Was macht eigentlich... Marcel Rodman?Spieler, Trainer, Funktionäre von einst

Marcel Rodman im Trikot der Bietigheim Steelers. (Foto: picture alliance/Pressefoto Baumann)Marcel Rodman im Trikot der Bietigheim Steelers. (Foto: picture alliance/Pressefoto Baumann)
Lesedauer: ca. 7 Minuten

Hockeyweb: Herr Rodman, wie geht es Ihnen und was machen Sie gerade?

Rodman: Gut, danke, ich bin in meinem Ferienhaus in den Bergen, oberhalb von Jesenice. Ich habe es mir vor einiger Zeit gekauft und es ist ein bisschen weiter weg von Allem, denn hier sehe ich nur Menschen, wenn ich ins Büro gehe oder Essen einkaufe.

Hockeyweb: Sie haben vor zwei Jahren Ihre Karriere beendet und danach als Assistenz-Trainer in Zagreb und als Chef-Trainer in Ungarn gearbeitet. Aktuell sind Sie bei Ihrem Heimatklub in Jesenice (Slowenien) tätig: Was genau machen Sie dort?

Rodman: Als ich meine Karriere beendete, war ich mir zunächst nicht sicher, ob das der richtige Zeitpunkt war. Dann bekam ich einen Anruf aus Zagreb, um als Assistenztrainer und auch Assistent in der Organisation zu arbeiten: Der Arbeitstitel war nicht wirklich klar, aber ich hatte Arbeit auf dem Eis und im Büro. Kurz darauf hatte ich die Chance, als Head-Coach zu Hause in Jesenice zu arbeiten und das habe ich wirklich sehr genossen, bis ich ein Angebot aus der Slowakischen Liga bekam, um bei Jegesmedvek als Cheftrainer zu arbeiten - bis wir ein paar Spiele verloren. Das Management dachte, es sei besser, einen anderen Weg einzuschlagen und ersetzte mich, denn als Trainer bist Du immer zuerst schuld, dennoch war es eine tolle Erfahrung. Für mich ergab sich dann ein Job als Sportdirektor in Jesenice Ende Januar und das war genau das, was ich machen wollte, denn ich mag die Aufgaben dort sehr und genieße es sehr.

Hockeyweb: In der jetzigen Corona-Zeit ist es besonders schwer, eine Hockey–Saison zu planen. Glauben Sie, dass man die Saison starten kann und wie planen Sie?

Rodman: Niemand weiß etwas Genaues und was als Nächstes passiert, aber ich bin hier aufgewachsen und kenne den Klub und die Strukturen. Wir als Klub haben uns dazu entschieden, jetzt zu planen und wollen bereit sein, wenn es wieder los geht. Denn wenn wir warten, um zu sehen, was passiert, ist es vielleicht schon zu spät. Deswegen planen wir so, dass wir im August starten können. Wir schauen uns Spieler an, nehmen diese auch unter Vertrag, auch mit einer Vertragsklausel, falls sich etwas ändert. Alle Verträge enthalten eine Versicherung und dafür zeigen auch alle Spieler und Trainer Verständnis.

Hockeyweb: Sie haben oft und auch lange mit Ihrem Bruder David Rodman zusammengespielt. Ist es möglich, Sie beide wieder zusammen als Team zu sehen?

Rodman: Wir sprechen viel und oft miteinander, momentan weiß er noch nicht, wie es mit seiner Karriere weitergeht. Er kennt aber unsere Situation in Jesenice und ich denke, wir haben nicht das Geld, das er verdient, um Ihn hierher zu holen. Wir werden sehen, was passiert. Kurzfristig werden wir ihn nicht verpflichten, aber für die Zukunft sind noch alle Optionen offen.

Hockeyweb: Ich erinnere mich noch an einen Penalty-Shot gegen Schwenningen in Spiel 5 der Finalserie 2013 – war das Ihr wichtigstes Tor und welche Erinnerungen haben Sie daran?

Rodman: Oh ja, ich erinnere mich. Nie habe ich jemals so gejubelt. Diese Serie war jedenfalls etwas ganz Besonderes, wir hatten eine gute Hauptrunde, doch in die Finalserie sind wir sehr schlecht gestartet. Mein Bruder und ich waren beide verletzt, selbst unser Torhüter fehlte verletzt. Aber wir hatten eine tolle Truppe zusammen. Klar, ich erinnere mich gut und gerne daran, aber ob es mein Wichtigstes war? Ich habe viele Tore erzielt, auch bei den Olympischen Spielen und den Weltmeisterschaften für Slowenien, an die ich mich auch alle erinnere und auf die ich sehr stolz bin, aber Bietigheim war wirklich sehr besonders.

Hockeyweb: Krefeld, Bietigheim, Schwenningen, Dresden und Bad Tölz: Was sind Ihre besten Erinnerungen an die Zeit in Deutschland und stehen Sie noch in Kontakt mit Ihren früheren Klubs?

Rodman: Die Zeit in Krefeld ist natürlich jetzt lange her, 16 Jahre schon, da hat sich natürlich viel verändert. Auch aus der Zeit von damals ist natürlich jetzt keiner mehr da. Schwenningen, Bietigheim, da gibt es viele Spieler, Trainer oder Manger, mit denen ich noch in Kontakt bin - Doch an meine Zeit in Deutschland habe ich sehr gute Erinnerungen: Bietigheim und Dresden waren besonders. Mein Leben in Dresden habe ich sehr geliebt und habe dort viele tolle Menschen kennengelernt; wie eigentlich überall, wo ich gespielt habe. Wenn ich könnte, würde ich gerne mehr Zeit verbringen an den Orten, wo ich war, auch in Österreich. Und wenn Corona vorüber ist, hoffe ich, diese auch alle wieder zu besuchen.

