Wie in Schweden: Die Halskrause muss zur Pflicht werden

Es war irgendwann in den Neunziger Jahren, als in Schweden nahezu das gleiche Unglück passierte wie am Samstagabend in Sheffield. Dieser Vorfall ist der deutschen Eishockey-Öffentlichkeit freilich noch etwas näher. Adam Johnson spielte zuletzt für Augsburg, ehe es ihn nach Nottingham zu den dortigen Panthers zog. Und in Zeiten sozialer Medien verbreiten sich Nachrichten, schöne wie schlimmer, nun einmal schneller. Und mitunter auch expliziter.
Den genauen Hergang dieses Unfalls zu schildern, wäre gelinde gesagt schwierig. Zu schrecklich ist das, was dort passiert ist – und das auch noch vor den Augen von 8000 Zuschauern, die mit ansehen mussten, was einem noch jungen Menschen widerfahren ist. Wenn es stimmt, was britische Medien leider etwas zu explizit berichten, sind Zuschauer sogar in Ohnmacht gefallen.
Dieser Vorfall ist schlimm und im höchsten Maße traurig. Geradezu niederschmetternd. Doch die Erinnerung an einen ganz ähnlichen Vorfall, der sich vor über 20 Jahren in Schweden ereignete, macht es allerdings noch unerträglicher. Damals hatte der schwedische Verband entschieden, dass auch erwachsene Spieler eine Halskrause tragen müssen – so wie es weltweit für Nachwuchsspieler vorgeschrieben ist.
Warum hat der internationale Verband diese Regelung nicht übernommen? Finnland beispielsweise hat es getan. Es wäre vermessen zu sagen, der aktuelle Unfall hätte sich nicht ereignet, hätte damals die IIHF schon die Regeln angepasst. Denn auch mit diesem Schutz könnten schlimme Dinge passieren. Unfälle, gerade die schlimmsten, ereignen sich, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen, mit denen in der Fülle vorher kaum zu rechnen ist. Und dennoch müsste in einem ersten Schritt der DEB und die DEL reagieren und die Halskrausen verpflichtend einführen. Und die IIHF sollte schnell nachziehen. Denn schon zwei Vorfälle dieser Art sind zu viel. Und selbst, wenn die Wahrscheinlichkeit solcher Unfälle gering ist – wenn es eine Schutzmöglichkeit gibt, sollte sie auch wahrgenommen werden. Erwachsen oder nicht – die Spieler müssen geschützt werden.












