Augsburg gewinnt Cup, Straubing wird DritterGäubodenvolksfest-Cup

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Augsburg – Zagreb 3:1 (2:0, 1:0, 0:1)

Natürlich war das KHL-Team aus Zagreb auch in diesem Spiel der klare Favorit. So begannen sie dann auch ihr Spiel und zogen ein ums andere Mal in die Augsburger Verteidigungszone. Das sah auch Zagrebs Co-Trainer Dean Fedorchuk so: „Wir haben ein starkes Spiel gemacht und waren sehr lange in ihrer Zone. Wir hatten auch viele gute Chancen, aber ihr Torwart spielte großartig.“ Panther-Kapitän Steffen Tölzer kommentiert: „Es war wie erwartet ein ganz schweres Spiel. Die ersten fünf Minuten haben wir uns sehr schwer getan, sind aber dann gut ins Spiel gekommen.“ Die Schwaben wehrten sich nach Kräften, trotzdem vermutete man minütlich die kroatische Führung. Als dann der ehemalige DEL-Spieler Shawn Belle in der Box saß, nutzten die Panther ihre Chancen. Gut eine Minute später erhöhten die Fuggerstädter und lagen am Ende des Drittels dank zweier Überzahltreffer etwas überraschend in Führung. Hier lag am Ende auch der Unterschied im Spiel: „Das Überzahl und Unterzahl war von uns überragend“, sagt Tölzer.

Zu Beginn des Mitteldrittels versuchte Zagreb, eine körperliche Komponente ins Spiel zu bringen. Doch auch das verschaffte ihnen keinen Vorteil. Augsburg stand recht stabil in der Verteidigung und markierte nach einem Konter das 3:0. Danach zogen sich die Augsburger zurück. Zagreb hatte nach wie vor einige gute Chancen, doch Tormann Markus Keller hielt seinen Kasten sauber.

Im Schlussdrittel zeigte Zagreb dass man viel individuelle Klasse im Kader hat und die Trainer zeigten, dass sie Mut haben. Gut vier Minuten vor dem Ende nahmen diese Goalie Barry Brust zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis und wurden nur Sekunden später mit dem Anschlusstreffer belohnt. Doch dabei blieb es am Ende und die Augsburger Panther stellen sich den Gäubodenvolksfest-Cup 2014 in ihre Vitrine.

Insgesamt hat man Zagreb wohl etwas stärker erwartet, so auch Steffen Tölzer. Der relativiert das aber: „Schon, aber es ist Vorbereitung. Klar ist es schön, dass wir gewonnen haben, aber ich denke, die können schon noch stärker spielen.“ Tölzer ist nicht nur mit dem Wochenende, sondern auch mit der neuen Zoneneinteilung zufrieden: „Die Zoneneinteilung und das System kommt uns sehr entgegen, die Feinabstimmung fehlt noch etwas, aber sonst ist alles super.“

Trotz der Finalniederlage hatte Zagreb und Dean Fedorchuk Spaß in Straubing „Es ist sehr schön, hier nach Straubing zu kommen und dieses Turnier als Teil des Festes (Anm. d. Autors: Gäubodenvolksfest) zu spielen. Das Turnier hat ja schon Tradition und es spielen gute Mannschaften hier. Zwei Spiele am Wochenende sind ideal.“ Ob die Kroaten auch nächstes Jahr zu Gast sind, steht natürlich noch in den Sternen, Fedorchuk würde aber wieder kommen: „Die Frage, ob wir nächstes Jahr wieder hier sind, kann ich nicht beantworten, aber Straubing ist eine Eishockeystadt, da macht es immer Spaß zu spielen.“

Tore: 1:0 (11.) Ivan Čiernik (Hans Detsch, Sebastian Uvira) PP1; 2:0 (13.) Brandy Lamb (Louie Caporusso, T.J. Trevelyan) PP1; 3:0 (25.) Mike Connolly (Sebastian Uvira); 3:1 (56.) Matt Anderson (Brock Trotter, Darren Haydar)

Schiedsrichter: Daniel Piechaczek, Florian Zehetleitner; Linienrichter: Robert Hauber, Gabriel Gaube; Strafen: Augsburg 6+10 Schäffler; Zagreb 12

Straubing – Klagenfurt 4:1 (0:0, 1:1, 3:0)

