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Crimmitschauer Eigengewächs verabschiedet sich als prägende Persönlichkeit

Eispiraten-Clublegende André Schietzold beendet seine aktive Karriere

Lesedauer: 5 Minuten
Andre Schietzold (Crimmitschau, 13) fuehrt den Puck. | Verwendung weltweit
André Schietzold beendet seine aktive Laufbahn. (picture alliance)

Eine außergewöhnliche Karriere geht zu Ende: André Schietzold hat sich dazu entschieden, seine aktive Laufbahn als Eishockey-Profi zu beenden. Der Crimmitschauer kann auf mehr als 1000 Profispiele zurückblicken und gehört damit nicht nur zu den verdientesten Spielern der Crimmitschauer Eishockey-Geschichte, sondern auch zu den prägendsten Persönlichkeiten des deutschen Eishockeys seiner Generation.

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Für die Eispiraten Crimmitschau ist Schietzold weit mehr als nur ein ehemaliger Spieler. Der heute 39-Jährige durchlief bereits die Nachwuchsmannschaften des ETC Crimmitschau und entwickelte sich über die Jungadler Mannheim bis in die höchste deutsche Spielklasse. Für die Adler Mannheim und die DEG bestritt er insgesamt 90 Partien in der DEL, ehe er im Januar 2010 zu seinem Heimatclub zurückkehrte.

In den folgenden 14 Spielzeiten schrieb André Schietzold Eispiraten-Geschichte. Mit 669 Pflichtspielen avancierte er zwischenzeitlich zum Rekordspieler der Westsachsen. Dabei gelangen ihm 104 Tore und 260 Vorlagen. Zwischen 2014 und 2019 führte er die Mannschaft zudem als Kapitän auf das Eis und war über viele Jahre hinweg Identifikationsfigur, Leistungsträger und Publikumsliebling zugleich.

Nach seinem Abschied aus Crimmitschau im Jahr 2023 setzte Schietzold seine Karriere bei den KSW IceFighters Leipzig fort. Dort absolvierte er weitere drei Spielzeiten und überschritt die beeindruckende Marke von 1.000 Profispielen. Mit seinem Einsatzwillen, seiner Vielseitigkeit und seiner Professionalität war er auch dort ein wichtiger Bestandteil des Teams.

André Schietzold selbst äußert sich wie folgt zu seinem Karriereende: 

„Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden, wenn etwas endet, das einen über mehr als zwei Jahrzehnte geprägt hat. Nach 22 Jahren als Eishockeyprofi und über 1.000 Profispielen ist für mich der Moment gekommen, Abschied vom aktiven Leistungssport zu nehmen. Wenn ich heute zurückblicke, erfüllt mich vor allem eines: Dankbarkeit.

Meine Reise begann mit fast drei Jahren beim ETC Crimmitschau. Dort habe ich die ersten Schritte auf dem Eis gemacht und die Leidenschaft für diesen Sport entwickelt, die mich mein ganzes Leben begleiten sollte. Als kleiner Junge in Crimmitschau hätte ich nie zu träumen gewagt, dass aus diesen ersten Mit 14 Jahren wechselte ich zu den Jungadlern Mannheim, wo ich nicht nur sportlich und persönlich wachsen durfte, sondern auch dreimal die Deutsche Meisterschaft feiern konnte. Zudem habe ich auch im Nachwuchs den Adler für unsere Nationalmannschaften auf der Brust tragen dürfen. Dabei konnte ich Erfahrungen während zwei A-Weltmeisterschaften sammeln, wo ich Größen wie Patrick Kane, Phil Kessel, Carey Price oder Kris Letang gegenüberstand. 

Anschließend durfte ich meinen ersten Profivertrag bei den Adler Mannheim unterschreiben. Über die Heilbronner Falken sammelte ich meine ersten wichtigen Erfahrungen im Seniorenbereich und durfte dort zudem die Oberliga-Meisterschaft feiern. Danach folgten zwei Jahre bei der DEG in der DEL.

