Keine Wunder in Bremerhaven Der DEL-Teamcheck

Thomas Pöpperle wurde mit den Eisbären aus Berlin Meister. (Foto: dpa/picture-alliance/Sven Simon)Thomas Pöpperle wurde mit den Eisbären aus Berlin Meister. (Foto: dpa/picture-alliance/Sven Simon)
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Am 8. September startet die Deutsche Eishockey-Liga in ihre 24. Saison. Wer muss um die Play-offs bangen? Schwenningen Wild Wings, Krefeld Pinguine, Iserlohn Roosters? Wer sind die Favoriten? Grizzlys Wolfsburg, Adler Mannheimer, Kölner Haie, Thomas Sabo Ice Tigers aus Nürnberg? Oder starten die Eisbären Berlin wieder richtig durch? Die Jagd auf Meister EHC Red Bull München beginnt. Hockeyweb macht den großen Teamcheck, testet alle 14 Mannschaften auf Stärken und Schwächen.

Heute: Fischtown Pinguins

In Bremerhaven gilt erneut: Überraschen nicht verboten! 

Es war eine überragende Premieren-Saison in der DEL. Damit hatten nicht viele gerechnet. Nun wollen die Seestädter beweisen, dass dies kein positiver Ausrutscher war, sondern auch weiterhin Play-off-Qualität im Kader vorhanden ist. Doch einige Schlüsselpositionen mussten im Sommer neu besetzt werden. Besonders die Abgänge von Torhüter Jerry Kuhn und der ersten Angriffsreihe rund um DEL-Topscorer Jack Combs schmerzen immer noch ein wenig. Aber die Pinguins haben starken Ersatz verpflichtet, der an die Leistungen aus der letzten Saison anknüpfen will.

Erfahrenes Torhüter-Duo: Pöpperle und Hübl neu in ’Fischtown“

Defensive: Mit Atte Pentikäinen (unbekannt) und Dominik Tiffels (Kölner Haie) haben nur zwei Verteidiger die Seestadt verlassen. Der Großteil aus der vergangenen Spielzeit bleibt also zusammen. Mit Nicholas Jensen stößt ein dänischer A-Nationalspieler zum Team. Der kräftige Linksschütze kommt vom dänischen Club Rungsted Seier Capital, für den er zuletzt in 35 Spielen gute 18 Scorerpunkte erzielen konnte. Ein weiterer Neuzugang im Bremerhavener Defensivverbund ist Brock Maschmeyer. Nachdem sein Bruder Bronson bereits eine Saison an der Nordsee absolviert hat, stößt nun auch Brock direkt von der Northern Michigan University zu den Pinguins. Ob die beiden auch öfter zusammen auf dem Eis stehen werden, bleibt jedoch fraglich. Im bisher einzigen Vorbereitungsspiel lief Bronson zusammen mit Kapitän Mike Moore als erstes Verteidiger-Paar auf. ’Bad-Boy“ Cody Lampl harmonierte wie gewohnt mit Wade Bergman. Neuzugang Jensen wurde zusammen mit Kevin Lavallée getestet. Wie die Reihen letztendlich aussehen werden ist momentan noch reine Spekulation. Doch es sah im Test gegen die Grizzlys Wolfsburg (1:2) über weite Strecken schon sehr gut aus.

Mit Jerry Kuhn (Grizzlys Wolfsburg) und Jani Nieminen (unbekannt) haben die Pinguins ihr bärenstarkes Torhüter-Duo verloren. Diese Positionen adäquat zu ersetzen scheint den Verantwortlichen gelungen zu sein. Mit Tomas Pöpperle kehrt ein ehemaliger DEL-Spieler zurück nach Deutschland. Der 34-jährige Tscheche wurde 2006 sogar deutscher Meister mit den Eisbären Berlin und soll nun in Bremerhaven den Kasten sauber halten. Nach vielen Jahren bei Sparta Prag wagt er nun also nochmal das Abenteuer DEL und gilt als ’Königstransfer“ der Seestädter. Sein Konkurrent um die begehrte Startposition im Tor heißt Jaroslav Hübl. Auch er kommt aus der tschechischen Extraliga (Dynamo Pardubice) zu den Pinguins und besitzt sowohl die tschechische als auch die deutsche Nationalität. Der 32-Jährige will allerdings keinesfalls als Nummer zwei in die Saison starten. Beide Goalies wollen die Entscheidung für Coach Thomas Popiesch so schwer wie möglich machen. Einen Backup-Torhüter suchen die Bremerhavener noch. Josef Lala wechselte durchaus überraschend zum Ligakonkurrenten nach Nürnberg. 

