Iserlohn Roosters beenden Heimserie der Straubing TigersDer Traum lebt

Ex-Tiger Dylan Yeo erzielte den Siegtreffer für die Iserlohn Roosters. (Foto: dpa/picture alliance)Ex-Tiger Dylan Yeo erzielte den Siegtreffer für die Iserlohn Roosters. (Foto: dpa/picture alliance)
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Coach Bartman sagte zum Auftakt: „Straubing war besser im ersten Drittel. Wir haben im ersten Drittel die paar Chancen, die wir bekommen haben, genutzt.“ Ganz so stark sah Straubings Tom Pokel seine Jungs aber nicht: „Wir haben im ersten Drittel die ersten zehn Minuten gut gespielt. Nach der Überzahl, in der wir einige Chancen hatten, hatten wir zu viele Turnovers. Es waren aber zwei Zweikämpfe, die das 0:2 besorgt haben.“ In Summe war es ein perfektes Auswärtsdrittel der Gäste. Diese wollten offensichtlich zunächst die ersten zehn Minuten überstehen, was ihnen auch gelang. Auch Tiger Sven Ziegler erkannte: „Die ersten zehn Minuten waren ganz gut, aber dann hat sich Iserlohn darauf einstellen können.“ Danach wurden die Gäste forscher und setzten immer öfter spitze Nadelstiche. Ausgerechnet der im Laufe der Saison von den Tigers zu den Roosters gewechselte Alex Dotzler besorgte mit einem dieser Stiche die Führung. Wenig später machte es ihm Travis Turnbull nach und die Straubinger Freude über die Vertragsverlängerungen von Mike Connolly und Freddy Eriksson war erstmal verflogen. Roosters-Verteidiger Dylan Yeo erinnert sich: „Wir sind etwas langsam ins Spiel gekommen und hatten etwas Glück mit den Toren.“ Da stimmt Mitspieler Travis Turnbull zu: „Wir hatten echt nicht den besten Start, aber wir haben zwei Tore gemacht.“

Von der Strafbank ins Glück

Jamie Bartman hatte spielerisch mehr Freude am Mitteldrittel: „Im zweiten Drittel sind wir besser ins Spiel bekommen.“ Den Gästen muss man auch im Mitteldrittel eine große Portion Kaltschnäuzigkeit bescheinigen. Sie ließen die Hausherren kreisen, was aber insgesamt nicht sonderlich viel brachte. Mike Connolly schaffte mit etwas Mühe den Anschluss und bei Überzahl wäre die Chance groß gewesen, die Partie auszugleichen. Doch die Roosters überstanden das schadlos und schlugen dann selbst zu. Christopher Fischer geht direkt von der Strafbank ins Solo und netzt ein. Für Straubings Tom Pokel war das eine Schlüsselszene: „Nach dem 1:2 sind wir sehr nahe am 2:2, aber dann die Befreiung und der Spieler kommt von der Strafbank und wir sind 1:3 hinten. Das war ein mentaler Knackpunkt für uns. Wir müssen lernen das schneller zu verdauen.“ 61 Sekunden später traf auch Lean Bergmann, was vorentscheidenden Charakter hatte. Turnbull freute sich: „Wir hatten ein gutes zweites Drittel.“ Straubings Sven Ziegler hat einen sehr enttäuschten Gesichtsausdruck als er sagte: „Die ersten zwei Drittel waren nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten.“ Mit der Pausensirene wurde es dann wild. Dylan Yeo setzt einen Check zu spät, was Sena Acolatse sofort rächte. Unterm Strich beides unnötig.