Danach führte mich mein Weg zurück nach Crimmitschau – zurück nach Hause. Rückblickend war das eine der wichtigsten Entscheidungen meiner Karriere. 14 Jahre lang durfte ich das Trikot der Eispiraten tragen und meine Heimatstadt auf dem Eis vertreten. Für den Verein zu spielen, bei dem alles begann, hatte für mich immer eine ganz besondere Bedeutung. Jedes Mal, wenn ich das Trikot überstreifte, tat ich das mit Stolz und großer Verbundenheit zu meiner Heimat. Gemeinsam haben wir viele Höhen und Tiefen erlebt. Wir haben schwierige Zeiten durchgestanden, Herausforderungen angenommen und viele davon gemeinsam gemeistert. Genau diese Momente haben uns zusammengeschweißt und die Zeit in Crimmitschau für mich so besonders gemacht. 

Die Eispiraten waren über viele Jahre weit mehr als nur ein Verein für mich. Die Erinnerungen, die Emotionen und die Menschen, die ich in dieser Zeit kennenlernen durfte, werden für immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben. Diese Jahre möchte ich um keinen Moment missen. 

Die letzten drei Jahre meiner Karriere durfte ich für die KSW IceFighters auflaufen. Auch wenn die letzten Monate meiner Karriere verletzungsbedingt nicht so verliefen, wie gewünscht, blicke ich auf eine schöne Zeit in Leipzig zurück. Auf diesem langen Weg durfte ich viele besondere Momente erleben – Meisterschaften, Siege, Niederlagen, Emotionen und Herausforderungen. Doch was am Ende bleibt, sind vor allem die Menschen.  Ein ganz besonderer Dank gilt meinen Eltern. Ohne euren Einsatz, eure Unterstützung und eure unzähligen Opfer wäre dieser Traum niemals möglich gewesen. Ihr habt mir alles ermöglicht, damit ich meinen Traum leben durfte. Danke an meine Frau und meine Kinder. Ihr habt mir immer den Rücken freigehalten, mich unterstützt und an mich geglaubt – in guten wie in schwierigen Zeiten. Eure Liebe und euer Rückhalt haben mir die Kraft gegeben, diesen Weg zu gehen. 

Danke an alle Trainer, insbesondere beim ETC Crimmitschau und bei den Jungadlern Mannheim, die so viel Zeit, Energie und Leidenschaft in meine Ausbildung investiert haben. Ihr habt einen entscheidenden Anteil an meinem Weg. Danke an alle Mitspieler, Betreuer, Verantwortlichen und Wegbegleiter, die Teil dieser Reise waren. Aus Mannschaftskollegen wurden Freunde fürs Leben. Die Freundschaften, die durch den Eishockeysport entstanden sind, werden weit über meine aktive Karriere hinaus bestehen bleiben. 

Eishockey hat mir weit mehr gegeben als nur eine sportliche Karriere. Dieser Sport hat mich geprägt, hat mir Werte wie Disziplin, Respekt, Teamgeist und Durchhaltevermögen vermittelt. Er hat mich an Orte gebracht, die ich sonst nie gesehen hätte, und mir Begegnungen ermöglicht, die mein Leben bereichert haben. 

Und natürlich danke an die Fans. Für eure Unterstützung, euren Zuspruch und eure Leidenschaft – egal ob zuhause oder auswärts. Ihr habt diesen Sport und viele besondere Momente erst möglich gemacht. Es war mir eine Ehre, vor euch spielen zu dürfen. Wenn ich heute auf diese 22 Jahre zurückblicke, dann denke ich nicht zuerst an Statistiken, Spiele oder Erfolge. Ich denke an die Menschen, die Emotionen, die Kabinen, die Busfahrten, die Siege, die Niederlagen und an all die Erinnerungen, die mich ein Leben lang begleiten werden. 

Nun beginnt ein neues Kapitel. Ich blicke mit Stolz auf das Erreichte zurück und freue mich gleichzeitig auf alles, was vor mir liegt. Danke an alle, die Teil dieser Reise waren.“

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