Franz Reindl: "Wir haben vier Jahre verloren"Der DEB-Präsident zieht ein Fazit zur Eishockey-WM

Franz Reindl - Foto: Carsten Schürenberg www.stock4press.deFranz Reindl - Foto: Carsten Schürenberg www.stock4press.de
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Zudem wurde es durch die Platzierung verpasst, das Heimrecht für eines der Qualifikationsturniere zu den Olympischen Winterspielen 2018 in Südkorea zu sichern. Nach dem letzten Spiel gegen Österreich stand DEB-Präsident Franz Reindl für ein Gespräch zur Verfügung.

Frage: Herr Reindl, wie fällt Ihr Fazit nach dieser WM aus?

Franz Reindl: Wir haben uns gegenüber 2014 besser platziert. Vielleicht wäre mehr drin gewesen, aber das Team musste sich erst finden, da neun Spieler aus dem Finale um die deutsche Meisterschaft sehr spät dazu gekommen sind. Zudem waren wir die einzigen, die sieben Spiele in zehn Tagen bestreiten mussten. Alle anderen hatten dafür elf Tage Zeit. Daher waren am Ende die Oberschenkel dick und es war nicht mehr genug Sprit im Tank.

Frage: Dennoch ist seit dem bislang letzten Viertelfinaleinzug 2011 in Bratislava ein Abwärtstrend zu beobachten...

Reindl: Weil viele Entscheidungen getroffen wurden, die nicht in Ordnung waren. Die Ära von Trainer Uwe Krupp zu beenden, der uns 2010 bei der Heim-WM ja sogar ins Halbfinale geführt hat, war ein Fehler ohne jede Not. Dazu ist der Posten des Sportdirektors nicht besetzt worden. Das geht gar nicht. Wenn Sie sehen, was Ernst Höfner da jetzt alles erledigt, dann merken sie sehr schnell, dass dies von den Trainern Jakob Kölliker und Pat Cortina neben der Arbeit mit der Mannschaft nicht auch noch übernommen werden konnte. Wir haben vier Jahre verloren.

Frage: Wie lange wird es brauchen, um sie aufzuholen?

Reindl: Auf internationalem Niveau zehn bis zwölf Jahre. Daher hoffe ich, dass 2015 den Wendepunkt bedeutet. In die Gremien sind neue Leute gewählt worden, die Änderungen in die Wege geleitet haben. Die Basis ist gelegt, um nach vorne schauen zu können.

Frage: Wird dies auch mit einem neuen Bundestrainer geschehen?

Reindl: Das werden wir nächste Woche bekannt geben. Zunächst einmal muss ich meinen Hut vor Pat Cortina ziehen. Er hat im Team für guten Geist und prima Stimmung gesorgt sowie mit seinen Assistenten Jeff Tomlinson und Geoff Ward die Aufgabe hier in Prag gelöst. Nun gilt es, für das deutsche Eishockey das beste zu machen.

Frage: Was allerdings zwingend einen langfristigen Vertrag mit dem Bundestrainer bedeuten muss, oder?


Reindl: Ja, da haben Sie absolut Recht. Die Zusammenarbeit muss mindestens über zwei, besser sogar über drei Jahre laufen. Wir stehen schließlich vor großen Meilensteinen. Bei der WM 2016 in Russland können wir nicht absteigen, weil wir ein Jahr später WM-Gastgeber sind. Da gilt es, sich ohne Druck einzuspielen, um dann im September 2016 die Olympia-Qualifikation zu schaffen und bei der Weltmeisterschaft 2017 im eigenen Land eine gute Rolle zu spielen. Für diese Ziele müssen die Personalien im Trainerteam hundertprozentig passen.

Frage: Die Personalien im Kader aber auch. Es hagelt immer wieder Absagen...

Reindl: In dieser Hinsicht wartet ebenso viel Arbeit auf den Bundestrainer, wer immer es sein wird. Wir möchten die Spieler natürlich gerne emotional an uns binden, aber das ist sehr schwer. Die Belastung der Profis ist groß. Sechs Klubs aus der DEL spielen bereits im August Champions League, Mannheim nimmt dazu im Dezember am Spengler-Cup in Davos teil. Bei den NHL-Akteuren ist es noch schwieriger, denn sie müssen ja auch immer sehr weit reisen. Druck können wir da nicht ausüben, die Spieler müssen von sich aus bereit sein.

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