Huskies: Wohin geht der Weg?

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die Eishockeyfans in Deutschland sind

sich uneinig. Sollen die Kassel Huskies in der Deutschen

Eishockey-Liga (DEL) verbleiben, oder sollen sie aufgrund ihrer

Plan-Insolvenz den Weg in die Unterklassigkeit antreten. Letztendlich

wird die DEL-Gesellschafterversammlung am 2.Juli über deren Zukunft

entscheiden. Der letzte Akt des DEL-Sommertheaters, mit Klub und Liga

in den Hauptrollen?

Recht undurchsichtig muteten die

Argumenten in den letzten Wochen an, welche über „Wohl und Wehe“

der Nordhessen entscheiden sollen. Nach den Statuten der DEL hat das

Insolvenzverfahren der verschuldeten Kassel Huskies zur Folge, dass

sie aus der Liga ausgeschlossen werden müssten. Begründet auf jene

Statuten, welche die Huskies einst unter ihren Vorbesitzern

mitbeschlossen hatten. Ob diese Regelungen aber „wasserdicht“

sind, scheint wohl letztendlich ein Fall für das Gericht zu werden.

Zwar seien die Kassel Huskies nach eigener Aussage jetzt

schuldenfrei, allerdings kam dies durch ein Planinsolvenzverfahren

wohl nur nach finanziellen Abstrichen ihrer Gläubiger zu Stande.

Auf ihr Geld verzichten mussten aber

nicht alle Gläubiger. Wie Hockeyweb erfuhr, wurden zuletzt noch bei mindestens zwei Gläubigern (welche Beschwerde gegen das

Insolvenzverfahren beim Landgericht Kassel eingelegt hatten) offene

Rechnungen beglichen. Bei den Beträgen handelte es sich aber nicht

um die im Vorfeld des Insolvenzantrages abgestimmten Forderung,

sondern um den gesamten offenen Betrag, plus deren Anwaltskosten.

Absender dieser Zahlungen war, nach Angabe eines Gläubigers, die

Rosco-Unternehmensgruppe (Eigentümer: Huskies-Eigner Dennis

Rossing), welche als Investor der neuen Multifunktionsarena in Kassel

(Fertigstellung für Herbst 2012 geplant) gilt.

In der offiziellen Pressemitteilung

der Kassel Huskies hieß es dann, dass die Beschwerden vom

Landgericht Kassel abgelehnt wurden, und: „ … nunmehr endgültig

eine Akzeptanz dahingehend herbeiführen, dass das

Insolvenzplanverfahren, welches die Huskies durchlaufen haben,

rechtlich in keinster Weise zu beanstanden ist. Dies wurde nunmehr

zum wiederholten Mal durch ein ordentliches Gericht bestätigt.“

Was aber seitens der Huskies nicht veröffentlicht wurde ist, dass

mit der plötzlichen und vollständigen Zahlung der Aussenstände

gegenüber dieser Gläubiger die Beschwerden nicht mehr nötig waren.

Bedeuten diese Fakten nun im

Umkehrschluss, dass jene Gläubiger, welche ihren Forderungen

öffentlich Nachdruck verliehen, diese auch beglichen bekamen?

Zwar wurden diese Forderungen nicht von

den Kassel Huskies ausgeglichen, dafür aber von dem Unternehmen

seines Eigners Dennis Rossing. Eben jenes Unternehmen, welches nach

Medienangaben 40 Millionen Euro in das Hallenprojekt in Kassel

investiert. In dieser Multifunktionshalle sollen später auch die

Kassel Huskies spielen.

Natürlich stellt sich nun auch die

Frage, ob dieses Unternehmen nicht auch Forderungen von weiteren

Gläubigern hätte begleichen können? Dies ist nicht unüblich, wie

vor über zehn Jahren in der DEL schon einmal erlebt, denn:

Dass ein Investor sich im Vorfeld die

möglichen Nutzer seiner Halle aneignet, wäre in Deutschland kein

Einzelfall. Bei den Eisbären Berlin übernahm 1999 die Anschutz

Entertainment Group (AEG) den total verschuldeten Klub, um den ersten

Schritt für ein großangelegtes Arena-Projekt zu tätigen. Damals

bezahlte aber die AEG die Verbindlichkeiten der Eisbären. Zehn Jahre

später haben sich die Berliner zu einer Hausmarke (nicht nur im

deutschen) Eishockey entwickelt. Zwar stehen die Eisbären noch immer

mit über 35 Millionen Euro im Minus, allerdings nun bei ihrem

Mutterkonzern, der AEG, welche aber stets eine Patronatserklärung

für ihre „Filiale“ abgeben. Die Aussenstände sind also eher als

„intern“ anzusehen.

Ob die Planinsolvenz der Kassel Huskies

für deren Eigner die vielleicht einfachere Variante ist, mit deren

Altlasten abzurechnen, bleibt fraglich und ist im Kern der Disput

zwischen dem Klub und der Liga. Ferner lockt natürlich auch die neue

Arena in Kassel und der Etablierung eines Eishockeyteams unter

besseren Bedingungen als zuvor. Letztendlich entscheidet zunächst

aber die DEL-Gesellschafterversammlung über den Verbleib der Huskies

– und je nach deren Ausgang wohl die Gerichte. Immerhin wurden aber

die Verbindlichkeiten der Huskies gegenüber der DEL von über 70 000

Euro wohl auch komplett beglichen.

Also egal wie das Sommertheater

ausgeht: Eine Fortsetzung folgt mit Sicherheit!

Oliver Koch


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