DEG-Rettung durch Wolfsburg-Aus? Grizzlys dementieren Gerüchte

Am Freitagabend ist tatsächlich das Ungeheuerliche passiert: Die Düsseldorfer EG ist aus der Deutschen Eishockey-Liga abgestiegen. Es ist der erste sportliche Absturz der Rheinländer seit dem Bundesliga-Abstieg 1959. Und der (wahrscheinlich) zweite Gang in die Zweitklassigkeit nach 1998, als sich die Rot-Gelben aus finanziellen Gründen in 2. Bundesliga verabschiedeten und 2000 wieder aufstiegen.
Kein Wunder also, dass sich Gerüchte verbreiten, die das sportlich Unvermeidbare doch noch irgendwie abwenden. Eines dieser Gerüchte sagte: Volkswagen steigt als Sponsor der Grizzlys Wolfsburg aus, sodass die Niedersachsen aus der DEL aussteigen müssten, weil das Geld fehlen würde. Diese Vermutungen bezeichnete Grizzlys-Manager Charlie Fliegauf gegenüber der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung nun als „Scheißhausparolen“. Zwar hätten die Grizzlys einen leistungsbezogenen Sponsoringvertrag mit VW und müssten aufgrund der nun verpassten Play-offs zur Spielzeit 2025/26 mit weniger Geld rechnen, dennoch ist der Vertrag mit dem Autobauer langfristig und vor allem weiterhin gültig.
Wie ein Verbleib trotz Abstieg gelingen kann, können die Augsburger Panther inzwischen ganz genau erklären. In den letzten beiden Jahren sind die Schwaben zweimal in Folge aus der DEL abstiegen – und doch dringeblieben. Denn 2023 wurden die Ravensburg Towerstars, 2024 die Eisbären Regensburg DEL2-Meister. Beide Clubs hatten sich vor dem jeweiligen Saisonstart nicht für den Aufstieg beworben und konnten daher nicht hoch. An ihrer Stelle verblieben die Augsburger im Oberhaus.
Für die DEG sieht es allerdings auch in diesem Punkt düster aus. In der laufenden Spielzeit haben sich fünf DEL2-Clubs für einen möglichen Aufstieg gemeldet – und diese fünf Teams sind unter den Top 6 der Hauptrunden-Abschlusstabelle ins Ziel gekommen: die Kassel Huskies (1.), die Krefeld Pinguine (2.), die Dresdner Eislöwen (4.), die Starbulls Rosenheim (5.) und der EV Landshut (6.). Lediglich die drittplatzierten Ravensburg Towerstars haben keine Unterlagen zum Aufstieg eingereicht. Nur Ravensburg also – oder aber ein völliger Underdog – könnte die DEG durch einen DEL2-Meistertitel 2025 noch retten. Sollte aber eines der fünf genannten Teams DEL2-Meister werden, ist der Abstieg der DEG besiegelt.
Zumindest so gut wie. Denn final müsste der DEL2-Meister, um zum DEL-Aufsteiger zu werden, natürlich noch das Lizenzierungsverfahren der Deutschen Eishockey-Liga überstehen. So oder so wird es wohl also bis Mai dauern, ehe die Düsseldorfer EG endgültig weiß, ob sie nun tatsächlich runter muss.
Derweil laufen die Schuldzuweisungen in der NRW-Hauptstadt. Die Fans haben in Geschäftsführer Harald Wirtz und Sportdirektor Niki Mondt längst die Schuldigen am Desaster ausgemacht und fordern in den Sozialen Medien vehement deren Demission. Auf Kritik stieß auch, dass sich keiner dieser beiden nach dem Abstieg ein Mikrofon nahm und zu den enttäuschten und aufgebrachten Fans sprach. Stattdessen wandte sich DEG-Sprecher Frieder Feldmann, eine der guten Seelen des Clubs, an die Anhänger und versuchte, das Ungeheuerliche zu erklären. Das empfanden die Fans als ein Wegducken der eigentlich Verantwortlichen.
Fakt ist aber: Die Chancen, dass die DEG trotz des Abstiegs die Erstklassigkeit noch erhalten kann, sind angesichts von fünf grundsätzlich aufstiegswilligen Zweitligisten eher gering.