Hockeyweb: In einem Vorbereitungsspiel der Dresdner Eislöwen gab es einen Check von David Wolf. Dieser endete mit einer schweren Verletzung und dem Saisonaus. Wie sind Sie damit umgegangen und gab es auch Gedanken an ein Karriereende?

Rodman: Das war offensichtlich sehr unglücklich. Als das passierte, konnte ich weder meine Arme noch meine Beine spüren und war sichtlich verstört. Sie brachten mich ins Krankenhaus und der Arzt versuchte Einiges und ich meinte, ich verpasse ein paar Spiele und wollte so schnell es geht wieder spielen. So denkt jeder Hockeyspieler. Die Ärzte aber sagten, es sei meine Entscheidung, doch um weiter zu spielen, musste ich mich einer Operation unterziehen oder aufhören. Doch das wollte ich zu dieser Zeit auf keinen Fall tun, denn das slowenische Team stand kurz vor den Olympischen Spielen und da wollte ich unbedingt hin, auch wenn es keine Garantie dafür gab, doch das war mein großes Ziel. Zum Glück hatte ich damals einen Zweijahresvertrag unterschrieben, denn in der ersten Saison hatte ich nicht ein einziges Spiel für Dresden absolvieren können. Doch die Eislöwen gaben mir die Chance zurückzukommen und ich schaffte es zu Olympia. Diese Verletzungen haben mich stärker gemacht und machten mich zu dem, der ich jetzt bin.

Hockeyweb: Sie haben die Olympischen Spiele angesprochen, war das Ihr größter Erfolg als Spieler?

Rodman: Das ist schwer zu sagen. Aber wenn ich mir das Team von damals ansehe und wo die Spieler herkamen, muss ich sagen, sich zu qualifizieren und bis ins Viertelfinale gegen Schweden zu kommen, zweimal die Slowakei zu schlagen, der Sieg gegen die USA, das waren riesige Team-Erfolge.

Hockeyweb: Viele Playoff-Serien liegen hinter Ihnen. Haben Sie auch “Ihren Lieblings–Playoff-Moment”, an den Sie sich gerne zurückerinnern?

Rodman: Auf jeden Fall den Sieg mit Bietigheim, aber auch viele Titel mit meinem Heim-Team Jesenice oder den Jahren in Wien, wo wir immer ein tolles Team hatten, aber der beste Moment war ganz klar der, als wir den Pokal mit den Steelers in die Höhe recken durften.

Hockeyweb: Sie wurden von den Boston Bruins gedraftet. Gab es eine Chance, es ins Team zu schaffen und wie war der Kontakt mit dem Franchise?

Rodman: Damals spielte ich noch in Peterborough und war auf der Scoutingliste, einmal sogar ziemlich hoch eingeschätzt, doch im Jahr darauf nur noch auf Position 161. Den Draft verfolgte ich im Internet und das war damals ziemlich langsam. Es dauerte dann schließlich bis Position 282 und ich erinnere mich noch an alles. Wo ich war, was ich machte und vor allem machte ich eine Party! Ich hatte dann ein gutes Rookie Camp und alle Trainer waren da. Doch der Tag, an dem wir in Boston landeten, war der 11. September 2001. Wir machten zunächst ein paar Test im Krankenhaus, sahen uns das Trainingsgelände an und mein Platz war direkt neben Samsonov und Thornton. Doch plötzlich schauten alle nur noch aufs Fernsehen und sahen den Einsturz des World Trace Centers und ich dachte, es lief ein Film oder so etwas Ähnliches. Ich hatte nur noch Angst und dachte, ich würde nie mehr nach Hause kommen. So hatte ich die Chance, wieder zurück nach Peterborough zu gehen. Der General Manager wollte mich zurück und ich spielte zusammen dort mit Eric Staal. Den Vertrag danach habe ich nicht unterschrieben und blieb lieber ein Jahr zuhause in Jesenice. Mich rief danach niemand mehr und das war es dann mit meiner NHL-Karriere. Doch der Fakt, dass ich überhaupt gedraftet wurde, war ein riesiger Erfolg für mich, wenn man bedenkt, dass es nur sechs Slowenen überhaupt schafften.

Hockeyweb: Lassen Sie uns „Fantasy Hockey“ spielen! Stellen Sie Ihre Starting Six auf mit früheren Teamkollegen!

Rodman: Das ist eine gute Idee! Da muss ich auf jeden Fall Eric Staal nennen und natürlich meinen Bruder David Rodman, mit dem ich lange und erfolgreich zusammenspielte. In der Verteidigung stelle ich Adam Borzecki auf; er hatte einen wirklich großen Einfluss auf mich und wir sind noch heute in Kontakt. Im Tor entscheide ich mich für Robert Krestan, der Torwart, der uns zu Olympia brachte, ein guter Freund von mir ebenfalls. Ein weiterer Stürmer wäre Aaron Fox, wir haben bei den Vienna Capitals zusammengespielt und er brachte mich auch nach Zagreb. Ein Verteidiger fehlt noch und ich entscheide mich für meinen früheren Kollegen aus Wien: Björn Lee – das wären meine Starting Six, doch bestimmt habe ich noch jemanden vergessen…

Marcel Rodman, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben, bleiben Sie gesund und viel Erfolg für die Zukunft! 

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