ERC Ingolstadt nach Aufholjagd im HalbfinaleDüsseldorfer EG verabschiedet sich aus den Play-Offs

Jubel in blau: Der ERC Ingolstadt steht im Halbfinale, die Düsseldorfer EG ist in der Sommerpause. (Foto: dpa/picture alliance/Eibner-Pressefoto)Jubel in blau: Der ERC Ingolstadt steht im Halbfinale, die Düsseldorfer EG ist in der Sommerpause. (Foto: dpa/picture alliance/Eibner-Pressefoto)
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Aus Sicht der DEG gab es nur ein Motto: Do or Die! Der ERC wusste natürlich, dass der nächste Sieg gleichbedeutend sei mit dem Einzug in das Halbfinale. Die Bayern nahmen nach dem Sieg in Düsseldorf keine Veränderungen vor im Line-Up. Bei den Rheinländern wurden alle vier Sturmreihen durchgemischt. Die Gäste bestellten zwar nicht das gesamte Kartenkontigent, trotzdem begleiteten 150 Fans die Mannschaft an die Donau. Die Saturn-Arena war erst zum zweiten Mal (das erste Mal gegen die Augsburger Panther) ausverkauft.

Möglicherweise sollte das erste Tor ein Wink für den Spielverlauf sein und fast sei es gefallen für die DEG nach 30 Sekunden, als Alexander Barta an Michael Garteig scheiterte. Was für ein Auftakt und so ging es zunächst weiter. In einer weiteren Aktion waren erneut die bereits zwei genannten Protagonisten im Fokus und wieder ging Garteig als Sieger hervor. Nächste Szene: Pfostenschuss der Gäste und dann klingelte es doch: Düsseldorf war wieder sehr aktiv, die Scheibe war im Ingolstädter Drittel und wurde von Stephen MacAulay vor das Tor geschossen. Unkontrollierbar und abgefälscht landete das Spielgerät am Schläger von Josef Eham und er vollstreckte dann aus kurzer Distanz zum 0:1. Die Gastgeber verzeichneten trotzdem ein Chancenplus, aber der erste eigene Treffer fiel im Powerplay: Ty Ronning nagelte die Hartgummischeibe zum 1:1-Ausgleich in die Maschen. Dann im weiteren Verlauf eine Großchance für Justin Feser aus einem Meter, aber DEG-Goalie Henrik Haukeland klärte stark. Es gab dann noch ein Powerplay für Düsseldorf und wie bereits in den letzten Begegnungen klappte es auch dieses Mal mit den Special Teams, denn MacAulay traf zum 1:2. Allerdings wurde der Treffer per Videobeweis überprüft, der Schläger könnte zu hoch gewesen sein. Der Torschütze versenkte das Spielgerät nämlich direkt aus der Luft. Die On-Ice Entscheidung auf Tor wurde somit bestätigt. Fast hätte MacAulay im Penaltykilling noch den dritten Treffer erzielt, scheiterte aber an Garteig. Pause und durchatmen.

Unglaublich, wie sich dann das Spiel entwickeln sollte. Den Auftakt machte Fabio Wagner unmittelbar nach Wiederbeginn und scheiterte an Haukeland. Es folgte dann ein erneutes Überzahlspiel für Düsseldorf und Daniel Fischbuch erzielte das 1:3. Das Tor war sehenswert: Der Torschütze täuschte eine Direktabnahme an, stoppe allerdings den Puck, machte eine Bewegung, nahm Garteig dadurch aus der Position und erzielte dann den Treffer. Die Special Teams der DEG funktionierten. Aber auch Ingolstadt zeigte seine Stärke durch die Special Teams und kam im Powerplay zum 2:3-Anschlusstreffer durch Wayne Simpson. 15 Sekunden später rappelte es wieder in der Kiste und wieder pro DEG: Philip Gogulla verwertete ein Anspiel zum 2:4. Abschlüsse für die Panther und Haukeland. Abschlüsse für die Landeshauptstädter und Garteig. Die zwei Torhüter überboten sich in Paraden, trotz des aktuellen Spielstandes. Dann der nächste Jubel auf Seiten der Rheinländer, als Barta den Puck unhaltbar vorbei am ERC-Goalie zum 2:5 in die Maschen donnerte. Was bitte war los? Was war das für ein Spielverlauf! Drei Tore Vorsprung hatte es bis jetzt in dieser Serie nicht gegeben und fünf Treffer hatte die DEG bis jetzt auch noch nicht erzielt. Im Umkehrschluss hatte der ERC auch noch nicht fünf Gegentreffer kassiert. Die Anzeigetafel musste erneut bedient werden und erneut war es ein Überzahltor für die Bayern. Frederik Storm markierte das 3:5 für seine Farben, allerdings konnte der Finger des Zeitnehmers direkt am Knopf bleiben, er musste lediglich den Knopf wechseln, denn die DEG war überhaupt nicht geschockt und traf 19 Sekunden später zum 3:6 dank Tobias Eder. Ein Wahnsinnsdrittel. Dann gab es Zeit für die Teams, alles sacken zu lassen.