Urbas, Newbury, Nehring: Eisbrecher im Sturm 

Angriff: Was die erste Sturmreihe der Fischtown Pinguins in der letzten Saison gespielt hat, war absoluter Wahnsinn. So eine Reihe als Neuling aufbieten zu können, zeugt von einem guten Gespür auf dem Transfermarkt. Nun sind Topscorer Jack Combs (Iserlohn Roosters), Jeremy Welsh (Düsseldorfer EG) und Rob Bordson (Unbekannt) jedoch wieder weg. Ihre Leistungen waren einfach zu stark, sodass die Bremerhavener sie nicht halten konnten. Allerdings wurden drei neue ’Brecher“ verpflichtet, die auf dem Eis für ordentlich Furore sorgen dürften. Mit Jan Urbas konnten die Pinguins einen weiteren A-Nationalspieler zu sich lotsen. Der 28-jährige Slowene kommt vom Villacher SV, für den er in der vergangenen Saison in 44 Spielen starke 46 Scorerpunkte erzielte. Auch bei der Weltmeisterschaft netzte er in der Hauptrunde zweimal ein und gab zusätzlich einen Assist, wodurch allerdings der Abstieg aus der A-Gruppe nicht verhindert werden konnte. Ebenfalls in der ersten Angriffsreihe soll Kris Newbury spielen. Der bereits 35-jährige Kanadier weist eine Erfahrung von 75 NHL-Spielen vor und kommt von den Charlotte Checkers nach Bremerhaven. Der dritte Mann im Bunde heißt Chad Nehring, ist ebenfalls Kanadier und kommt von den Binghamton Senators. Der 30 Jahre alte Center gilt als echter Wühler und kann seinen Körper, trotz seiner kleinen Körpergröße, sehr gut einsetzen. Zusätzlich hat David Zucker die Pinguins verlassen (Ravensburg Towerstars). Seinen Platz im Team der Seestädter soll Rylan Schwartz einnehmen, der vom Kooperationspartner aus Heilbronn an die Nordsee wechselt. Für den 27-jährigen Deutsch-Kanadier war Heilbronn die erste Station in Europa. In 50 Hauptrundenspielen konnte er 49 Scorerpunkte erzielen, weshalb die Pinguins davon überzeugt sind, dass er sich auch in der ersten deutschen Eishockeyliga durchsetzen kann. Aktuell testen die Seestädter mit Viktor Lennartsson einen weiteren Stürmer. Der junge Schwede kam auch im Test gegen Wolfsburg zum Einsatz und zeigte eine couragierte Leistung. Die Zeichen stehen auf Verpflichtung. Er würde von Tranås AIF zu den Pinguins wechseln. Zusammen mit den beiden Talenten Christoph Körner und Tobias Kircher würde er wohl um einen Kaderplatz kämpfen müssen. Die zweite Angriffsreihe dürfte auch in Zukunft von Brock Hooton, Jordan Owens und Corey Quirk gebildet werden. In Reihe drei dürften die Zuschauer Jason Bast, Jordan George und auch Ross Mauermann wiederfinden. Mike Hoeffel dürfte mindestens in Reihe vier zu finden sein. Wer an seiner Seite spielt ist offen. Für Pinguins-Veteran Marian Dejdar gilt es den Anschluss an die ’jungen Wilden“ zu halten.

Keine Wunder erwarten

Fazit: Klar, die Spieler brennen wieder auf die Play-offs. Dass dieses Ziel nicht unerreichbar ist, weiß an der Küste inzwischen jeder. Nichtsdestotrotz dürfen die Fans keine Wunder erwarten. Noch so eine durchweg starke Saison zu bieten, wird für die Fischtown Pinguins sehr schwer. Doch in Bremerhaven gibt es überwiegend Realisten, die einfach nur ehrliches Eishockey einfordern. Solange jeder Spieler 100 Prozent Einsatz zeigt, wird sich niemand beschweren. Und dass es nicht einfach ist in Bremerhaven zu punkten, mussten schon so einige Teams erfahren, weshalb die Pre-Play-offs allemal im Bereich des Möglichen liegen.

Malte Giesemann


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