Adler "verschlechtbessert"?

Klare Worte bei den AdlernKlare Worte bei den Adlern
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Wo die Leistungsreise

der Adler hingeht - das wird nach diesem Spiel niemand sagen können. Eine Frage

ist jedoch beantwortet: Aufbaugegner für die Adler, welche ohne die Verletzten

Brathwaite und Robinson antraten, waren am gestrigen Abend die Roosters aus Iserlohn. Die

Mannschaft befindet sich im Moment auch in einer Schwächeperiode.

 

Gemessen an ihrem

letzten Auftritt in Mannheim, den sie mit 4:0 für sich entschieden, waren die Sauerländer in diesem Spiel nicht wieder zu erkennen. Gut so für die Adler, denn trotz

einer 1:0 Führung durch Michael Hackert in der 4. Minute war es eine nervös

geführte Partie mit vielen technischen Fehlern und Unkonzentriertheiten. Nur

die Adler wurden für ihre Fehler im ersten Drittel - wie schon so oft erlebt in der aktuellen Saison – dieses Mal nicht bestraft. Die Führung hielt bis zum Ende des

ersten Drittels. Kommentar eines Fans: Es spielt Not gegen Elend und Not führt

1:0.

Mit dem Bewusstsein einer Führung im Rücken sowie

schwacher Gegenwehr der Roosters ließen die Fehler und Unsicherheiten des

ersten Drittels bei den Adlern nach. Sie fanden über ihren Kampfeswillen, den

man von der ersten Minute an allen Spielern zugestehen konnte, und zwar ohne

das in der letzten Zeit so oft gesehene Leistungsgefälle zwischen den Reihen,

ins Spiel und belohnten sich dafür in der 28. Minute. Den Schlenzer des gestern stark verbessert aufspielenden M. Hackert konnte Danny aus den Birken im

Iserlohner Tor gerade noch vor der Linie zur Seite ablenken, Yannic Seidenberg

sagte Danke und versenkte den Nachschuss zum 2:0. Die Adler witterten nun

Morgenluft, ihre Aktionen wurden noch sicherer, sie setzten die Roosters mehr

unter Druck. Und sie verstanden es auch, diesen Druck in ein Tor umzusetzen. In

der 35. Minute erhöhte Scalzo bei angezeigter Strafe gegen Iserlohn auf 3:0.

In den darauf folgenden Sekunden zeigten die Adler dann ihr zweites Gesicht. 46

Sekunden nach dem Treffer erwischten die Roosters die Adler beim kollektiven

Tiefschlaf, das Duo Wolf / Hock erzielte mit einer schnellen Kombination den

Anschlusstreffer zum 3:1. Das war der Endstand im zweiten Drittel.

Im letzten Abschnitt

trat die unter Fowler kreierte Topreihe Spylo, Papineau und King den Beweis an,

dass eine unverändert spielende Reihe Sinn macht, was das Spielverständnis

füreinander angeht. Diese Reihe entschied das Spiel im letzten Drittel mit drei

Toren in sehenswerter Weise alleine. Ab der 50. Minute, beim Spielstand von 5:1, merkte man darüber hinaus, wie die Adler Lust am Spiel entwickelten, fast

ein bisschen so wie früher. Das letzte Tor in der 60. Minute war den

Iserlohnern vorbehalten, Wolf betrieb Ergebniskosmetik zum 6:2 Endstand.

 Dieses gewonnene

Spiel ist sicher nur eine Momentaufnahme für die Adler. Es ist ein Sieg - nicht

mehr, aber auch nicht weniger. Er täuscht nicht darüber hinweg, dass die

Defensive manchmal immer noch den Körperkontakt scheut, die Special Teams ihren

Namen und Funktion nicht verdienen und einige Spieler nicht erkannt haben, dass

das Füreinander auf dem Eis zur Vermeidung von Gegentreffern dient. Bleibt zu

hoffen, dass sich die Adler dieses zarte Pflänzchen der Hoffnung nicht durch in

der Lokalpresse angedeuteten Querelen untereinander zu Nichte machen, sondern

dass sie - vom Verein gehegt und gepflegt - in der Hauptsache zwei Dinge tun

sollen: Eishockey spielen und gewinnen. Vielleicht entwickelt sich ja Teal

Fowler zu dem Eishockeyflüsterer, der dies vermitteln kann.

Gerd Kositzki

Tore:

1. Drittel

03:39  1 :

0, M. Hackert ( Seidenberg / Kink ) 6. Feldspieler

2. Drittel

27:12  2 :

0, Seidenberg ( M. Hackert / Kink ) EQ

34:59  3 :

0, Scalzo ( Reul / Forbes ) 6. Feldspieler

35:45  3 :

1, Wolf ( Hock / Schneider ) EQ

3. Drittel

41:19  4 : 1, Papineau ( Pollock / Spylo ) EQ

50:08  5 : 1, Papineau ( Spylo / Pollock ) EQ

52:48  6 : 1, Spylo ( Papineau / King ) EQ

59:55  6 :

2, Wolf ( Ardelan / Wilford ) EQ

 

Torschüsse:

Mannheim: 39­­

Iserlohn: 28

 

Strafminuten:

Mannheim: 10 Minuten

Iserlohn: 12 Minuten

 

Zuschauer: 11.552

 

Schiedsrichter :

Rick Looker


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