Mit kleinen Anpassungen und Reihentiefe zum ersehnten Aufstieg!?Saisonvorschau - Frankfurt

Den vierten Sieg in Folge gab es am Sonntagabend für die Löwen Frankfurt zu bejubeln. (Foto: dpa/picture alliance)Den vierten Sieg in Folge gab es am Sonntagabend für die Löwen Frankfurt zu bejubeln. (Foto: dpa/picture alliance)
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Und so legten die Löwen für die kommende Saison schon früh den Grundstein, bereits mit Amtsantritt des Sportdirektors Franz Fritzmeier im Winter 2017 quasi. Mit der Verpflichtung junger Talente ab dem Sommer 2018 wie Leon Hüttl, den Eisenmenger-Brüdern, Mike Fischer und sodann auch Daniel Wirt und Luis Schinko arbeiteten die Löwen konzeptionell an der Weiterentwicklung dieser Talente und formten dafür um diese Trainer-Gespanne, die sich zielgerichtet mit Blick auf einen möglichen DEL-Aufstieg – bestenfalls mit den Löwen demnächst – beschäftigten. Doch mit Talenten alleine lassen sich keine Meisterschaften gewinnen, ebenso wenig Erfahrungen auf dem Eis – sei es im Training oder im Spiel – sammeln, die der Trainer nicht immer vermitteln kann. Langjährige Haudegen aus der DEL wie Eddi Lewandowski oder Adam Mitchell folgten an den Main, hinzu kam im Sommer 2019 in Person von Martin Buchwieser der Typ Spieler, der für die DEL2 eine gehobene Technik gepaart mit starken Einsatzwillen mitbringt, wie auch zu dieser Saison Flügelstürmer Alexej Dmitriev aus Iserlohn. Neben diesen offensiven Haudegen bildet sich die Mannschaft vom Main um Spieler, deren Blick perspektivisch ebenfalls auf die DEL ausgerichtet ist – so unter anderem der Deutsch-Kanadier Carter Proft, dessen Weiterentwicklung in Frankfurt seit 2018 stets nach oben ging, der jedoch in der vergangenen Saison jäh durch eine Verletzung ausgebremst wurde. Gleiches galt für den 21-jährigen Mike Fischer, der ohne seine kleine Verletzungsmisere die Löwen bereits zur kommenden Saison wohl in Richtung DEL verlassen hätte.

 Zu verschmerzen haben die Löwen in der Offensive nur wenige Abgänge, jedoch tut unter den Abgängen beider Eisenmenger-Brüder vor allem die des älteren Bruders Max weh, der sich zur neuen Saison den Augsburger Panthern in der DEL anschließt, nachdem er eine tolle zweite Saison bei den Löwen spielte und seine Weiterentwicklung zurecht viele DEL-Vereine auf den Plan rief – für die Löwen auf dem U23-Sektor in der Offensive letztlich nur schwer zu ersetzen. Das Landshuter Sturmtalent Luis Schinko jedoch geht nach einer guten DEL2-Premieren-Saison in seine zweite Spielzeit in Frankfurt und dürfte einer der Sturm-Perspektiven der Löwen sein, geht dieser weiterhin so unbekümmert und in seinem rotzfrechen Stil aufs Eis, was den Gegner durchaus ärgern kann. Flankiert wird dieser von Mike Mieszkowski und Manuel Strodel, die ihm in diesem Stile in nichts nachstehen und darüber hinaus Scoring-Potenzial aus einigen DEL-Jahren (Mieszkowski spielte vier Jahre in Krefeld und ein Jahr Nürnberg, Strodel acht Jahre in Düsseldorf) mitbringen. Die Verletzungsmisere beutelte auch Christian Kretschmann, der nach acht Jahren in der DEL (Krefeld, Augsburg, Düsseldorf) zur letzten Saison erstmals sein Heil in der DEL2 suchte, nach einem kurzen Gastspiel in Dresden und seinem Wechsel in die Mainmetropole jedoch verletzungsbedingt ausfiel, als erfahrener Center nun aber die hinteren Reihen der Löwen führen soll. Als Center der Top-Reihe blieb den Löwen Stephen MacAulay erhalten. Der letztjährige Spielmacher und Zwei-Wege-Center führte die Löwen mit seinen Flügel-Stürmern – meist Adam Mitchell und Roope Ranta – nach einem schwachen Saisonstart letztlich auf die Pole und bewies dabei, dass er dann da ist, wenn die wichtigen Punkte geholt werden; ab dem Spielemarathon Mitte Dezember startete auch seine Reihe so richtig durch und führte das Löwen-Rudel so zur Hauptrunden-Meisterschaft. Kongenialer Partner um MacAulay und Adam Mitchell war der als Topscorer der Vorsaison gekommene Flügelflitzer Roope Ranta, dessen Scoring nun durch den Schweden Sebastian Collberg ersetzt werden soll. Collberg, der neben MacAulay die zweite Kontingentstelle in der Löwen-Offensive besetzt, wurde in der zweiten Runde an 33. Stelle 2012 von den Montreal Canadiens gedraftet und musste nach vielen Verletzungen durchaus zurückstecken. Seinen nächsten Anlauf nimmt er in Frankfurt, wo er mit der Unterstützung der Trainer und zur Freude Fritzmeiers wieder einen Sprung nach vorne machen will und darüber hinaus Roope Ranta adäquat ersetzen soll. 

