Das Ende einer Legende - CSKA schiebt Viktor Tichonov zum Nationalteam ab

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Der russische Rekordmeister CSKA Moskau hat seinen Trainer Viktor Tichonov „standes-gemäß“ vom Dienst entfernt. Ab der nächsten Saison ist der erfolgreichste Klub- und Nationaltrainer der Welt nicht mehr für den Armeeklub tätig. Oberst a.D. Viktor Tichonov wird sich künftig nur noch um seine Aufgabe als Trainer der russischen Nationalmannschaft kümmern, lautete die eher etwas peinlich wirkende Begründung der Entlassung des seit 1976 in CSKA-Diensten stehenden Eishockeylehrers. 13 Landesmeistertitel und 13 Europacupsiege holte CSKA unter der Regie von Viktor Tichonov.

Der Altmeister unter den Trainern war als Spieler keine besondere Leuchte. Er agierte als Verteidiger und startete seine Karriere 1945 im Nachwuchs von CSKA Moskau. Nach einem Jahr wurde er, weil „ körperlich zu schwach“ zum Nachbarklub Burevestnik abgeschoben.

1948 bis 53 verteidigte er dann für VVS Moskau und wechselte dann zum Erstligisten Dynamo Moskau. Dort wurde er auch einmal für das Nationalteam nominiert und bestritt ein Länderspiel für die UdSSR. Nach 296 Ligaspielen in denen er 35 Tore erzielte, beendete er seine aktive Tätigkeit als Eishockey-Milizsoldat von Dynamo.

Erste Trainerstation von Viktor Tichonov war das Knabenteam von Dynamo. Bald wurde er Assistent des legendären Arkadij Chernytschev, der das Talent des zaundürren, aber vor Ehrgreiz brennenden Mannes erkannte. 1968 startete er dann seine beispiellose Karriere als Cheftrainer bei Daugawa (später Dynamo) Riga. Er ließ seine Cracks Basketball spielen und übertrug die Spielzüge dann auf Eishockey. Sein Motto: Wenn wir mehr trainieren als die anderen, sind wir auch besser! Wer nicht mitmachte, wurde ausgemustert.

1976, nach beachtlichen Erfolgen in Riga, holte ihn CSKA in die Hauptstadt nach Moskau.

Fast gleichzeitig übernahm er die Sbornaja, das Nationalteam der UdSSR. Stars wie Torhüter Vladislav Tretjak, die Verteidiger Vyacheslav Fetisov und Alexej Kasatonov und der Wundersturm mit Sergej Makarov, Igor Larionov und Vladimir Krutov waren seine Lehrlinge.

Neben 13 Landesmeister-Titeln und 13 Europacupsiegen mit CSKA, war Viktor Tichonov

1984,1988, 1992 und nach einer Kurzen Pause, auch 1994 mit dem Nationalteam Olympia-sieger. Hinzu kamen noch acht Weltmeister und zehn Europameistertitel, sowie 1981 der Sieg im Canada-Cup. Viktor stieg zum Oberst der Roten Armee auf und überlebte im Rahmen der politischen Wende auch einen Spieleraufstand seiner CSKA-Cracks. Die wehrten sich gegen die Gewaltmethoden des Herrn Oberst, der seine „Untergebenen“ elf Monate im Jahr zum Eishockey verdonnerte.

Er überstand auch die Wende im Klubleben von CSKA. Der Armeeklub wurde privatisiert und später wieder neu in die Armee eingegliedert. Viktor Tichonov war einige Jahre Trainer und Präsident des Klubs. Aber die Titel blieben aus. CSKA spielte im Mittelfeld oder kämpfte gegen den Abstieg. Tichonov hatte die Macht verloren. Die Macht jeden guten Spieler aus dem Riesenreich zu CSKA zu delegieren. Er überlebte auch eine erste Entlassung wegen Erfolglosigkeit in den 90er Jahren. Aber er kam immer wieder zurück. CSKA war sein Leben.

Angebote aus Übersee lehnte er ab. Er wusste genau, dass die NHL-Profis seine Methoden nicht mitmachen würden.

2003 kam noch einmal die Berufung zum Nationaltrainer. Er gewann eine Kampfab-stimmung im Verband gegen den Mitbewerber Valeri Belousov mit 17:10 Stimmen.

Und nun im April 2004 das Aus bei CSKA. Den Kluboberen reichte der zehnte Platz in der Meisterschaft 2003/04 nicht. Man will mehr – und das künftig ohne Viktor Tichonov.

Der am 4. Juni 1930 geborene, nun schon fast 74-jährige Moskauer ist jetzt „nur“ noch für das Nationalteam zuständig, das er derzeit auf die Weltmeisterschaft in Prag vorbereitet.

Der alte Mann sucht noch einmal den internationalen Erfolg. Sein langjähriger Freund und Rivale bei WM-Turnieren, Altbundestrainer Xaver Unsinn konstatierte: „Ich wünsche dem Viktor alles Gute. Ich freue mich für ihn. Er ist für sein Alter noch topfit und wird noch einiges bewegen.“ (Horst Eckert)

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CHL PlayOffs

Dienstag 12.11.2019
Skellefteå AIK Skellefteå
3 : 3
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Färjestads BK Färjestad
6 : 3
Frölunda HC Frölunda
Tappara Tampere Tampere
3 : 3
EV Zug Zug
HK Junost Minsk Minsk
2 : 3
EHC Red Bull München München
HC Plzeň 1929 Plzeň
1 : 2
Lausanne HC Lausanne
Augsburger Panther Augsburg
2 : 2
EHC Biel Biel
SC Bern Bern
0 : 3
Luleå HF Luleå
Mittwoch 13.11.2019
Mountfield HK Hradec Králové
1 : 0
Adler Mannheim Mannheim