„Für mich kommt kein anderer Verein in Frage!“
Unser EISTEE-Gesprächspartner: 35 Jahre alt, Verteidiger beim HC Pustertal in der italinienischen SerieA, dort seit vier Jahren Kapitän und seit 16 jahren einer der Führungsspieler in der italienischen Nationalmannschaft
In der aktuellen Saison werden wir in verstärkt auch über das Geschehen in der italienischen SerieA berichten. Unser heutiger Gesprächspartner kennt diese Liga wie seine Westentasche und ist genau das, was man gemeinhin als ein "Urgestein" bezeichnet. Die Rede ist von Armin Helfer, Verteidiger beim HC Pustertal. Der 35-Jährige begann seine Kariere vor 19 Jahren beim HC Pustertal. Er spielte in Mailand, in Österreich und in der Schweiz, bis es ihn dann 2009 zu seinem Heimatverein zurück zog. Nach einem nochmaligen kurzen Gastspiel in der Schweiz 2011 ist er nun endgültig zurück und führt seitdem seine Mannschaft als Kapitän aufs Eis. Aber nicht nur bei den Wölfen aus dem Pustertal ist er als Führungsspieler eingeplant. Auch in der italienischen Nationalmannschaft ist er seit 16 Jahren eine feste Größe und wurde auch bei Weltmeisterschaften schon als bester Verteidiger ausgezeichnet. Obwohl ihm der Meistertitel mit seinem HC Pustertal bisher nicht vergönnt war, kam der gebürtige Brunnecker immer wieder gerne in seine Heimatstadt zurück. Mittlerweile spielt Helfer seine (mit Unterbrechungen) 12. Saison im Pustertal und will dieses Jahr endlich mit seinem HCP den Titel holen. Hockeyweb: Es ist selten, dass im Eishockey ein Spieler so beständig ist und so lange beim gleichen Club bleibt wie du. Was spricht jedes Saison aufs Neue für den HCP? Armin Helfer: Der HCP ist mein Heimatverein, bei dem ich vor genau 30 Jahren mit dem Eishockey begonnen habe. Durch deren freiwilligen Abstieg in die 2. Liga 2001 bin ich nach Mailand gewechselt, um weiterhin auf hohem Niveau zu spielen. Mit diesem bin ich fünfmal Meister geworden, ich hatte also auch bei anderen Clubs eine sehr schöne Zeit. Aber nach sechs Jahren dort und zwei weiteren Jahren im Ausland hat sich der HCP mittlerweile an die Spitze des italienischen Eishockeys gearbeitet. Es ist ein sehr professionell geführter Verein, wo sich jeder Spieler sehr wohl fühlt. Für mich kommt kein anderer Verein in Frage. In Thurgau warst du Kapitän und Topscorer, bist aber am Ende nicht mit dem neuen Trainer zu Recht gekommen. Wie kam dann der Wechsel wieder „nach Hause“ zustande? Ich war verletzt und als ich nach einem Monat Pause wieder spielen konnte, hatte ich mit dem Trainer ein ausführliches Gespräch, bei dem er mir offen sagte, dass er für die nächste Saison mit zwei ausländischen Stürmern plane. Kurze Zeit später war auch das Erreichen der Playoffs bereits unmöglich, deshalb habe ich den Verein um die Freigabe gebeten. Dieser legte mir keine Steine in den Weg. 24 Stunden später war ich dann schon in Bruneck.
Du bist in der ital. Nationalmannschaft ein absoluter Eckpfeiler. Wer war deiner Meinung nach der beste Trainer, den du hattest? Ich hatte viele sehr gute Trainer. Am besten fand ich Adolf Insam, Pat Cortina, Stefan Mair und Mario Richer. Vor allem letzterer beeindruckt mich durch seine Fähigkeit, die Mannschaft auf verschiedene Spielsituationen einzustellen. Das italienische Eishockey durchlebt gerade nicht die beste Zeit, die SerieA hat mit Mailand und Neumarkt gerade erst zwei Mannschaften verloren. Die Nationalmannschaft hat den direkten Wiederaufstieg verpasst. Wie beurteilst du das? Es sind zwar weniger Mannschaften in der SerieA, jedoch wird es meiner Meinung nach eine ausgeglichenere Meisterschaft geben.
Im Nationalteam gab es einen riesigen Umbruch. Der versäumte Wiederaufstieg muss nicht schlecht sein. Es gibt den doch sehr jungen Spielern die Möglichkeit, Erfahrung zu sammeln, sodass man sich in Zukunft auch mal länger in der Gruppe A halten kann. Du bist mittlerweile 35 Jahre alt, denkt man da ans Aufhören? Was sind deine Pläne für die Zeit nach dem Eishockey? Ich habe noch nicht sehr ans aufhören gedacht. Ich bin in einer sehr guten Verfassung und liebe diesen Sport. Ich habe noch einige Jahre vor mir. Ich würde es lieben, auch nach meiner Karriere mit dem Eishockey weiter zu machen. Wer war als Kind dein Vorbild und warum? Mein um drei Jahre älterer Bruder Martin. Er hat mir sehr viel geholfen. Vor allem, als wir zu Beginn meiner Karriere zusammen in einer Mannschaft gespielt haben. Hättest du gerne länger mit deinem Bruder zusammen gespielt? Ja, auf alle Fälle. Er hatte allerdings seine Profilaufbahn bendet, als ich in Mailand war. Wir hätten ein solides Verteidigungspaar in Bruneck abgegeben. Was war dein größter Erfolg bisher? Welcher Moment ist dir besonders in Erinnerung geblieben? Da sind zum einen die fünf Meistertitel mit Mailand, das war schon eine erfolgreiche Zeit. Auf alle Fälle nie vergessen werde ich das “Aufstiegstor” bei der B-WM 2011 in der Verlängerung des entscheidenden Spieles gegen die Hausherren in Ungarn. Unsere Serie heißt „Auf einen EISTEE mit…“ welcher ist denn dein Favorit? Zitrone. Was machst du wenn du nicht gerade auf dem Eis stehst? Ich verbringe viel Zeit zu Hause mit meiner Familie. Armin, Danke, dass du dir Zeit für uns genommen hast und wir drücken die Daumen, dass es in dieser Saison mit der Meisterschaft klappt.













