Scorpions drehen das Derby3:2-Sieg gegen die Indians

Trainer Lenny Soccio konnte sich über den Sieg seiner Hannover Scorpions im Derby gegen die Hannover Indians freuen. (Foto: Imago)Trainer Lenny Soccio konnte sich über den Sieg seiner Hannover Scorpions im Derby gegen die Hannover Indians freuen. (Foto: Imago)
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Im Gegensatz zu den einseitigen drei Spielen der Vorsaison gab es am heutigen Spieltag ein echtes Oberliga-Spitzenspiel zu sehen. Zwei Teams, die sich auf Augenhöhe begegneten, spielten und kämpften, dass es eine echte Werbung für den Eishockeysport war. Dabei zeigten sich die Hannover Scorpions mit 3:2 (0:1, 0:0, 3:1) vor ausverkauftem Haus etwas glücklicher, der Gegner, Lokalrivale Hannover Indians, hätte zumindest einen Punkt verdient gehabt.

Das Spiel war keine drei Minuten alt, da hatte Scorpions-Coach Lenny Soccio schon einen Hals. Seine Jungs, vollständig an der Zahl, sahen sich einem Gegner gegenüber, der das schwarze letzte Jahr vergessen machen wollte und so auftrat, als wollte er dieses Ziel in die Tat umsetzen. Bereits nach 40 Sekunden stand Robby Hein allein vor Scorpions-Keeper Jimmy Hertel, der etwas überraschend nach den starken Leistungen von Dennis Korff das Spielrecht von Soccio bekommen hatte und scheiterte. Und es ging munter weiter. Eine Chance nach der anderen für die Gäste vom Pferdeturm, die sich mitunter munter im gegnerischen Drittel tummeln konnten. Ein Zustand, den sie in den letzten neun Dritteln (!) nicht mehr kannten. Duris, Lehmann und Grass scheiterten an Hertel, während Ackers sich warm denken musste. Folgerichtig dann die Indians-Führung, als Oliver Duris (8.) glänzend von Lehmann und Doroshko freigespielt wurde und Hertel überwand. Das war nicht gut für die Scorpions, die weiterhin wie gelähmt wirken und nicht richtig ins Spiel fanden. Das änderte sich, als Bacek und Thomson, sowie Lehmann und Schütt eine Auseinandersetzung lieferten, die mit vier „Diszis“ bestraft wurden. Den ersten Warnschuss lieferte Sachar Blank in der 15. Minute, als er Slalom durch die Indians-Verteidigung lief und nur knapp an Ackers scheiterte. Die Indians blieben jedoch nicht chancenlos und hatten Riesen Pech, als Hertel in der 18. Minute mit einer Art springendem Spagat das 0:2 von Duris verhindern konnte.

Vermutlich ging es in der Kabine der Scorpions richtig rund, denn die Hausherren kamen physisch deutlich präsenter aus der Kabine. Bevorteilt durch ein mehrere Powerplays in Folge übernahmen die Scorps die optische Führung, erarbeiteten sich aber kaum Chancen, da der Gast aufopferungsvoll kämpfte, sich in alle Schüsse warf und Ackers kaum etwas zu tun bekam. In der 28. Minute dann der Ausgleich, fast, denn Lupzig, der stellenweise übermotiviert wirkte, beförderte die Scheibe ins rechte obere Eck, aber Ackers bewies mit einem „Monster-Save“, dass er, wie sein Gegenüber, heute zu recht, im Kasten stand. Das gab den Scorpions den Mut, den sie für diesen starken Gegner brauchten. Sie setzten die Indians, die weiterhin bei Fünf gegen Fünf die reifere Spielanlage zeigten, im Powerplay unter Druck. Besonders der agile Lupzig (Soccio: „Er zeigte Herzblut, scheiterte siebenmal, beim achten Schuss war er dann erfolgreich“) und Bacek ragten heraus, fanden aber nicht genug Abnehmer, versuchten ihr Glück und scheiterten an der vielbeinigen hannoverschen Abwehr. Auf der anderen Seite hatten auch die Indians ihre guten Chancen, mussten feststellen, dass sie nur eine Siegmöglichkeit haben, wenn sie möglichst fair spielen. Das fiel ihnen jedoch nicht leicht, denn der bis zur Spielmitte gut pfeifende Schiri Jens Fischer verlor immer mehr seine anfangs konsequente Linie, ließ vor allem bei den Scorpions einige deutliche Aktionen, die strafzeitenwürdig waren, durchgehen.

Das dritte Drittel begann mit einem Paukenschlag, der jedoch zu erwarten war, denn irgendwann musste das häufige Unterzahlspiel der Indians ins Auge gehen. Andreas Morczinietz (43.) wuchtete die Scheibe gleich im ersten Powerplay in die Maschen. Der Jubel der Scorpions zeigte, wie schwer ihnen das zuvor erfolglose Anrennen gefallen war und wenn es erst einmal läuft, dann geht vieles von alleine. Innerhalb von nur 16 Sekunden erhöhten zunächst Robin Thomson (45.) und dann Daniel Lupzig (45.) auf 3:1. Damit war das Spiel zwar vom Ergebnis nicht auf den Kopf gestellt, aber der Betrachter musste sich wundern. Andererseits hatten sich die Indians den Rückstand selbst zuzuschreiben. Gerade im ersten Drittel gab es genug Chancen, um die Führung zu erhöhen. Selbst in den letzten zehn Minuten hatte die Truppe von ECH-Coach Fred Carroll noch Möglichkeiten, besonders in einer 90-sekündigen 5:3-Situation, aber bis auf das Anschlusstor von Dennis Schütt (52.) gab es für die Gäste keine weitere Erfolgsmeldung. Zu allem Unglück ließen sich die Indians mit diesem Treffer eine Sekunde zu lange Zeit, so dass die Scorpions auf einmal wieder über die volle Spielerzahl verfügten. 79 Sekunden vor Schluss zog dann Fred Carroll seine letzte Option, nahm den Keeper vom Eis. Mit dem Mute der Verzweiflung verteidigten die Scorpions das knappe Ergebnis und konnten letztendlich über drei Punkte jubeln, die sehr, sehr schwer gefallen waren.

Indians-Coach Fred Carroll: „Ein schweres Spiel mit einem starken Gegner. Sicherlich haben uns die sechs Spieler gefehlt und am Ende fehlte etwas die Kraft. Die Premiere von McGowan war durchwachsen, ist sicherlich steigerungswürdig.“

Scorpions-Coach Lenny Soccio: „Wir haben nicht die Geschwindigkeit ins Spiel gebracht, die wir wollten, da uns der Gegner taktisch geschickt die Räume genommen hat. Am Ende waren wir froh, den Sieg nach Hause gebracht zu haben. Heute hat sich der Satz bewahrheitet: Ein Eishockeyspiel dauert 60 Minuten.“

Tore: 0:1 (7:22) Oliver Duris (Lehmann, Doroshko), 1:1 (42:15) Andreas Morczinietz (Lupzig/4-5), 2:1 (44:20) Robin Thomson (Richardt, Lupzig), 3:1 (44:36) Daniel Lupzig, 3:2 (51:55) Dennis Schütt/5-4). Strafen: Hannover Scorpions 14 + je 10 für Bacek, Thomson, Lupzig und Hemmes, Hannover Indians 10 + je 10 für Schütt und Lehmann. Zuschauer: 1438 (ausverkauft).

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