Sechs-Punkte-Wochenende – Landshut besiegt auch die Frankfurter Löwen4:2 nach 0:2

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Keine Fans, aber zumindest rund 500 „NovemBären“ verfolgten das Geschehen im Eisstadion oder besser gesagt der „Baustelle“ am Gutenbergweg. Verletzungsgeplagte Löwen aus Frankfurt waren zu Gast in der niederbayerischen Hauptstadt; mit im Gepäck: der Erfolg im Hessenderby gegen Kassel. Somit kam es zu einem Duell der Auftaktsieger, da der EVL seinerseits furios in Crimmitschau als Gewinner vom Eis ging.

Gespenstische Atmosphäre herrschte am Landshuter Gutenbergweg an diesem Sonntagabend – ein Gefühl, an das sich die Mannen von Leif Carlsson vorerst gewöhnen müssen. Viel zu bestaunen gab es aber zunächst sowieso nicht. Das Spiel kam etwas schwer in die Gänge, wobei es den Anschein hatte, als würden die Hausherren trotz einer frühen Strafzeit besser in die Partie finden. Die Gäste aus Frankfurt waren es jedoch, die nach gut zehn Minuten zuschlagen konnten: Die Scheibe blieb nach einem Frankfurter Angriff vor Dimitri Pätzold liegen, und Martin Buchwieser, der bereits am Freitag gegen Kassel traf, schaltete am schnellsten und besorgte die Führung für die Hessen. In der Folge sah man weiter zwei Mannschaften auf Augenhöhe, hochkarätige Torchancen waren aber Mangelware – u.a. zwei Überzahlspiele der Hausherren blieben ungenutzt. So ging es nicht unverdient, aber doch etwas glücklich aus Sicht der Gäste vom Main, mit dem Stand von 0:1 zum ersten Pausentee.

Marcus Power hatte die Riesengelegenheit zu Anfang des mittleren Spielabschnitts den Ausgleich zu besorgen, schoss die Scheibe aber über den Kasten von Patrick Klein. Auch die folgende Schusschance vom Landshuter Neuzugang Zach O´Brien fand nicht den Weg ins Tor. Aber: Wenn du die Dinger vorne nicht machst,… - lautet ein ungeschriebenes Gesetz im Sport, das sich nun bewahrheiten sollte: So war es in der 25. Spielminute einmal mehr die cleverere Mannschaft, die traf: Es mutete wie eine Kopie des ersten Tores an und wieder waren die Gäste den berühmten Schritt schneller – Christian Kretschmann schob diesmal ein und brachte die DEL-ambitionierten Gäste mit 0:2 in Front. Der Unterschied zum ersten Löwentreffer bestand darin, dass sich der EVL diesmal durchaus beeindruckt zeigte und Frankfurt das Feld überließ, was diese auch zu nutzen wussten und sich einige gute Gelegenheiten erspielten. Bevor jedoch das dritte Tor auf Seiten der Gäste fiel, was wohl den niederbayerischen K.O. bedeutet hätte, fingen sich die EVL-Cracks wieder: Das Bemühen war da, die Genauigkeit und die Durchschlagskraft im Landshuter Spiel nach vorne fehlten aber. Die Frankfurter Führung war somit nach wie vor nicht unverdient, die Gäste agierten abgebrüht und führten das Spiel trotz der namhaften Ausfälle im Stile einer Spitzenmannschaft.

Was auch immer Leif Carlsson in der zweiten Pause seinem Team mit auf dem Weg gab, es funktionierte. Der EVL zeigte nun mehr Biss und Entschlossenheit in seinen Aktionen. Nicht dass diese in den ersten 40 Spielminuten vollkommen gefehlt hätten, aber im Schlussdrittel war eine entscheidende Steigerung in diesen Attributen bemerkbar. Zusätzlich nahm auch noch Sebastian Collberg eine wohl vermeidbare Strafe wegen hohen Stockes. Bis dahin war das Landshuter Überzahlspiel - gelinde gesagt - ungefährlich, dieses aber nutzten die Mannen von der Isar: Mit Ablauf der Strafe verfehlte ein Gewaltschuss von der blauen Linie von Robin Weihager das Gehäuse, der Puck prallte von der Bande zurück, Zach O´Brien reagierte am schnellsten, legte quer auf Felix Schütz – und dieser hatte keine Mühe mehr auf 1:2 zu verkürzen. Patrick Klein war chancenlos (42.).

Es war der Dosenöffner im Landshuter Spiel und auch die Gäste halfen unfreiwillig mit, indem sie in dieser entscheidenden Phase zweimal auf der Strafbank Platz nahmen. Die neue erste Reihe des EVL um Felix Schütz, Marcus Power und Zach O´Brien schlug knallhart zu: Letzterer war es, der nur zwei Minuten nach dem Anschlusstor von Schütz den Ausgleich erzielte. Landshut war nun am Drücker, Frankfurt hatte dem wenig entgegenzusetzen und als dann auch noch Christian Obu wegen Hakens den Hausherren das nächste Powerplay bescherte, drehten die Dreihelmenstädter das Spiel komplett: Nach einer schönen Kombination über Max Forster und Felix Schütz war es erneut Zach O´Brien, der Patrick Klein gut elf Minuten vor dem Ende überwinden und den EVL in Führung bringen konnte.

Die Hausherren zeigten sich im letzten Drittel wie verwandelt. Waren in den ersten beiden Spielabschnitten noch die Löwen meist den einen Schritt schneller, so traf dieses Attribut nun auf die Cracks um Kapitän Stephan Kronthaler zu. Frankfurt war in der Folge bemüht das Spiel wieder an sich zu reißen und kreierte durchaus gute Torgelegenheiten, war aber in diesen Minuten schlicht nicht zwingend genug, um Dimitri Pätzold zwischen den Landshuter Pfosten bezwingen zu können.

02:51 zeigte die Hallenuhr, als Olli Salo bereits seinen Keeper vom Eis nahm. Der EVL hatte durchaus Mühe die dadurch entstandene 6:5-Situation zu meistern. Letztendlich machte dann aber Max Forster eine Minute vor dem Ende das Empty-Net-Goal, das 4:2 und damit den Deckel auf diese Partie und auf das vielumjubelte Sechs-Punkte-Wochenende zum Auftakt für den Eislaufverein Landshut. Der Sieg der Niederbayern geht aufgrund des starken Schlussabschnitts durchaus so in Ordnung.

Diese volle Ausbeute bringt den EVL nach den ersten beiden Spieltagen auf Rang zwei, bevor nächste Woche in Kaufbeuren und zu Hause gegen Weißwasser die nächsten Aufgaben anstehen. Die Löwen hatten sich den Saisonstart wohl anders vorgestellt, sie können ihre Bilanz in den kommenden Spielen gegen Heilbronn und in Dresden aufbessern.

Die Anhänger des EVL durften jedenfalls ihre Freude gehabt haben an diesem Wochenende. Ihren Gesichtsausdrücken nach zu urteilen hatte auch das pelzige, flauschige Publikum vor Ort äußerst viel Freude am Ausgang der heutigen Partie!

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