Niederlage zum Jubiläum
Im Kampf der Tabellennachbarn empfingen die Thomas Sabo Ice Tigers am Sonntag vor 3.540 Zuschauern die Iserlohn Roosters. Dreimal trafen die Kontrahenten diese Saison bislang in jeweils torreichen Partien aufeinander, wobei immer die Heimmannschaft als Sieger vom Eis ging. Diesmal allerdings waren es die Gäste. Die vielen Treffer ließen ebenfalls auf sich warten. Mit 2:1 n.P. (0:0, 1:0, 0:1, 0:0, 0:1) bezwangen die Sauerländer die Franken und damit Rob Leask, der sein 900. DEL-Spiel absolvierte.
Rob Leask hatte sich sein Jubiläum anders vorgestellt. So wirklich freuen konnte sich der Ice-Tigers-Verteidiger über sein 900. DEL-Spiel nicht – „nicht bei dem Ergebnis“, gestand der 41-jährige, der als insgesamt Neunter und Sechster der noch aktiven Spieler diese Zahl erreichte. „Als ich damals 1996 nach Deutschland kam, dachte ich mir: Gut, da bleibst du jetzt ein paar Jahre und gehst dann zurück nach Hause.“ Doch der Deutschkanadier blieb und lief anschließend 900. Mal in der Deutschen Eishockey-Liga auf – eine Bilanz, die nicht selbstverständlich ist. „Ich hatte viel Glück mit der Gesundheit, spiele relativ einfach und halte mich immer fit“, erklärte Leask, der nichts in seiner Laufbahn bereut und sein 1000. Match „noch weit weg“ sieht. Seine absoluten Karriere-Höhepunkte: Neben den beiden Meisterschaften mit den Eisbären Berlin (2005, 2006) auf jeden Fall die Teilnahme an den Olympischen Spielen mit der deutschen Nationalmannschaft in Italien 2006. Nürnberg beginnt stark Alles andere als ein Highlight war die jüngste Heimniederlage gegen Iserlohn. Zum fünften Mal in Folge verloren die Nürnberger und wirklich tröstend war der eine Punkt, den die Franken nach dem Penaltyschießen mitnahmen, nicht.
Dabei begannen die Gastgeber stark und starteten angriffslustig in die Partie. „Von der zweiten bis 15. Minute war Nürnberg die bessere Mannschaft“, wusste auch Iserlohns Trainer Doug Mason. Doch was fehlte, war klar: Tore! Es war kein Vorbeikommen an Sébastien Caron – bis Yasin Ehliz im Mittelabschnitt den Roosters-Keeper in Überzahl dann doch überwinden konnte (31.). Auch anschließend waren die Franken vorerst noch das aktivere Team. „Wir haben den Ice Tigers viel zu viel Raum gelassen“, fand Mason. „Ich habe gesagt: Jungs, kommt, wir müssen besser reagieren“, was die Sauerländer dann auch taten und aggressiver wurden. Iserlohn gleicht aus und gewinnt „Wir sind immer mehr in Schwung gekommen und haben langsam mehr Torchancen kreiert“, zeigte sich der Coach zufrieden - vor allem, da es nicht bei den Möglichkeiten blieb. In der 45. Minute war es, als Thomas Holzmann schließlich den Ausgleich für den IEC erzielte. Die rund 60 mitgereisten Roosters-Fans, die von Anfang an für Stimmung sorgten, freuten sich. Doch beim 1:1 blieb es dann auch erst einmal, da sich die Torflaute fortsetzte. So ging es in die Verlängerung und letztendlich ins Penaltyschießen, das Iserlohn mit Treffern von Mike York und Mark Bell für sich entschied. Yan Stastny scheiterte für Nürnberg an Sébastien Caron und Patrick Reimer verfehlte das Gästetor. „Am Ende waren wir die Glücklicheren mit zwei Punkten“, freute sich Doug Mason. Doch auch Bengt-Ake Gustafsson war gar nicht so unzufrieden mit seinen Jungs. „Wir sind gut gestartet und haben super gespielt, aber eben keine Tore geschossen. Das war der Unterschied“, so der Ice-Tigers-Trainer, der schon vieles positiver sah, als noch bei den Niederlagen zuvor. „Wir sind viel besser vor dem Tor, haben mehr Schüsse. Aber wir brauchen einfach mehr Glück.“ Das erhofft er sich endlich am Freitag, wenn die Franken die Augsburger Panther zur Faschingsparty empfangen. Und damit heißt es in der Arena Nürnberger Versicherung nicht nur „Derby-Time“, sondern auch „Nürnberg aha!“ Für die Iserlohn Roosters geht es am Mittwoch in die Karnevals-Hochburg Köln.














