Und wieder feiern die Anderen!Dresdner Eislöwen

Lesedauer: ca. 2 Minuten

„Rosenheim wird unsere Fehler schneller bestrafen als Heilbronn“, hatte Trainer Thomas Popiesch im Vorfeld der Partie gesagt. Und genauso kam es: Die Bayern zeigten sich von der ersten Sekunde an aggressiv, konzentriert und angriffslustig, während sich die Hausherren durch zum Teil haarsträubende Fehler, besonders im Defensivverhalten, selber aus dem Rennen nahmen und bereits zur ersten Pause mit drei Toren (Rohner/6.; Götz/15.UZ; Hofbauer/18.) zurück lagen. Zwar kamen die Eislöwen deutlich forscher aus der Kabine zurück und durch den (zu diesem Zeitpunkt auch verdienten) Treffer von Stefan Chaput (35.) kam noch einmal kurzzeitig so etwas wie Spannung auf. Allerdings wurde den Dresdnern durch die sofortige Antwort der Rosenheimer in Form zweier weiterer Tore (Tausch/37.; Somma/38.) endgültig der Zahn gezogen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Fans der blau-weißen ihre Unterstützung endgültig eingestellt und verabschiedeten ihre Mannschaft zum ersten Mal mit Pfiffen in die zweite Pause. Auch in dieser schien Starbulls-Coach Franz Steer seinen Jungs nur: “Macht genau so weiter!“ gesagt zu haben und dann entspannt einen Kaffee trinken gegangen zu sein, denn der Trainer erschien bereits weit vor Ende der Drittelpause wieder auf der Spielerbank. Daran hielt sich sein Team, störte weiter beizeiten das Dresdner Spiel und behielten zu jedem Zeitpunkt Übersicht und Kontrolle über die Partie, während die Hausherren, wenn sie denn gefährlich wurden, vor dem Tor am eigenen Unvermögen scheiterten.

Fakt ist, den Eislöwen fehlen drei Schlüsselspieler und Förderlizenzspieler vom Kooperationspartner Berlin stehen aus verschiedenen Gründen nicht immer alle zur Verfügung. Die damit verbundenen Reihenumstellungen sorgen logischerweise nicht für mehr Sicherheit. Das Powerplay hat durch den Abgang von Kris Sparre und die Verletzung von Petr Macholda an Kreativität und Gefährlichkeit verloren. Sami Kaartinen fällt noch bis mindestens Ende Januar aus und gerade am Beispiel des Finnen wird überdeutlich, dass der Wert eines Stürmers für sein Team nicht unbedingt am Torerfolg gemessen werden sollte. Mit Shawn Weller ist jetzt ein neues Gesicht dazu gekommen und aus der letzten Saison als Führungsspieler bei den Starbulls Rosenheim ist er als omnipräsenter und kämpferischer Akteur in Erinnerung. Zwar ist er schon vom Körperbau her ein völlig anderer Spielertyp als Sparre, aber vielleicht ist es genau das, was die Dresdner jetzt brauchen. In der Partie gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber fehlte ihm noch etwas die Bindung zum Spiel, aber die sollte in den kommenden Trainingseinheiten hergestellt werden können. Außerdem ist die Mannschaft als Einheit ist gefragt, eine Reaktion zu zeigen und sich selber aus dem Loch zu ziehen. Gewiss wiegen Ausfälle schwer, aber damit haben andere Teams auch zu kämpfen. Nur als Mannschaft zu funktionieren, wenn der Kader komplett ist, wäre für alle Beteiligten ein Armutszeugnis. Aber trotzdem sollte man nicht vergessen: Keiner spielt mit Absicht schlecht und die Mannschaft wird sich mit Sicherheit am meisten geärgert haben. Über den gesamten Saisonverlauf haben sich die Eislöwen ihre jetzige Position hart und mit zum Teil überragenden Leistungen erarbeitet. Unterstützung haben sie auch verdient, wenn es nicht läuft.