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Die Saison von Moritz Seider und den Detroit Red Wings

Eine Fünf-Punkte-Gala und viele verpasste Chancen

Lesedauer: 3 Minuten
Moritz Seider feierte einen 5:1-Erfolg mit den Detroit Red Wings gegen Utah Hockey Club.
Moritz Seider erreichte in der ablaufenden Saison mit 60 Scorerpunkten eine neue persönliche Bestmarke. (Foto: dpa/picture alliance/AP Images)

Nach einem langen Tief zur Unzeit verpassen die Detroit Red Wings auch in der zehnten Saison in Folge die Playoffs.

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Die letzten beiden Spiele der Red Wings in der Hauptrunde lieferten ein perfektes Spiegelbild ihrer aktuellen Spielzeit. Beim 6:3 (1:1, 3:1, 2:1)-Sieg gegen die Philadelphia Flyers zeigten sie, wozu sie in der Lage sind. Es war eine Partie aus der Kategorie "Große Spiele werden von großen Spielern entschieden". Die Red Wings nutzten gegen die Flyers ihre vorletzte Chance auf die Playoff-Teilnahme: Moritz Seider erzielte dabei ein Tor und bereitete vier weitere Treffer vor für das erste Fünf-Punkte-Spiel seiner NHL-Karriere und das erste eines Red Wings-Verteidigers seit 41 Jahren. Zudem erreichte er als erster Verteidiger seit Club-Legende Niklas Lidström in der Saison 2008/09 die Marke von 50 Assists in einer Spielzeit. Kapitän Dylan Larkin erzielte einen Hattrick, Routinier Patrick Kane bereitete drei Tore der Red Wings vor, die zudem drei von vier Powerplays für einen Treffer nutzten.

Doch dieser Hoffnungsschimmer erlosch zwei Tage später bei der 3:5-Niederlage auf eigenem Eis gegen die New Jersey Devils: Trotz dreimaliger Führung verloren sie gegen das Team aus dem Garden State, das bereits aus dem Playoff-Rennen ausgeschieden war - und verpassten damit die letzte Ausfahrt in Richtung Playoffs.

Dabei offenbarten sie ihren Schwachpunkt in dieser Spielzeit: 246 Gegentoren stehen nur 237 eigene Treffer gegenüber. Zum Vergleich: Die Ottawa Senators, die den zweiten Wildcard-Platz halten und sogar noch an den Bostin Bruins vorbeispringen können, haben 245 Tore kassiert - aber mit 275 erzielten Treffern rund 40 mehr auf dem Konto als das Team aus der US-Autostadt.

Vor allem aber haben es die Red Wings nicht geschafft, eine Saison auf halbwegs konstantem Niveau zu durchzuspielen: Ende Januar standen sie an der Spitze der Atlantic Division und waren gemeinsam mit den Carolina Hurricanes eines der besten Teams der Eastern Conference. Doch während die Canes ihre Spitzenposition hielten, rutschten die Red Wings kontinuierlich ab. Von ihren letzten elf Spielen konnten sie nur drei gewinnen, vor den letzten fünf Partien lediglich eine. Im Gegensatz dazu fuhren die Ottawa Senators zuletzt vier Siege in Folge ein - und finden damit zum perfekten Zeitpunkt zu ihrer Bestform.

Eine weitere Baustelle dieser Red Wings war das Unterzahlspiel: Während sie im Powerplay mit einer Erfolgsquote von 23,1 Prozent ligaweit auf dem elften Platz liegen, kommen sie bei numerischer Unterlegenheit nur auf eine Erfolgsquote von 77,4 Prozent - Platz 22 in der NHL.

Allerdings gibt es auch Lichtblicke: Die Mannschaft war bis zum Schluss im Playoff-Rennen dabei und hatte zumindest die Chance auf die Endrundenteilnahme. Das war in den letzten zehn Jahren schon häufig anders. Moritz Seider hat mit 60 Scorerpunkten (10 Tore, 50 Assists) seine Produktion nochmals auf ein neues Niveau gehoben, auch der junge Schwede Lucas Raymond spielte eine gute Saison. Routiniers wie Kapitän Thomas Larkin, AlexDeBrincat oder auch Patrick Kane zeigten kaum Verschleißerscheinungen.

Zwar laufen einige Verträge - etwa von Patrick Kane, David Perron, James van Riemsdyk, Travis Hamonic und Cam Talbot - aus, aber so haben die Red Wings die Möglichkeit, punktuell nachzurüsten oder auch zu verjüngen. Vielleicht sogar aus dem eigenen Lager: Hier haben sich die jungen Emmett Finnie, Michael Brandsegg-Nygard und Nate Danielson durchaus für höhere Aufgaben empfohlen. Um die notwendigen Anpassungen im Kader vorzunehmen, hat Red Wings-GM Steve Yzerman laut NHL.com noch sechs Millionen Dollar an Cap Space in der Hinterhand.

So war es insgesamt keine erfolgreiche Saison für die Red Wings, zumindest aber auch keine verlorene, denn der Trend geht in die richtige Richtung und die langersehnte Playoff-Teilnahme ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.

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