„Das Wunder vom Seilersee“Iserlohn Roosters gelingt Klassenerhalt

Die Iserlohn Roosters gelingt eine bemerkenswerte Aufholjagd. (Foto: dpa /picture alliance/Eibner Pressefoto DESK)Die Iserlohn Roosters gelingt eine bemerkenswerte Aufholjagd. (Foto: dpa /picture alliance/Eibner Pressefoto DESK)
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Erleichterung auf den Zuschauerrängen. Erleichterung auf der Eisfläche. Um 16:11 Uhr erzielte Roosters Stürmer Tyler Boland den entscheidenden Treffer ins leere Tor, der die Eissporthalle in Frankfurt zum Kochen brachte. Nein die Iserlohn Roosters sind nicht Deutscher Eishockeymeister geworden. Sie meisterten nur den spannendsten Abstiegskampf der DEL-Geschichte.

Rückblick: Wer hätte im vergangenen August damit gerechnet, dass der in der Vorbereitung in Kitzbühel vom ehemaligen Cheftrainer Greg Poss angesetzte Streif-Lauf das Symbolbild für die Saison der Sauerländer sein sollte. Ein harter, steiniger Weg zum Ziel.

Chancenlos im ersten Saisondrittel

Nach dem gelungenen Saisonauftakt gegen die Löwen Frankfurt war bereits das erste Heimspiel gegen die Schwenninger Wild Wings der Beginn eines alptraumhaften ersten Saisondrittels. Die Iserlohn Roosters verteilten Geschenke in der Defensive. Nach dem ersten Drittel stand ein 0:5. Ohne den verletzten Kapitän Hubert Labrie wurde die Defensive zur Baustelle. Sechs, sieben oder acht Gegentore waren der Standard. Jeder Gegner hatte leichtes Spiel und die Frage nach der DEL Tauglichkeit der jüngsten Mannschaft machte die Runde. Selbst die Augsburger Panther, die mit ihrer Platzierung als Tabellenletzter um die DEL Zugehörigkeit bangen müssen, düpierten die Sauerländer auf heimischem Eis. Nach zehn Niederlagen aus elf Spielen wurde Trainer Greg Poss freigestellt.

Der Trainereffekt brachte nach zwei Siegen nur kurzfristig Erfolg. Nach weiteren Niederlagen ging es immer tiefer in den Tabellenkeller. Am 16. Spieltag war die Mannschaft um Interimstrainer Pierre Beauleau auf dem letzten Platz angekommen.

Trainerwechsel im November

In der Deutschland-Cup Pause war die Zeit für Veränderung gekommen. Der Sportliche Leiter Christian Hommel trat zurück. Doug Shedden übernahm als Trainer die Verantwortung. Shedden leistete bereits zwischen 2017 und 2022 beim ERC Ingolstadt erfolgreiche Arbeit. Beim HC Lugano gelang ihm mit seiner Mannschaft in der Saison 2015/16 Besonderes. Er führte die Schweizer vom letzten Tabellenplatz ins Finale. Konnte er dieses Kunststück auch bei den angeschlagenen Iserlohn Roosters umsetzen?

Beim Heimdebüt erlebte er einen besonderen Moment, der zeigen sollte, dass seine Mannschaft für Aufholjagden bereit ist. Einen 1:4 Rückstand gegen die Nürnberg Ice Tigers drehte der IEC. Die Leistungen verbesserten sich. Die Defensive stabilisierte sich. Doch die Ergebnisse blieben aus. Am 28. Dezember betrug der Rückstand auf die Augsburger Panther zwölf Punkte. Mit einem Punkteschnitt von 0,71 schien ein Comeback unwahrscheinlich. So realistisch musste man sein.

Fans und Verantwortliche mussten sich spätestens zu diesem Zeitpunkt mit einem möglichen Abstiegsszenario beschäftigen. Eine verlängerte Saison mit dem Blick Richtung Playoffs der DEL2 stand bevor.

Siegesserie im Januar

Doch mit Beginn des Kalenderjahres 2024 entwickelte das Schlusslicht einen beeindruckenden Sieges-Lauf. Auch auf den Rängen kehrte Zuversicht zurück. Mit einem Spruchband „Totgesagte leben länger“ begrüßten die Fans ihre Mannschaft zum Heimspiel gegen die Adler Mannheim, der einzigen Niederlage in acht Spielen.

Der Rückstand schmolz. Heimniederlagen gegen Düsseldorf und Ingolstadt steckte die Mannschaft weg. Nach einem spektakulären Sieg im NRW-Duell gegen die Kölner Haie verließen die Sauerländer nach 73 Tagen das Tabellenende. Der Endspurt wurde nochmal zur besonderen Herausforderung.

Besonders die Begegnung mit den Augsburger Panthern entwickelte sich zur Nervenschlacht, bei der Tyler Boland mit seinem Treffer 1,1 Sekunden vor Ende der Verlängerung die Panther in Schockstarre versetzte, von der sie sich in den letzten Spielen nicht mehr erholten.

Das Schlusskapitel dieser Aufholjagd schrieb dieser Nachmittag in Frankfurt, an dem Torhüter Andy Jenike mit einer erneut grandiosen Leistung und einem Shutout den Klassenerhalt sicherte. Die längste Playoff-Serie der DEL-Geschichte (so muss es sich angefühlt haben) war erfolgreich entschieden. 


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