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Nach Viertelfinalsieg gegen Schweden

Goldtraum lebt weiter: Die Schweiz ist keine Cinderella-Story mehr

Lesedauer: 2 Minuten
Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft begeistert ihre Fans.
Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft begeistert ihre Fans. (Foto: dpa/picture alliance/Keystone)

Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft steht nach acht Spielen und acht Siegen im WM-Halbfinal. Diese Bilanz ist außergewöhnlich, wirkt im Verlauf dieses Turniers aber nicht zufällig. Die Schweiz hat sich bislang als konstante, gut organisierte und belastbare Mannschaft präsentiert.

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Der Viertelfinal gegen Schweden war dabei ein wichtiger Prüfstein. Nicht nur, weil Schweden zu den großen Eishockeynationen zählt, sondern weil solche „Do-or-Die“-Spiele zeigen, wie reif ein Team unter Druck tatsächlich ist. Die Schweiz bestand diese Prüfung mit einer Leistung, die weniger von einzelnen Höhepunkten als von Kontrolle, Geduld und mannschaftlicher Geschlossenheit geprägt war. Auffällig ist die Balance im Schweizer Spiel. Die Mannschaft verteidigt konsequent, hält die Räume eng und arbeitet mit hoher Disziplin gegen den Puck. Gleichzeitig verfügt sie über genügend Tempo und Qualität, um offensiv gefährlich zu bleiben. Diese Kombination macht die Nati in diesem Turnier schwer auszurechnen.

Ein weiterer Faktor ist die Breite des Kaders. Roman Josi bleibt als Captain und Führungsspieler zentral, doch die Schweiz ist nicht von ihm allein abhängig. Über alle Linien hinweg übernehmen Spieler Verantwortung. Das zeigt sich in der defensiven Arbeit ebenso wie in den entscheidenden Offensivaktionen. Auch mental wirkt die Mannschaft gefestigt. Rückschläge, Unterzahlsituationen oder Phasen mit hohem gegnerischem Druck bringen sie bislang kaum aus der Ordnung. Die Schweiz reagiert nicht hektisch, sondern bleibt bei ihrer Struktur. Gerade das unterscheidet Titelkandidaten von Teams, die nur von einzelnen Momenten leben.

Das Heimturnier verleiht dieser Entwicklung zusätzliche Bedeutung. Die Atmosphäre in Zürich ist spürbar ein Faktor, ohne dass die Mannschaft davon abhängig wirkt. Dass Roger Federer vor dem Viertelfinal in der Garderobe die „Starting Six“ verlas und die Mannschaft einschwor, verlieh dem Abend zusätzlich Symbolkraft. Eine Schweizer Sportikone traf auf ein Team, das selbst daran arbeitet, sportliche Geschichte zu schreiben.

Mit Norwegen wartet im Halbfinal ein Gegner, der zu den Überraschungen dieses Turniers zählt. Für die Schweiz verändert sich damit die Rolle. Nach dem Sieg gegen Schweden steht sie nun nicht mehr vor allem als Herausforderer da, sondern als Favorit. Genau darin liegt die nächste Aufgabe. Norwegen wird mit Energie und wenig Druck antreten. Die Schweiz muss deshalb dieselbe Ernsthaftigkeit zeigen wie gegen die großen Namen. Der Weg zum Titel führt nicht nur über herausragende Einzelspiele, sondern über Konstanz bis zum letzten Turniertag. Die Schweiz hat sich diesen Halbfinal nicht erspielt, um zufrieden zu sein. Sie hat sich in die Position gebracht, ein historisches Turnier zu vollenden. It’s still time to shine!

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