"Wir haben viel Eiszeit, um etwas zu bewegen"

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Marc, Ihr habt das erste 0-Punkte Wochenende hinter euch. Wie sehr haben diese zwei Niederlagen geschmerzt?
Die haben wirklich weh getan. Damit haben wir nicht gerechnet. Wir wollten schon den einen oder anderen Punkt am Wochenende holen und vor allem zu Hause gewinnen. Wir dürfen nun aber nicht die Köpfe hängen lassen und müssen weiter arbeiten, dann wird es auch wieder besser.

Wie hast Du die beiden Spiele gesehen?
Man kann beide Spiele gut miteinander vergleichen, weil sie sich sehr ähnlich waren. Wir haben bei beiden Spielen den Anfang verpennt und sind nur schwer ins Spiel gekommen. Und wenn man dann noch unsere Chancenverwertung sieht, dann kann man solche Spiele kaum gewinnen.

Du sprichst die Chancenverwertung an. Ihr habt bisher nur 16 Tore geschossen, in den letzten vier Spielen sogar jeweils nur ein Tor in regulärer Spielzeit, warum geht die Scheibe momentan nicht ins Tor? Chancen genug waren ja da...
Solche Phasen gibt es immer mal in einer Saison. Wir haben sie eben sehr früh. Dennoch bringt das Herumdiskutieren wenig. Wir müssen einfach weiterspielen und uns unser Glück zurückerarbeiten. Jeder sieht, dass wir die Chancen haben und wir wissen alle, dass wir die eine oder andere hätten reinmachen müssen. Ich bin davon überzeugt, dass wir das bald auch wieder schaffen.

Du bist selbst Stürmer. Kann man so etwas wie Chancenverwertung üben oder ist das reine Kopfsache?
Ja, natürlich kann man so etwas auch üben. Aber wenn man vor dem leeren Tor steht und der Torwart sich dazwischen schmeißt, dann ist da auch viel Pech dabei. Wir müssen insgesamt lernen, so etwas dann schnell zu vergessen und die Scheibe beim nächsten Mal einfach reinzuhauen. Es wird auf jeden Fall besser werden.

Wie ist der Trainer Harold Kreis nach der Niederlage mit Euch umgegangen?
Er hat uns ganz klar gesagt, woran es momentan liegt. Der Trainer hat uns gezeigt, wo wir Fehler machen und was besser werden muss. Aber das wissen wir Spieler ja selbst am besten und sind alles andere als glücklich mit dem Verlauf der letzten Spiele. Aber jeder von uns hat auch die Motivation wieder erfolgreicher zu spielen.

Was hältst Du denn selbst von eurem Coach?
Ich finde, dass er ein sehr guter Trainer ist. Er vertraut uns jungen Spielern sehr. Er spricht sehr gut deutsch und englisch, was ein großer Vorteil ist. Außerdem hat er mit Mike Schmidt einen guten Co-Trainer, die beiden harmonieren prima. Aber sie können auch streng sein. Das gehört eben dazu. Sie haben beide auf jeden Fall schon einiges erlebt und werden uns helfen, dass wir bald wieder öfter treffen.

Die größte Baustelle ist im Moment wohl die fehlende Treffsicherheit. Was gibt es sonst noch zu verbessern?
Man kann überall noch etwas verbessern. Hinten könnten wir noch etwas besser stehen und so sattelfester werden. Im Spielaufbau müssen wir es uns angewöhnen schneller zu spielen, um so noch mehr Chancen zu erzwingen. Aber ich denke, dass sich das im Laufe der Saison immer besser einspielen wird.

Stichwort Defensive: Euer Goalie Freddy Brathwaite hatte in den letzten Spielen wieder einiges zu tun.
Ja, das stimmt. Er hat uns oft genug im Spiel gehalten und steckt das bisher auch ganz locker weg. Wir versuchen wirklich so wenige Schüsse zuzulassen wie es nur geht. Das kommt halt auch immer auf das Spiel des Gegners an. So oder so müssen wir auch defensiv noch an uns arbeiten.

Du bist in diesem Jahr Stammspieler bei den Adlern, letzte Saison warst du ja noch größtenteils für die Heilbronner Falken im Einsatz. Welche Ziele hast Du dir für Deine erste richtige DEL-Saison gesteckt?
Ich persönlich möchte natürlich so viel Eiszeit bekommen, wie es geht und vor allem meinen Job auf dem Eis erfüllen. Ich will mich in dieser Saison ins Team integrieren und auf mich aufmerksam machen und so beweisen, dass ich auch Verantwortung übernehmen kann.

Wie siehst Du im Moment Deine Rolle in der Mannschaft?
Unsere Reihe bekommt momentan ausreichend Eiszeit, um aktiv im Spiel etwas bewegen zu können. Zusammen wollen Toni (Ritter), Matthias (Plachta) und ich den Gegner auf dem Eis unter Druck setzen und uns selbst Chancen herauszuspielen. Außerdem können wir durch unsere Eiszeit auch unseren Mitspielern eine kleine Pause verschaffen.