Glückloses Comeback

Doch im Schlussdrittel wurde es eine irre Fahrt, zu der Tom Pokel sagte: „Im dritten Drittel haben wir bombastisch gespielt.“ Iserlohn startete zwar mit drei Toren Vorsprung, doch diese verspielte man fahrlässig. Straubing überrollte die Roosters regelrecht und kam Tor um Tor ran. Jeremy Williams, Marco Pfleger und Mike Connolly machten aus einem 1:4 ein 4:4, wobei mit jedem Treffer die Lautstärke im Stadion zunahm. Jamie Bartman zieht die Stirn: „Im letzten Drittel hat Straubing nach dem Überzahltor Druck gemacht. Da hatten wir etwas Panik in der eigenen Zone.“ Panik und Eishockey passt nicht so recht zusammen, das weiß auch Dylan Yeo: „Im Schlussdrittel hat irgendwer den Panik-Button gedrückt, aber unser letztes Tor war wichtig.“ Ein paar Roosters haben aber auch kühlen Kopf bewahrt. Einer war Travis Turnbull: „Also ich selbst habe keine Panik gefühlt, ich weiß nicht, ob die anderen Jungs das hatten.“ Trotzdem meinte er auch: „Das dritte Drittel war zum Verzweifeln.“ Doch am Ende sollte es für Straubing nicht reichen, denn mit Dylan Yeo traf ein weiterer Ex-Tiger und sorgte mit seinem Tor fünf Minuten vor Spielende doch noch für den Sauerländer Sieg. Der Siegtorschütze meinte gewohnt bescheiden: „Am Ende haben wir als Team gespielt und als Team gewonnen.“ Sven Ziegler sagte geknickt: „Das dritte war super. Wir sind gut zurückgekommen, aber das 4:5 war dann sehr unglücklich.“ Auch wenn es nicht gut ausging, sah Tom Pokel doch auch Positives: „Wir haben viele Scheiben zum Tor gebracht. Die Jungs haben nicht aufgegeben.“

Und woran lag es?

Auch Stürmer Antoine Laganière ist betrübt und sagte: „Das ist natürlich frustrierend. Aber wir sind gut zurückgekommen und es sah sogar so aus, als ob wir es in der regulären Zeit noch gewinnen können, aber mit einem schnellen Spielzug war es dann vorbei.“ Ziegler weiß: „Wir müssen über 60 Minuten Vollgas geben, wenn nicht wird schwer.“ Laganière über die Gründe der Niederlage: „Der Unterschied ist einfach, das sie ihre Tore aus dem Umschaltspiel in der neutralen Zone gemacht haben. Und die zwei Konter waren auch nicht hilfreich. Wir wussten, dass sie gerne cheaten und das haben wir auch nicht so schlecht gemacht, aber am Ende war ihr Gameplan erfolgreich.“ Jamie Bartman mein über das Spiel seiner Jungs: „Wir waren sicher nicht die Mannschaft, die wir die letzten drei Spiele waren. Heute waren wir nicht alle gut genug, aber so oft in der Saison waren wir sehr gut und haben nichts bekommen, heute war es umgekehrt. Wir hatten das Glück auf unserer Seite.“

Was geht noch?

Für die einen geht es um Platz sechs, für die anderen um Platz zehn. Trotz des Sieges lief der Spieltag nicht optimal für Iserlohn. Das stört Dylan Yeo nicht weiter. „Wir müssen uns auf das konzentrieren, was wir kontrollieren können und das sind unsere Spiele. Am Sonntag haben wir Berlin, das ist wieder ein wichtiges Spiel.“ Iserlohns Co-Trainer und Sportlicher Leiter Christian Hommel sprach die letzten Tage vom Wunder vom Seilersee. Yeo meint dazu: „Wir werden sehen.“ Noch optimistischer hört sich Travis Turnbull an: „Aber natürlich glaube ich daran. Ja ich weiß das Nürnberg gewonnen hat, aber wir gewinnen unsere Spiele. Das ist das was wir tun müssen und wenn wir das tun, haben wir eine gute Chance.“ Auch in Straubing lebt die Hoffnung. Sven Ziegler: „Mit Sicherheit. Es ist zwar schade, aber Ingolstadt spielt noch gegen München und gegen uns und wenn wir alle drei Spiele gewinnen, sieht es gut aus.“

Tore: 0:1 (14:39) Alex Dotzler (Saša Martinović, Christopher Fischer), 0:2 (16:54) Travis Turnbull (Evan Trupp, Kevin Schmidt), 1:2 (27:36) Mike Connolly (Kael Mouillierat, Steven Seigo), 1:3 (36:09) Christopher Fischer (Keaton Ellerby, Jake Weidner), 1:4 (37:10) Lean Bergmann (Evan Trupp, Travis Turnbull), 2:4 (42:05/PP) Jeremy Williams (Stephan Daschner), 3:4 (46:07) Marco Pfleger (Vladislav Filin, Stefan Loibl), 4:4 (52:57) Mike Connolly (Kael Mouillierat), 4:5 (54:58) Dylan Yeo (Justin Florek, Keaton Ellerby).

Schiedsrichter: Sirko Hunnius, Lukas Kohlmüller; Linienrichter: Patrick Laguzov, Marius Wölzmüller.

Strafminuten: 8:10 (0:2, 6:6, 2:2) +10 Acolatse.

Zuschauer: 4280.

DEL PlayOffs

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