Nach Russland-Entscheidung: Rückgabe der WM durch den DEB steht im Raum

Das umstrittene Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS), Russland gegen den Willen der International Icehockey Federation und vieler nationaler Verbände zur Eishockey-Weltmeisterschaft 2027 zuzulassen, zieht immer weitere Kreise.
So zitiert Sport1 in einer SID-Meldung den Vorsitzenden des Deutschen Eishockey-Bundes Frank H. Lutz mit den Worten: „Ich möchte keine Schwarzmalerei betreiben, ich möchte auch nicht die WM in Frage stellen. Aber natürlich müssen wir uns als DEB mit der Option beschäftigen, dass wir diese WM zurückgeben.“ Lutz hatte diese gegenüber Magenta-TV im Rahmen der Übertragung des Frauen-Länderspiels in Bremerhaven gegen Japan geäußert.
Hintergrund der Überlegungen sind auch finanzielle Gründe, die die Teilnahme Russlands verursachen würde. Man wolle kein Risiko eingehen, das nicht zu stemmen wäre. Lutz sei aber optimistisch, dass eine Lösung gefunden wird. Dennoch könne er „heute nicht 100-prozentig sagen“, dass die Herren-WM im kommenden Mai tatsächlich in Deutschland stattfinden werde.
Die explodierenden Kosten, die Lutz aktuell vermutet, hätten vor allem mit den gestiegenen Sicherheitsinteressen zu tun, die auf eine WM-Teilnahme Russlands zurückzuführen wären. Es werde Diskussionen mit dem Weltverband IIHF und der Politik geben. „Wir müssen alle ehrlich sein, es ist auch eine politische Entscheidung“, so Lutz gegenüber Magenta-TV. IIHF-Präsident Franz Reindl hatte bereits angekündigt, dass es zum Wochenbeginn eine Sitzung des IIHF-Councils geben werde, um die Folgen des CAS-Urteils zu besprechen.
Wichtig sei zudem, so schnell wie möglich Klarheit auch über das Teilnehmerfeld zu haben, da unklar ist, ob Russland zusätzlich ins Turnier kommen soll oder eine andere Mannschaft ersetzt. Außerdem sind Boykotte und Verzichte nicht auszuschließen.
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