Eure Reihe wird immer wieder sehr gelobt. Nun gabs durch die Verletzung von Francois Methot einige Umstellungen im Team. Stimmt das Zusammenspiel in der Reihe trotzdem noch?
Ja, Matthias und ich haben am Anfang mit Frank Mauer zusammengespielt. Das klappte schon sehr gut. Nach dessen Aufrücken ist das Zusammenspiel mit Toni aber auch kein Problem. Wir sind jung und sprechen viel miteinander. Außerdem habe ich mit Matthias schon früher gerne zusammengespielt. Wir kennen uns sehr gut und sind perfekt aufeinander eingespielt.

Wie seid Ihr jungen Spieler in der Mannschaft aufgenommen worden?
Sehr gut. Wir waren sofort ein Teil vom Team. Mein Vorteil ist, dass ich viele schon von der letzten Saison kenne, als ich, neben meinen Einsätzen in Heilbronn, auch ein paar Mal hier bei den Adlern im Training mit dabei war. Wir bekommen auf jeden Fall sehr viel Hilfe und fühlen uns richtig wohl. Es herrscht ein toller Teamgeist.

Man sieht Dich oft mit Marcus Kink nach dem Training noch Torschussübungen machen. Was kann man von Spielern wie Marcus alles lernen?
Oh, sehr viel. Wir beide sprechen uns einfach kurzer Hand ab und probieren nach dem Training noch Sachen aus. Man bekommt von den erfahrenen Spielern wirklich sehr viel Unterstützung. Marcus ist eben auch einer von den Spielern, zu denen man aufschaut. Er ist Kapitän und damit einen guten Weg hier in Mannheim gegangen. Er ist definitiv jemand, an dem man sich orientiert und der für mich eine große Vorbildfunktion hat. Schließlich habe ich auch vor, einen ähnlichen Weg zu gehen.

Wann können wir uns denn auf das erste DEL-Tor von Marc El-Sayed freuen?
Ich hoffe so bald wie möglich. Ich gebe mein Bestes und arbeite hart daran.

Wie würdest du dich selbst als Spieler bezeichnen?
Ich bin so etwas wie der Motor unserer Reihe. Ich versuche viel zu arbeiten und die Reihe zusammen zu halten. Mein Spiel ist es, eher die Mitspieler in Szene zu setzen, als selbst zu vollstrecken.

Die Fans haben lange eine junge deutsche Reihe gefordert. Nun bist Du mittendrin. Ist das Druck oder Motivation für Dich?
Das ist auf jeden Fall viel Motivation und Freude für mich. Es ist einfach eine tolle Sache hier in Mannheim spielen zu dürfen, besonders vor diesen Fans. Wir jungen Spieler geben unser Bestes und lernen jedes Spiel dazu. Das sehen die Fans ja auch. Ein direkter Druck ist das für mich nicht.

Am kommenden Wochenende steht euch ein großer Gegensatz bevor: Am Freitag kommt der Tabellenletzte Iserlohn und am Samstag das Top-Team aus der NHL, die San Jose Sharks. Wie bereitet man sich auf diesen Gegensatz vor?
Im Moment gilt unsere volle Konzentration dem Spiel gegen Iserlohn. Das hat einfach Priorität. Das Spiel müssen wir unbedingt gewinnen. Natürlich müssen wir uns nach dem Match gegen Iserlohn auch auf San Jose vorbereiten, wir wollen ja schließlich auch gegen dieses Team gut aussehen. Aber jetzt hat erst einmal Iserlohn den Vorrang in unseren Köpfen.

Was erwartest Du gegen Iserlohn?
Das wird schwierig. Der Tabellenplatz sagt wenig aus. Die Liga ist sehr eng und wir sollten uns nicht so sehr auf den Gegner, sondern hauptsächlich auf uns konzentrieren. Wenn wir endlich unsere Tore wieder machen, dann werden wir auch gewinnen.

Und dann kommt San Jose.
Ja, darauf freue ich mich sehr. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal die Chance haben würde, gegen Spieler wie Joe Thornton oder Dany Heatley spielen zu können. Früher hat man gegen solche Spieler höchstens auf der Play Station gezockt und jetzt steht man ihnen real gegenüber. Einfach Wahnsinn. Und vielleicht beflügelt uns das Spiel ja auch für die kommenden Spiele in der DEL. Das Spiel kommt vielleicht genau zur richtigen Zeit.

Das heißt wir sehen die Adler bald wieder in der Erfolgsspur?
Ja, ich bin davon überzeugt, dass die Torerfolge bald zurückkommen und damit dann auch die Punkte.

(Quelle: www.adler-mannheim.de)

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