„Die Aufgabe heute war enorm schwer!“ Playoff-Halbfinale Eislöwen vs Steelers

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Jedoch dominiert der Meister dieses Halbfinale nicht so, wie es der Serienstand vielleicht vermuten lässt. Der Erfolg der Steelers im ersten Aufeinandertreffen ging, über die gesamte Spielzeit gesehen, absolut in Ordnung. Im zweiten Duell übergaben ihnen die Eislöwen allerdings den Sieg mit einer großen Schleife als Geschenk. 3469 Zuschauer sahen am Ostermontag tolles Eishockey von beiden Mannschaften, spielerisch, technisch und läuferisch auf Top-Niveau. Die Sachsen waren phasenweise spielbestimmend und führten bis zur 42. Minute verdient mit 3:1. Auch der Anschlusstreffer zu diesem Zeitpunkt brachte sie noch nicht aus dem Konzept. Zehn Minuten später reichten den Gästen allerdings 80 Sekunden, um das Spiel zu drehen. Nach der Partie fielen die Erklärungen schwer. „Wir haben uns zu sicher gefühlt, denk ich“, sagte beispielsweise Mirko Sacher.“ Wir dürfen Bietigheim nicht wieder so ins Spiel kommen lassen. Und wir haben auch wieder zu viele Strafen gezogen. Das müssen wir abstellen.“ Damit benannte der Verteidiger auch eines der großen Probleme seines Teams: auch wenn es zugegebener Maßen vielleicht schwer ist, sich auf die unterschiedliche Spielführung der einzelnen Schiedsrichter einzustellen, sind 12 Strafminuten gegen eine Mannschaft, die ein derartig effektives Powerplay spielt wie die Steelers, eindeutig zu viel. Zwei Tore der Ellentaler fielen in numerischer Überzahl. Auf der anderen Seite finden die Dresdner ihrerseits keine Möglichkeit, selber in Überzahl erfolgreich zu sein. Viel wurde darüber spekuliert, ob es letztlich eine Kraftfrage war, die den Sieg kostete. Dem widerspricht Arturs Kruminsch: „Wir haben unser Spiel nicht über 60 Minuten durchgezogen. Wir haben gut gespielt und viele Chancengehabt. Vor dem Tor müssen wir allerdings konzentrierter arbeiten. Man merkt es schon, dass wir mehr Spiele in den Knochen haben. Aber das kann keine Ausrede sein. Eine 3:1 Führung dürfen wir nicht aus der Hand geben. Ob man platt ist oder nicht, man muss beißen und konzentriert bleiben. Das ist uns heute nicht gelungen.“ Die bestätigt auch sein TrainerBill Stewart: „Es ist nicht die Kraft, es ist der Kopf!“

An dieser Stelle sollte man einmal zwei Spielern Tribut zollen, die während der Hauptrunde nicht so in Erscheinung traten, wie sie es jetzt tun, die den Spielverlauf aber deutlich prägen. Das ist auf Steelers-Seite Shawn Weller, auf der Seite der Eislöwen Teemu Rinkinen. Beide omnipräsent, mit unglaublich viel Eiszeit, enormen Scoringpotential und mit starken, zum Teil spielentscheidenden, Aktionen. Es wird interessant zu sehen, wie sich die Serie entwickelt, wenn verletzte Spieler in den Kader zurück kehren und die Eislöwen Zeit zur Regeneration hatten. Eins ist sicher: Aufgegeben haben die Dresdner sich und die Serie mit Sicherheit nicht.