Anzeige
Dresdner Eislöwen

"Es gibt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken!"

Lesedauer: 3 Minuten

Auch das zweite Spiel dieses Play-Off-Viertelfinales zwischen den Dresdner Eislöwen und den Bietgheim Steelers ging knapp mit 2:1 (0:0; 1:0; 0:1; 1:0) in der Verlängerung an die Ellentaler. In einer hochspannenden Partie sorgte eine Schiedsrichterentscheidung für mächtig Aufregung.

Anzeige

Nach zwanzig Minuten Verlängerung ertönte die Schlusssirene und denkbar knapp danach überquerte der Puck die Torlinie…das Schiedsrichtergespann entschied auf regulären Treffer und das Spiel war beendet. „Die glücklichere Mannschaft hat gewonnen“, war Steelers-Coach Kevin Gaudet erleichtert und plädierte salomonisch für die Einführung des Videobeweiseses. Dagegen sprach Eislöwen-Trainer Thomas Popiesch Klartext: „Ich brauch ich keinen Videobeweis um zu sehen, dass die Scheibe noch nicht hinter der Linie war, als die Sirene kam.“ Es sei dahin gestellt, ob die Dresdner in einer zweiten Overtime gewonnen hätten, aber so wurde beiden Mannschaften eine sportliche Entscheidung verwehrt. „Wir haben zweimal sehr ordentlich gespielt“, war auch Lukas Slavetinsky entäuscht. „Aber wir haben eben auch zweimal in der Verlängerung verloren, obwohl wir vielleicht näher dran waren als der Gegner. Das ist bitter.“ Zwar führen die Steelers die Serie jetzt mit 2:0 an, an aufgeben ist bei den Eislöwen jedoch noch lange nicht zu denken: „Man sollte nicht mehr drüber nachdenken. Vielleicht laufen die nächsten Spiele in die andere Richtung“, gibt sich Slavetinsky kämpferisch. „Es gibt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Wir müssen uns an den positiven Sachen aufrichten, die wir in den zwei Spielen gemacht haben. Und einfach weitermachen.“  Und es gab eine Menge positive Sachen. Zwar starteten die Dresdner mit etlichen Fehlpässen, die die Gäste sofort gut ins Spiel brachten. Aber diese Phase währte nicht lange. Die vierte Reihe mit zweimal Schlenker und Lüsch machte viel Dampf, erarbeitete sich die ersten Chancen und die anderen zogen nach. Läuferisch bewegten sich die Eislöwen auf einem hohen Niveau. Die Förderlizenzspieler brachten noch einmal frischen Schwung, dass Tempo konnte mit vier Reihen hoch gehalten werden. Mit einem überragenden Kevin Nastiuk als Schlussmann und einer konzentrierten Abwehrleitung der gesamten Mannschaft konnte der besten Offensive der Liga über weite Strecken Einhalt geboten werden. Und in puncto Kampf- und Einsatzbereitschaft hatten die Hausherren vielleicht den Tick mehr Biss. Einziges Manko: Viele hochkarätige Chancen ließen die Ellentaler nicht zu, aber die es gab, wurden nicht genutzt. So verstrich eine über eine 78sekündige Fünf gegen Drei Überzahl erfolglos. Aber fairerweise muss man hinzufügen, dass sich auch Sinisa Martinovic im Tor der Steelers in absoluter Topform befindet. Nach zwei Spielen Sperre stand Stefan Chaput wieder im Kader. Doch seine Einsatzzeit im Viertelfinale war kurz: ganze 33 Minuten, 27 Sekunden. Nach dem er wegen eines Checks gegen Kopf-und Nacken gegen Frederic Cabana erneut mit einer Matchstrafe vom Eis musste, wird er als Wiederholungstäter mit einer härteren Strafe rechnen müssen. Damit erwies er jedoch seiner Mannschaft einen Bärendienst: in der folgenden Überzahl erzielten die Gäste durch Marcus Sommerfeld (36.) den Führungstreffer, der dabei die sonst hervorragend stehende Defensive der Dresdner einfach stehen ließ. Die Vorlage kam übrigens vom Torhüter. Unter die Kategorie „Absolut sehenswert“ fiel auch der Ausgleichstreffer durch Steven Rupprich (21.): der Stürmer startete seinen Sololauf im Eislöwen-Drittel, tanzte alle Gegenspieler aus, schloss 20 Sekunden nach Wiederbeginn konsequent ab und erzielte den verdienten Ausgleich. In der Verlängerung gab es Powerhockey vom Feinsten zu sehen, was die Halle zum Kochen brachte und nur kurz durch eine Strafzeit gegen die Gastgeber gestoppt wurde. Danach ging es nahtlos weiter und diese zwanzig Minuten konnte man mit Fug und Recht als das beste Eishockey bezeichnen, was die Fans in dieser Saison bislang zu sehen bekommen hatten. Das Ende ist bekannt, Mark Heatley (80.) brachte den Puck über die Linie und sein Team in der Serie mit 2:0 in Führung. „Für irgendetwas wird es gut sein“, war das Fazit von Eislöwen-Trainer Thomas Popiesch. „Wir haben in dieser Saison schon einige Nackenschläge bekommen und werden auch diesen wegstecken. Wir werden sehr angriffslustig nach Bietigheim fahren.“

Archiv
Anzeige
Weitere Artikel
Mehr Artikel →
Top-Meldungen
Mehr Artikel →
Anzeige