Im Spiel um Platz drei zeigen sich vor allem die Straubinger im eigenen Haus motiviert. Coach Rob Wilson machte bei seiner Vorstellungspressekonferenz klar, dass er großen Wert auf die Defensive legt. Die war in den ersten zwanzig Minuten aber kaum gefordert. Die wenigen Chancen die Klagenfurt hatte, endeten spätestens bei einem gut aufgelegten Jason Bacashihua. Nach vorne nutzen die Niederbayern immer wieder die neue Hybrid-Icing-Regel zu ihren Gunsten und kamen so zu einer Vielzahl an Möglichkeiten.  So meint Wilson nach dem Spiel: „Wir haben sehr gut gespielt. Im ersten Drittel hatten wir 22:3 Schüsse, aber wir sind mit leeren Händen in die Kabine gegangen.“ Auch Verteidiger Thomas Gödtel sah den DEL-Club überlegen: „Wir waren von Anfang an das klar überlegene Team und hatten viele Schüsse. Anfangs ist leider keiner rein gegangen, zum Schluss haben wir aber gut gewonnen.“ Als in der 15. Minute Patrick Harland den Straubinger Renè Kramer von hinten in die Bande checkte, war die Partie für den Österreicher beendet. Da bereits Florian Kurath auf der Sünderbank saß, hatten die Tigers über eine Minute 5:3-Überzahl. Ein Tor wollte aber nicht fallen. „Das Überzahlspiel ist zu diesem Zeitpunkt der Saison noch schwer, daran werden wir noch arbeiten“, so der Coach.

Im Mitteldrittel klappte es in doppelter Überzahl für die Hausherren besser und Laurent Meunier, der erneut als Kapitän agierte, erzielte die verdiente Führung. Die endgültige Entscheidung, wer das Amt ausüben wird, ist jedoch noch nicht gefallen. Wilson sagt dazu: „Im Moment probiere ich einige Sachen aus. Ich bin zufrieden mit den drei Kapitänen, alle drei sind gute Leader. Das ist aber noch keine endgültige Entscheidung.“ In der Folge wurde die Partie etwas Nickelich. Für die Schiedsrichter war es sicher nicht ganz leicht den Überblick zu behalten. Allen voran Klagenfurts suchte Jamie Lundmark offenbar einen „Partner“ und obwohl er gegen jeden der nicht sein Trikot trug stichelte, ließ sich niemand auf die Aufforderung ein. Zur Hälfte der Spielzeit gab es dann die nächste Spieldauerstrafe. Diesmal traf es Straubings Thomas Brandl, er mähte Marcel Wittig auf offener Fläche um. Die Schiedsrichter sahen keinen „Open-Ice-Hit“, sondern einen „Blindeside-Hit“ und verwiesen Brandl vom Spiel. Wenig später ging Florian Ondruschka wegen Spielverzögerung ebenfalls auf die Strafbank, sodass nun Klagenfurt sein 5:3-Überzahlspiel hatte. Diese spielten das geschickt bis zum Ausgleich aus.

Im Schlussdrittel kam es, wie so oft in diesem Spiel, erneut zu einem Getümmel vor dem Tor, diesmal vor dem Straubinger. Hierbei fiel ein Klagenfurter auf Straubings Goalie Jason Bacashihua, der sich dabei verletzte und nach einer Behandlungspause das Spiel verlassen musste. Dabei wurde er gestützt und konnte das Knie nicht belasten. Nach dem Spiel kam er auf Krücken zurück in die Kabine der Tigers, doch für eine genaue Diagnose war es noch zu früh. Coach Wilson meinte: „Ich habe noch keine Information, was genau ist. Morgen werden wir mehr wissen.“ Für die Niederbayern stand ab der Verletzung Dustin Strahlmeier zwischen den Pfosten. Seine Mannschaft spielte nun „jetzt erst recht“. Mit drei Toren in drei Minuten war der Sieg am Ende klar. Das Siegtor geht auf das Konto von Thomas Götdel. Der Mann der offiziell nur zum fithalten in Straubing ist, meint bescheiden zu seinem Tor: „Ich bin immer froh, wenn ich der Mannschaft, bei der ich spiele, helfen kann, das hat ganz gut geklappt. Ich habe heute viele Schüsse gehabt und bin froh, dass einer rein ist.“ Götdel spielte erneut eine sehr gute Partie und versteht sich mit seinem Verteidigungskollegen „ganz gut, fast schon blind“. Verständlich das er gegen einen Vertrag bei dem Tigers nichts hätte. „Würde mir gefallen.“

Tore: 1:0 (27.) Lauren Meunier (Blaine Down, Dylan Yeo) PP2; 1:1 (34.) Luke Pither (Jean-François Jacques, Thomas Pöck) PP2; 2:1 (56.) Thomas Gödtel (Peter Flache); 3:1 (57.) Blaine Down; 4:1 (58.) Marcel Brandt

Schiedsrichter: Roland Aumüller, Stephan Bauer; Linienrichter: Andreas Flad, Vladislav Grossmann; Strafen Straubing 13 +Spieldauer Brandl, Klagenfurt 19 +Spieldauer Harland

Zuschauer 3.580

DEL PlayOffs

Freitag 26.04.2019
Adler Mannheim Mannheim
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Sonntag 28.04.2019
EHC Red Bull München München
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