Tobias Rieder und sein NHL-TraumDer Weg zum Erfolg in Glendale

Tobias Rieder im Trikot der Arizona Coyotes. (Foto: Imago)Tobias Rieder im Trikot der Arizona Coyotes. (Foto: Imago)
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Inzwischen hat der 21-jährige bereits über 15 NHL-Spiele bestritten, mehr Hab und Gut nur als einen Trainingsanzug und eine Zahnbürste zum NHL-Debüt und vor allem auch einige gute Partien in der Liga absolviert. Mit vier Toren und drei Vorlagen scheint Rieder den Verantwortlichen der Coyotes gute Argumente geliefert zu haben. „Vergangene Woche hieß es, ich solle mir eine Wohnung suchen und auch meine Sachen aus Portland sollten in den nächsten Tagen eintreffen”, so der Rookie im Gespräch gegenüber Hockeyweb. Besonders überzeugen konnte er dabei in der Partie gegen die Edmonton Oilers und Leon Draisaitl, als ihm binnen einer Minute gleich zwei Tore in Unterzahl gelangen.

„Ich bin mit der Einstellung aufs Eis gegangen, bloß kein Tor zu kassieren”, beschreibt Rieder die Szene vor seinem Solo zum Ausgleich. Als er aber dann bemerkt hatte, dass der Oilers-Stürmer den Pass nur mit dem Schlittschuh annehmen konnte, witterte er seine Chance, zumindest Zeit von der Uhr zu nehmen. Der Ausgang der Situation ist bekannt: Rieder spitzelt Viktor Fasth den Puck durch die Beine und egalisiert dadurch den Rückstand. Auch wenig später beim zweiten Treffer schaltet Rieder blitzschnell um, versucht möglichst viel Geschwindigkeit aufzunehmen und wird von Martin Hanzal gut in Szene gesetzt. Im Lauf-Duell sei er sich dabei nicht sicher gewesen, den Verteidiger überlaufen zu können. „Erst kurz vor dem Tor hab ich meine Chance realisiert und dann noch im Fallen den Puck irgendwie versucht aufs Tor zu bringen, da war dann auch etwas Glück dabei.“

Das Glück ist mit dem Tüchtigen

So lautet zumindest ein altbekanntes Sprichwort. Dabei kommt Rieder etwas ins Schmunzeln und ist der Ansicht, dass ihm schon einiges an Talent mit in die Wiege gelegt wurde. Allerdings fügt er auch sofort an, dass er sich auch zu den hart arbeitenden Spielern zählt. Auch wenn es mal nicht läuft, so dürfte man sich nicht verrückt machen lassen und weiter auf dem Eis alles geben. Gerade Rieder kann das ohne schlechtes Gewissen behaupten: Zwischen dem ersten und dem zweiten NHL-Tor lagen elf Partien. Oder in seiner ersten AHL-Saison vergangenes Jahr kam er auf 27 Treffer in 63 Spielen, Platz 12 in der Torjägerliste. Hinzu kamen weitere 18 Vorlagen und dennoch beendeten die Portland Pirates die Saison auf dem letzten Platz ihrer Division.

Doch das ist Vergangenheit, die Gegenwart lautet Arizona Coyotes, NHL. Mit seinen beiden Toren gegen Edmonton hat Rieder Geschichte geschrieben, denn er ist der Rookie, der die schnellsten zwei Unterzahltore erzielt hat. Michael Grabner ist der zweite Spieler, der unter 60 Sekunden für zwei Shorthander benötigte, als er Ende Februar 2014 gegen Toronto traf.

Bei den Coyotes genießt Rieder immer mehr das Vertrauen der Verantwortliche und dafür bedarf es nur wenige Worte. „Die Coaches reden nur sehr selten und wenig mit einem“, erklärt der Stürmer auf die Frage, was man ihm in Arizona mit auf den Weg gibt. „Aber da ich immer mehr Eiszeit genieße und auch bei den Special Teams meinen Einsatz bekomme, scheine ich die Sache ganz gut zu machen”, führt er fort. Das sieht auch sein Teamkollege und Goalie Mike Smith, der nach der Rieder-Show gegen Edmonton gegenüber Fox Sports Arizona angab, dass Rieder ein sehr ausgeprägtes Spielverständnis habe, was ihm bisher das „Bleiben“ in der NHL ermöglicht hat.

Fragt man den Jungspund selber über seine Teamkollegen aus, so kann man die Begeisterung, die in ihm steckt, schon fast spüren. „Gleich vom ersten Tag an wurde ich sofort gut aufgenommen von den anderen”, so Rieder. Natürlich sei es, gerade jetzt, da die Zeit der Feiertage anbricht, manchmal etwas schwer, so weit entfernt von der Familie zu sein. Umso mehr erfreut es den Stürmer dann, dass er von seinen Mitspielern zu Festen wie Thanksgiving eingeladen wurde. Dennoch fügt er gleich an, dass er die freien Tage dann auch gerne einmal auf der Couch verbringt, denn schließlich sei der Spielplan ja doch sehr gut gefüllt, so dass neben dem Eishockey nur sehr wenig Zeit zum Relaxen bleibe.

Im Schatten des Leon Draisaitl hat sich Rieder langsam in den Vordergrund gespielt. Dass sich die Medien bisher auf Draisaitl konzentriert hatten und erst jetzt auf Rieder aufmerksam werden, sieht er nicht als ein Problem an. Der „Hype“ um Draisaitl habe ihn nicht befreiter aufspielen lassen. „Ich habe mich nicht mit den Medien befasst, sondern immer primär auf mich und mein Spiel geachtet“, so Rieder. Auch Kontakt zu den anderen Akteuren in der NHL hat er weniger, man schreibt nur „hin und wieder“, verfolgt aber trotzdem wenn möglich die Spiele. Den besten Kontakt im nordamerikanischen Raum hat Rieder zu Tom Kühnhackl, der selbst auch aus Landshut kommt. Aktuell spielt Kühnhackl bei den Wilkes-Barre/Scranton Penguins in der AHL, dem Farm-Team der Pittsburgh Penguins.

Dort arbeitet er an dem, was seinem besten Freund Rieder gelungen ist: Der Sprung in die NHL.


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