Neue Schwedenhappen (3): Tre Kronor im HalbfinaleKanada – Schweden 2:3 n.P. - Mit Galerie

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Als der kanadische Stürmer Jordan Eberle bei seinem zweiten Penaltyversuch (den ersten hatte er als einziger Kanadier verwandelt) an dem überragenden Schweden-Goalie Jhonas (so heißt der Bursche wirklich) Enroth scheiterte, war die Entscheidung zugunsten der Hausherren, die in diesem Match als Gäste auftraten, gefallen. Denn zuvor hatte Fredrik Pettersson Penalty Nummer vier für die Blau-Gelben versenkt. Damit ist das Nordlandduell Schweden – Finnland perfekt, während sich in der anderen Vorschlussrundenpartie die Schweiz und die USA gegenüber stehen.

Das Spiel begann vor guter, jedoch nicht ausverkaufter Kulisse temperamentvoll. Schweden beherrschte zwar die Anfangsphase, aber erst ab der 9. Minute wurden die Aktionen der Gastgeber zwingender. Die große Chance zur Führung hatte Johan Fransson. Anstatt zu schießen misslang ihm ein Pass zu einem mitgelaufenen Teamkameraden. Anschließend versuchte sich Henrik Tallinder mit einem Schlagschuss. Mike Smith im Kasten der  Ahornblätter hatte zwar Mühe; auf der Anzeigetafel war jedoch nichts Neues zu lesen. Die erste Chance für Kanada überhaupt hatte Matt Duchene. Offenbar war der Mann aus Übersee selbst zu überrascht. Er wusste mit der sich bietenden Möglichkeit einfach nichts anzufangen.

Tumulte dann zwei Minuten später. Schwedens Verteidiger Alexander Edler war mit Kanadas Kapitän Eric Staal zusammengeprallt. Der Kanadier blieb liegen, hielt sich das Knie und krümmte sich vor Schmerzen. Erst nach längerer Diskussion entschieden die Unparteiischen unter wütenden Protesten der Zuschauer auf vorzeitiges Duschen für den Schweden. Zunächst hatte der unmittelbar am „Tatort“ befindliche Schiedsrichter keine Anstalten getroffen, überhaupt auf Foul zu entscheiden. Kanada schlug aus der Überzahl kein Kapital. Ein Schlagschuss von Stéphane war alles, was die Nordamerikaner zu Stande brachten. Es kam für Kanada noch schlimmer, denn nach einem Foul von Andrew Ladd war die Powerplay-Chance vertan.

So dachten die meisten Zuschauer zumindest. Doch gerade, nachdem der Aufenthalt in der Kühlbox für Ladd beendet war und die Fünfminutenstrafe für Schweden ganze sieben Sekunden noch dauerte, inszenierte genau dieser Ladd einen Angriff. Ein verdeckter Schlagschuss bedeutete die Führung für Kanada. Im kompletten Mitteldrittel, in welchem die Kanadier das Match ausgeglichen gestalteten und sogar größere Spielanteile verzeichneten, hatten beide Torhüter reichlich Gelegenheit, ihr Können zu demonstrieren. Da hatte Steven Stamkos in der 26. Minute das 2:0 nach einem Solo auf dem Schläger, scheiterte jedoch an Enroth. Zwei Minuten später zielte Matt Duchene zu hoch. Außerdem war dieser Abschnitt von vielen kleinen und auch größeren Reibereien geprägt. Pech für Kanada, dass der Schlagschuss vom kanadischen Verteidiger Subban nach Entscheidung des Supervisors erst nach Ertönen der zweiten Pausensirene den Weg in den Kasten fand.

Der dritte Abschnitt brachte viel Aufregung. Denn zwei Überzahlhämmer à la Christian Ehrhoff drehten den Spielstand zugunsten der jetzt frenetisch angefeuerten Tre Kronor. Die Ahornblätter antworteten mit dem Gleichstand, als wiederum Ladd blitzschnell zum Ex-Eisbären Claude Giroux passte und dieser vollendete. Kanada beherrschte in den letzten Minuten der regulären Spielzeit zwar Gegner und Scheibe, kam jedoch zu keinem weiteren Treffer. Auch die Verlängerung brachte nichts.

Tore: 1:0 (20;45) Stamkos (Robidas, Ladd – 5:4), 1:1 (45;41) Danielsson (H. Sedin, D. Sedin – 5:4, 1:2 (49;35) Danielsson (D. Sedin, H. Sedin – 5:4), 2:2 (50;50) Giroux (Ladd), 2:3 (70;00) Pettersson (Penalty). – Zuschauer: 11.153. – Strafminuten: Kanada 8, Schweden 4 + 5 + Spieldauer Edler. – Schiedsrichter: Bulanow (RUS), Rönn (FIN).

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