„Wo wir stehen, haben wir gezeigt!“Eislöwen besiegen Spitzenreiter

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Steven Rupprich hatte nach Spielende keinen Bock auf die von den Fans lautstark geforderte „Raupe“. Und das nicht etwa, weil er mit den Zuschauern nicht feiern wollte: „Wir sind fix und fertig. Wir haben alles gegeben. Und dann noch eine Raupe hinterher zu ziehen, ging einfach nicht mehr. Jetzt müssen wir schnelle regenerieren, denn es geht ja gleich weiter.“ Das mag man gern glauben, denn was beide Mannschaften an Intensität, Laufbereitschaft und Kampf aufs Eis zauberten, war in diesem Ausmaß nicht oft zu sehen. Trotzdem schienen alle irgendwie gelöster als nach anderen Erfolgen. Sind Siege gegen den Spitzenreiter besonders schön? „Ja, absolut“, bestätigt Rupprich. „Da muss man alles geben. Wir haben hart dafür gearbeitet und uns heute belohnt.“ Im Vorfeld hatte Eislöwen-Trainer Bill Stewart diese Partie als eine Art Standortbestimmung bezeichnet. Wo sieht der Kapitän seine Mannschaft? „Wo wir stehen, haben wir heute gezeigt“, ist er selbstbewusst. „ Wir sind gut drauf und können jeden schlagen. Darauf kommt es an, dass wir zu den Playoffs in Topform sind. Der Aufwärtstrend ist deutlich erkennbar. Wir wollen noch ein Stück hoch in der Tabelle, da sind wir auf einem guten Weg. Aber im Grunde geht es jetzt nur noch um die Playoffs, da die richtige Form zu haben. Das kriegen wir hin.“ Trotzdem stockte den Dresdner Fans angesichts vieler vergebener Chancen und gefährlicher Konter der Steelers gerade im Powerplay der Eislöwen nicht nur einmal der Atem. „Wir sind noch nicht komplett da, wo wir hinwollen“, sieht auch Rupprich die Punkte, an denen noch gearbeitet werden muss. „ Es gibt noch Luft nach oben. Aber wenn wir bei unserem jetzigen Stand schon den Tabellenführer schlagen, ist das ein gutes Zeichen.“ Der Stürmer musste sich übrigens kurz vor Spielbeginn auf einen neuen Reihenpartner einstellen. Teemu Rinkinen wurde am Nachmittag von Landsmann Sami Kaartinen vom Flugplatz abgeholt und stieß zwei Stunden vor Spielbeginn auf seines Team. „Sieht mir sehr agil aus, der junge Mann“, war die erste spontane Einschätzung von Steven Rupprich nach der Partie. „Nein, im Ernst, sieht aus wie ein guter Eishockeyspieler. Wir haben ihn auch nicht groß kennengelernt, er hat aber einen sehr guten ersten Eindruck hinterlassen.“ Wie kann man in dieser kurzen Zeit überhaupt zusammenfinden? „Die Trainer haben ihn kurz mit dem System vertraut gemacht und wir haben uns auch als Reihe zusammen gesetzt und uns kurz abgestimmt. Aber im Endeffekt geht es um harte Arbeit und das haben wir gezeigt“, ist die knappe Erklärung Rupprichs. Der Finne fügte sich auch nahezu nahtlos ein: er verzeichnete nach neun Sekunden eine Großchance, bekam einen Puck ins Gesicht, musste genährt werden und stand kurze Zeit später wieder auf dem Eis. Attribute wie Willen und Leidenschaft bringt er also mit. Als gelungen sieht auch Steven Rupprich den Einstand des Finnen an: „Man kann mit ihm arbeiten, oder?“ Ob dieser Formulierung mussten wir beide lachen, aber klar… das steht wohl außer Frage.