Anzeige
Der Torhüter der Iserlohn Roosters im Interview

Daniar Dshunussow: Volle Konzentration auf die Play-offs

Lesedauer: 4 Minuten

0:3 lagen die Iserlohn Roosters bei den Kölner Haien zurück, als Daniar Dshunussow für den zuvor glücklosen Mathias Lange in das Roosters-Tor eingewechsellt wurde. Im Endeffekt hielt er den Kasten sauber und wurde im Penaltyschiessen zum Matchwinner.

Anzeige

Gerade genesen von einer schweren Bandscheibenoperation, die ihn lange Zeit in die Zuschauerrolle hineingedrängt hatte, konnte Daniar Dshunussow wieder mal eindrucksvoll seine Klasse unter Beweis stellen. Nach 28:26 Minuten beim Stande von 3:0 für die Kölner Haie eingewechselt, gab er seinen Vorderleuten die nötige Ruhe und hielt seinen Kasten für den Rest des Spieles – fünf Minuten Overtime und zwei Penaltys im Shootout kamen noch dazu – sauber. Nach der Partie konnte sich Hockeyweb noch mit dem „Helden“ unterhalten. Hockeyweb: Das ist wohl der Traum eines jeden Goalies: Das Team liegt 0:3 hinten, er kommt rein, hält sein Tor sauber und das Spiel wird noch gewonnen! Daniar Dshunussow: Ja klar! Das ist schon eine extrem schöne Situation, dass man nicht reinkommt und seine Bude noch mehr vollbekommt, da man nicht richtig warm ist. Bei mir war es halt so, dass ich halt das Glück hatte, dass ich langsam ins Spiel hereinkam, die Jungs dann aufgedreht haben, den Rückstand wettgemacht haben, ins Penaltyschiessen hereinkamen und dort auch das nötige Glück hatten. Es wäre ja schön, würden Sie für Ihre famose Leistung ohne Gegentor ein Shutout in der Statistik gutgeschrieben bekommen! Dem wird aber nicht so sein, da für einen Shutout wichtig ist, dass ich das ganze Spiel zwischen den Pfosten stehe. Könnte man sagen, dass das Spiel 3:0 ausgegangen wäre, hätten Sie von Anfang an im Tor gestanden? Man könnte auch sagen, dass ich dann bei 0:3 ausgewechselt worden wäre und Mathias Lange wäre der Matchwinner gewesen! Sie hatten sich mit Ihren Roosters ins Penaltyschiessen gerettet, welches Sie dann gewonnen haben. Wie ist so ein Shootout? Das hängt ein wenig auch von der Tagesform ab – kann der Spieler seinen Trick richtig umsetzen, findet der Torhüter die nötige Konzentration, richtig zu reagieren! Erfreulicherweise hatten wir heute das Glück auf unserer Seite. Dieses Eishockeyjahr in Iserlohn fing für Sie ja nicht sonderlich gut an – eine Bandscheibenoperation war nötig, es folgte eine längere Reha und Sie waren lange gezwungen zuzuschauen. Haben Sie daran gedacht, bald wieder mit solchen Leistungen zwischen den Pfosten zu stehen? Die ersten Wochen nach der Verletzung und der Operation waren schon nicht so toll! Ich habe mir schon Gedanken gemacht, ob das alles wieder so wird. Als ich dann in der Reha gesehen habe, dass sich relativ schnell gute Fortschritte einstellten, wurde ich immer zuversichtlicher. Hinzu kam, dass die ersten Einheiten auf dem Eis auch sehr positiv verliefen und da habe ich mich halt Stück für Stück wieder reingearbeitet. Das Ganze ist ein Prozess, in dem ich mich immer mehr verbessern möchte! Machen Sie immer noch spezielle Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur? Ich bin mir bewusst, dass ich jetzt aufpassen muss! Darum mache ich schon täglich Übungen, die der ganzen Muskulatur, vor allem im Rückenbereich mehr Stabilität geben. Wie sehen Sie das weitere Abschneiden Ihrer Roosters? Es sieht ja mindestens nach dem sechsten Rang aus, der zur direkten Playoff-Teilnahme berechtigt! Die Hoffnung ist natürlich, dass wir sechster werden – noch ist nichts sicher! Wir konzentrieren uns jetzt ganz auf die Endrunde, da wir die Pre-Playoffs auf jeden Fall sicher haben. Alles andere schieben wir jetzt zur Seite. Wir haben noch zwei Spiele und da setzen wir alles dran, unter die ersten sechs zu kommen, was extrem wichtig ist. Die heutigen zwei Punkte und die Ergebnisse der anderen Playoff-Kontrahenten waren sehr günstig für uns. So hoffen wir, dass wir den Platz halten können. Und dann heißt das neue Ziel: Meisterschaft! Das wäre wohl der größte Fehler, den wir machen könnten, noch vor dem Start der Playoffs über die Meisterschaft zu reden. Am Anfang kann man erstmal nur das Viertelfinale gewinnen und deswegen auch nur darauf konzentrieren!

Archiv
Anzeige
Weitere Artikel
Mehr Artikel →
Top-Meldungen
Mehr Artikel →
Anzeige