Neue Schwedenhappen (6)Die Eishockey-WM aus einem anderen Blickwinkel

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Donnerwetter!

Da staunt der Fachmann, und der Laie wundert sich. In der letzten IIHF-Broschüre war unter zahlreichen interessanten Beiträgen auch zu lesen, dass die Anzahl der Mitglieder verschiedener Komitees auf 146 Personen aus 41 verschiedenen Ländern angewachsen ist. „Ein erstaunlicher Wasserkopf!“, schüttelte einer der anwesenden Kollegen den Kopf. Zum Vergleich: ein Internetzugang kostet schlappe 150 Euro. Ein Narr, der jetzt auch noch Böses denkt. Immerhin: mit Philippe Bozon (Frankreich), Sean Burke (Kanada), Sergej Fjodorow (Russland) und Jaroslav Spacek (Tschechien) gehören international bekannte Ex-Akteure zur Athletic-Kommission, die von Wladislaw Tretjak präsidiert wird.

Schweiz und Deutschland „Tabellenführer“

Nicht nur bei der diesjährigen WM, sondern auch in puncto Zuschauergunst behaupten sich die Eidgenossen. Im Durchschnitt passierten 6.620 Besucher die Eingangstore der Nationalliga A. (Zum Vergleich: in der NHL wurden 17.703, in der AHL 5.626 Besucher gezählt). An zweiter Stelle folgt die DEL mit 6.172 Fans. Den dritten Platz nimmer die KHL (6.106) ein. In der „Vereinswertung“ liegt nach wie vor der SC Bern (16.330) vor dem weißrussischen KHL-Team Dynamo Minsk (14.299!) in Führung. Dritter ist der Deutsche Meister Eisbären Berlin (14.034) vor den Kölner Haien mit 12.199 Zuschauern. Die Adler Mannheim landeten auf Rang Nummer 6. Somit befinden sich drei DEL-Teams unter den ersten Sechs. – Eine Sonderstellung nimmt Tschechiens Hauptstadt Prag in Europa ein. Der neugegründete KHL-Klub Lev (Löwe) Prag kam mit 7.161 Besuchern auf Anhieb auf Platz 18, sieben Ränge vor dem Lokalrivalen Sparta (6.445), während es Slavia (4.747) immerhin noch auf Platz Nummer 66 bringt.

Service nimmt ab

Irgendwie hat man den Eindruck, dass der Service im Pressezentrum nicht mehr richtig stimmt. Dabei hatten die Schweden doch in der Generalprobe, als sie im Vorjahr der „Junior-Partner“ der Finnen waren, alles abstellen können, was Anlass zu einer Beschwerde hätte führen können. Nehmen wir die Fächer, in denen alle möglichen Statistikwerte aufgeführt sind. Diese reichen nicht aus, um jede Rubrik separat zu führen. Stattdessen wurden die wichtigsten, nämlich die Scorer- sowie die Torschützenlisten im wahrsten Sinne des Wortes in einen Topf geworfen. Leider sind die Blätter höher als der für sie vorgesehene Platz. Das heißt, dass bei einem Missgriff das Papier wieder mühselig in die Fächer gelegt, besser hineingepfercht, werden muss. Die primitiven Fächer aus Pappe sehen ohnehin aus, als wären sie von Kindern im Vorschulalter gebastelt worden.

Den freundlichen Mitarbeiterinnen kann schwerlich ein Vorwurf gemacht werden, bemühen sie sich doch nach Kräften, allen Wünschen gerecht zu werden. Und nicht zu vergessen ist das hübsche Mädchen in der Skoda-Ecke, das verloren herumsteht und mit der Freizeit auch nicht so recht weiß, was es anfangen soll. Ein Tisch mit vier Stühlen verliert sich dort, wo sich im Vorjahr die Kollegen zu einem Kaffeepäuschen und -pläuschchen (neuhochdeutsch: small talk) zusammen fanden und wo sich der Hauptsponsor präsentierte. Heute haben die Verantwortlichen ein paar Tische mit Stromanschluss hineingestellt und diese Ecke quasi zum Pressezentrum No. 3 umfunktioniert.