Das Gesamtbild der Löwen liest sich somit rund: erfahrene Kämpfer um Christian Kretschmann, Carter Proft, Manuel Strodel, Mike Mieszkowski und Mike Fischer, gepaart mit jungen Wilden wie Luis Schinko, Darren Mieszkowski und Constantin Vogt sowie geballte Erfahrung mit Leadership und Torriecher um die DEL-erprobten Eddi Lewandowski, Adam Mitchell, Martin Buchwieser und Alexej Dmitriev, die durch Kontingentspieler wie Stephan MacAulay und Sebastian Collberg komplettiert werden.

Den Goalie-Zweikampf der vergangenen Saison hat indes Patrick Klein gewonnen. Als einer der beiden Ü23-Goalies durfte Klein weiter am Main bleiben, während der durchaus auch überzeugende Jimmy Hertel die Löwen in Richtung Bietigheim verlassen musste. Komplettiert wird „Kleini“ von Basti Kucis, der aus Bad Nauheim kommt und als Ersatzkeeper vor zwei Jahren bereits bei den Löwen Frankfurt spielte und dabei durchaus zu überzeugen wusste. Als Perspektiv-Goalie verpflichtete Fritzmeier den erst 19 Jahre jungen Goalie Jonas Gähr, der während der Vorbereitung zwar in Frankfurt ist, meist aber in Krefelds Oberliga-Mannschaft Spielpraxis erhalten dürfte.

Auch der Kern der Verteidigung blieb den Löwen erhalten. Neben den Abgängen um die Abwehr-Hünen Alex Roach, der eine solide Saison im Frankfurter Dress spielte, und Kontingent-Verteidiger Steven Deslile, der ebenfalls defensiv zu überzeugen wusste, konnte sich durch den Saison-Abbruch bedingt die finnische Kante Markus Kankaanperä kaum zeigen, verließ die Löwen nach wenigen Spielen also wieder. Der erste Neuzugang der hieß also Christian Obu, der, ähnlich wie Goalie Jonas Gähr, zwar die Vorbereitung bei den Südhessen absolviert, aber den Großteil der Saison Spielpraxis in der Oberliga erhalten soll. Der zweite defensive Neuzugang wurde erst Anfang Oktober festgestellt. Mit der Erfahrung aus neun DEL-Spielzeiten verpflichteten die Löwen Kyle Sonnenburg. Vorgestellt als Ankurbler des Spiels aus der Abwehr heraus, ist es gut vorstellbar, dass dieser den vorerst offensiven Part von Max Faber ersetzen soll, welcher bis einschließlich Januar verletzungsbedingt ausfällt – sehr zum Ärger der Löwen, war dieser doch seit 2018 beständiger Teil der Abwehr und der Vorlagen- und Tore-Lieferant aus der Defensive heraus. Neben diesen Verpflichtungen und Abgängen konnte man Leon Hüttl sowie Marius Erk halten, die beide entwicklungsstarke DEL2-Saisons hinter sich haben und den Löwen Tiefe in ihrer Verteidigung verleihen. Mit den beiden Jung-Verteidigern Daniel Wirt und dem neu verpflichteten Christian Obu stehen zwei weitere Defensiv-Talente der Südhessen bereit für die nächsten Schritte in der Löwen-Abwehr. Die erste Kontingentstelle in der Verteidigung nimmt in der zweiten Saison in Folge David Suvanto ein, der nach wackeligem Start in der Vorsaison nicht nur das Spiel immer besser antrieb, sondern sich durchaus auch als defensivstarkes Pendant seines Nebenmannes Max Fabers bewies.

Während das Überzahlspiel mit dem Turnaround der Saison zum Winter Game Mitte Dezember 2019 bei den Löwen durchaus zu gefallen wusste und auch auf dem Papier stets besser wurde, schien das Spiel in Unterzahl in den letzten zwei Saisons durchaus ein kleiner Schwachpunkt im Spiel der Löwen zu sein - die Mannen aus der Mainmetropole wähnten sich in dieser Disziplin auf den hinteren Rängen des Rankings. Für die Löwen wäre es in dieser Saison durchaus wichtig, sich auch in dieser Statistik zu verbessern. Perfekt sind nur die wenigsten Mannschaften, aber nah dran zu sein, dürfte den Südhessen in dieser doch so wichtigen Saison durchaus weiterhelfen.

Und dann wären da noch die Trainer. Das Erfolgsrezept um die Coaches Matti Tiilikainen, Marko Raita und Valterri Salo hatte sich in Frankfurt durchaus bewährt, wurde aber zu dieser Saison jäh auseinandergerissen. Tiilikainen, beide Spielzeiten als Coach jeweils Hauptrundenmeister und 2019 nur knapp dem Meistertitel entkommen, wechselte im Frühjahr in die Heimat, um dort als Coach in Hämeenlinna anzufangen – wohlgemerkt: in die erste finnische Eishockeyliga, eine der stärksten Ligen Europas. Dies zeigt nicht nur die Qualität des Verlustes, es riss eine Lücke ins Trainerteam. Doch mit Olli Salo bekamen die Löwen nicht nur ihren Wunschkandidaten, sondern auch den einstigen Mentoren Tiilikainens und einen international erfahrenen Mann, der bereits in der EBEL trainierte (HC Innsbruck) und zuletzt als Co-Trainer in Finnland fungierte. Dieser soll nun das vorhandene Trainerteam als Cheftrainer komplettieren und mit diesem fortführen, was die Löwen um Tiilikainen, Raita und Salo begannen und Frankfurt so zum großen Wurf – dem Aufstieg in die DEL – verhelfen. Nicht nur in der Spitze, auch in der Tiefe wissen die Löwen zu überzeugen und werden den Ambitionen eines Aufstiegsaspiranten gerecht – alles Weitere zeigt sich ab November auf dem Eis. 


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