Nach dem Seitenwechsel fragten sich natürlich alle Anwesenden, was passieren müsste, damit der ERC überhaupt noch eine Chance hätte und wie war wohl die Reaktion auf diesen Rückstand? Zunächst gab es einen Torwartwechsel. Garteig hatte sein Pensum erfüllt und wurde ersetzt durch Kevin Reich. Diese Maßnahme sollte sich noch als ausschlaggebend erweisen. Nach 30 Sekunden hatten die Gastgeber schon auf das Gehäuse des DEG-Torhüters geschossen, aber noch verpufften die Aktionen. Rot-Gelb sollte dann zwei Mal hintereinander zu Chancen kommen, aber auch Reich war „undurchlässig“. Plötzlich ergab sich vielleicht die spielentscheidende Szene, als Fischbuch schon in der Ingolstädter Zone am Puck war. Er hätte schießen können oder sollen, spielte aber den Puck zurück und dachte wahrscheinlich, ein Mitspieler sei in der Nähe. Es war aber ein Panther-Akteur, der sofort den Konter fuhr und DEG-Spieler Mikko Kousa klärte im Fallen im eigenen Drittel klasse mit seinem Schläger. Diese Gelegenheit vergaben die Süddeutschen, aber dann musste Haukeland doch wieder hinter sich greifen und was für ein verrücktes Tor: Die Scheibe befand sich nach einem Schuss eines ERC-Spielers auf dem Tornetz und Mirko Höfflin reagierte geistesgegenwärtig. Er tippte den Puck an und versenkte ihn dann noch volley zum 4:6-Hoffnungstreffer. Die Regel in so einem Fall besagt, es gibt eine Zeitspanne von drei Sekunden. Innerhalb dieses Limits sollte der Puck wieder spielbar sein. Es gab keine Entscheidung der Schiedsrichter auf dem Eis, nach Studium der Videobilder änderten sie ihre Meinung und gaben den Treffer. Ein kurioses Tor, das allerdings einen unglaublichen Schlussakkord einläuten sollte.

Alexander Ehl unterbrach die Drucksituation der Schanzer mit einem Break, aber kein Vorbeikommen an Reich und weiter ging es nur in eine Richtung: In die DEG-Zone! Kaum Entlastung in den Reihen der Gäste und es sollte sich rächen. Bereits circa drei Minuten vor der finalen Sirene ging ERC-Coach Mark French all-in und zog den Torhüter. Sechs gegen Fünf. Sollte Ingolstadt das nächste Tor erzielen oder konnte Düsseldorf die Begegnung vielleicht endgültig entscheiden? Das Pendel kippte auf die Seite der Bayern: Simpson konnte die Scheibe zum 5:6-Anschlusstreffer versenken. Noch führte die DEG und die Option auf Spiel sechs am Rhein war noch real. Was einmal klappte, nämlich Empty-Net, könnte nochmal klappen. So war es dann auch. Nach einer Zwischensequenz auf dem Eis, fuhr ERC-Goalie Reich wieder zur Bank und wieder sollten die Westdeutschen ihr Deja-Vu-Erlebnis haben. 9,9 Sekunden auf der Uhr: Ronning am Puck, hinter dem DEG-Gehäuse, enge Scheibenführung, Bewegung um das Tor herum, vorbei an Haukeland und schließlich tatsächlich eingenetzt zum unfassbaren 6:6-Ausgleich! Die Saturn-Arena platzte jetzt aus ihren Grundrissen. Das Momentum war jetzt auf Seiten der Gastgeber, für die Rheinländer wirkte es irgendwie surrreal. Mental bestimmt auch schwer zu verkraften. Düsseldorf war allerdings in diesem Spielabschnitt zu passiv und im Verwaltungsmodus. Es gab erneut Overtime, das dritte Mal beim Aufeinandertreffen in Ingolstadt. Jede Mannschaft ging jeweils einmal als Sieger vom Eis.

Die Spannung war kaum zu überbieten. ERC Halbfinale? DEG Spiel sechs? Alles war möglich, ein Treffer sollte die Nachspielzeit sofort beenden und er fiel gegen die Gäste. Stefan Matteau schickte seine Mannschaft mit dem 7:6-Gamewinner in das Halbfinale und die Rheinländer in den Urlaub.  


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