geworden. Zu Unrecht: Von 2014 bis 2016 war er für den tschechischen Klub Piráti Chomutov tätig und stellte dort sein gutes Händchen erneut unter Beweis.

„Ich wurde von dem Klub schon in der Saison 2012/13 angesprochen. Damals sah es für den Verein sportlich nicht gut, sie sind in die zweite tschechische Liga abgestiegen.“ Davon ließ sich Capla jedoch nicht abschrecken: „Für mich war es schon immer eine große Herausforderung, im Ausland zu arbeiten. Außerdem spreche ich die Sprache, deshalb hatte es für mich auch gepasst.“

Mit Caplas Amtsantritt 2014 hatte die sportliche Talfahrt Chomutovs ein Ende. Dem Klub gelang der Wiederaufstieg in die Extraliga, in dieser Saison nahm der Aufsteiger sogar an den Play-offs teil (das Aus folgte im Viertelfinale gegen Liberec).

Capla der Erfolgsgarant? „Sowas macht man nicht alleine – alle Spieler und Trainer sind dafür verantwortlich. Wir haben es einfach geschafft, ein gutes Team zusammenzustellen. Wir haben beispielsweise einen renommierten Trainer (Vladimir Ruzicka, d. Red.) geholt“, so Capla. Das war jedoch nicht die einzige Veränderung: „Im Bereich Scouting haben wir die Vorgehensweise verändert. Und auch die Zielsetzung des Vereins und die damit zusammenhängende Prämienverteilung haben sich gewandelt.“

Die Saisonvorbereitung abseits der Eisfläche lief ebenfalls anders ab, denn „die Spieler mussten mehr Eigenverantwortung übernehmen.“ Außerdem habe man bei Chomutov ausländische Spieler eher zur punktuellen Verstärkung geholt, nicht als Leistungsträger.

Ein Konzept, das offenbar funktioniert. Sogar das Ausscheiden im Play-off-Viertelfinale schmerzte nicht allzu sehr, war es doch der „größte Erfolg“ in der Geschichte Chomutovs: „Eigentlich war uns das frühe Aus sogar sehr willkommen. In den letzten Jahren zog sich die Saison immer lange in den April hinein (durch die Abstiegs- und Aufstiegsspiele, d. Red.). So kann man sich besser auf die kommende Saison vorbereiten, die Dinge entspannter angehen.“

Eine Saison, die auf jeden Fall ohne den Topscorer der Extraliga Roman Cervenka stattfinden wird. Der Tscheche erzielte für Chumutov in der Hauptrunde 23 Tore und 38 Assists. In der kommenden Spielzeit wird der 30-Jährige jedoch für den Schweizer Klub HC Fribourg-Gottéron auflaufen. „Roman hat hier einen fantastischen Job gemacht, er ist ein Top-Profi, einer der besten Spieler, mit denen ich zusammen arbeiten durfte. Er gehört an die Spitze. Und dazu zählt nunmal auch die Schweizer Liga (NLA). Er hat einfach eine neue Herausforderung gesucht.“ Geld wird dabei sicher auch eine Rolle gespielt haben.

Aber nicht nur auf Cervenka muss der tschechische Klub demnächst verzichten, auch auf Capla selbst. Der bereitet die kommende Saison zwar noch vor, strebt danach aber neue Herausforderungen an und vor allem eine Familienzusammenführung: „Mir macht die Arbeit im Ausland Spaß. Allerdings ist meine Priorität erst einmal meine Familie, von der ich seit zwei Jahren getrennt lebe (seine Frau und Zwillinge leben noch in Hamburg, d. Red.).“

Wohin es Capla verschlagen wird, ist noch unklar. Momentan arbeitet er an einem Buch über Talentsichtung und -förderung. Nach der Fertigstellung könnte er sich ein Engagement in der schwedischen Liga vorstellen.

Romy Srocke

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