Die Penny DEL steht vor ihrem Saisonstart und auch in diesem Jahr dürfen sich Eishockeyfans ins Deutschland auf spannende Duelle sowohl an der Spitze als auch im Keller der Tabelle freuen. Speziell der Abstiegskampf dürfte sich intensiver denn je gestalten. Nachdem es in der Vorsaison die Krefeld Pinguine erwischte, stellt sich die Frage, wer diesmal die besten Chancen auf die Rettung hat. Ein Überblick:

Kampf um die Klasse: Welche DEL-Teams müssen zittern?

Nach 31 Jahren Erstklassigkeit mussten die Krefeld Pinguine den schweren Gang ins deutsche Unterhaus angehen. Trotz juristischer Vorgehen, die der Verein angekündigt hatte, konnte der Abstieg letztendlich nicht mehr verhindert werden. Auch ein weiterer Verein wird es am Ende der Saison nicht verhindern können, ganz unten zu stehen. Wen wird es erwischen?

Sechs Punkte fehlten den Augsburger Panthern am Ende der Hauptrunde, um an den Playoffs teilzunehmen. Umso mehr dürften sie in der kommenden Spielzeit genau für dieses Ziel kämpfen und versuchen, erneut nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Gleiches gilt für die punktgleichen Iserlohn Roosters, die mit Sebastian Streu einen zweifachen DEL-Meister verpflichten konnten. Die Chancen auf eine Playoff-Teilnahme stehen für die Roosters und die Panther ausgesprochen höher als auf den Abstiegskampf.

Gute Chancen auf den Klassenerhalt können sich auch die Schwenninger Wild Wings erhoffen. Das Team von Neutrainer Harold Kreis verstärkte sich mit namhaften Zugängen wie dem langjährigen Nationalspieler Sebastian Uvira und Alex Trivellato, der zuvor beim HC Bolzano in Italien tätig war. Die Qualität des Kaders verbessert sich dadurch auf jeden Fall. Dass sie die Spielzeit erneut auf dem vorletzten Platz beenden, erscheint zum jetzigen Zeitpunkt sehr unwahrscheinlich.

Die Bietigheim Steelers haben sich seit ihrem Aufstieg in die DEL bisher gut geschlagen, richtig etabliert sind sie deshalb aber noch nicht. Zusätzlich verfügten sie in der letzten Saison über die schwächste Defensive (207 Gegentore) und Verstärkungen blieben bis zu diesem Zeitpunkt aus. Die Steelers werden am Limit spielen müssen, um den Abstieg erneut zu vermeiden.

Als Aufsteiger haben die Löwen Frankfurt auf dem Papier zwar die schlechtesten Chancen auf eine erfolgreiche Saison, der fehlende Druck in ihrer ersten DEL-Saison seit über 10 Jahren könnte jedoch zu ihrem Vorteil werden. Allerdings haben viele Leistungsträger, darunter auch Erfolgscoach Bohuslav Subr, die Löwen verlassen und die Neuzugänge werden sich noch beweisen müssen. Auch den Frankfurtern steht demnach eine schwere Saison bevor. In jedem Fall wäre der Klassenerhalt für die Hessen ein großer Erfolg.

Hockeyweb-Prognose: Augsburg und Iserlohn retten sich bereits frühzeitig, während Schwenningen ebenfalls nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. Den letzten Platz bestimmen Bietigheim und Frankfurt unter sich.

Aktuelle Situation in der DEL

Jahrelang war die DEL eine geschlossene Liga, bevor zur Saison 2020/21 der Auf- bzw. Abstieg wieder eingeführt werden sollte. 2006 konnten zuletzt Mannschaften in die höchste deutsche Eishockeyspielklasse aufsteigen. Der letzte Abstieg ist sogar schon 16 Jahre her. Damals waren die Kassel Huskies aus der DEL abgestiegen.

Durch die Covid19-Pandemie wurde der Abstieg für ein Jahr ausgesetzt. Die Bietigheim Steelers durften zwar aufsteigen, allerdings kein Team musste absteigen. In der folgenden DEL-Saison wurde die Meisterschaft mit 15 statt wie üblich 14 Teams ausgespielt. Das Ganze sollte die Folgen haben, dass es in der Saison 21/22 zwei Absteiger geben sollte. Da die Pandemie allerdings immer noch weitreichende Folgen auf die Liga hatte, wurde ein Absteiger ausgesetzt. Also mussten statt zwei Mannschaften in der Saison 21/22 nur eine Mannschaft absteigen. Diese Mannschaft waren die Krefeld Pinguine. Die Pinguine beschwerten sich zwar vehement und wollten den Abstieg zunächst anfechten, doch am Ende akzeptierten sie den Gang in die zweite Liga. Für Krefeld war die Corona-Situation mit den Spielausfällen, Notkadern und Geisterspielen Grund genug, um den Abstieg noch für ein Jahr mehr auszusetzen. Auch Nürnbergs Sportdirektor Stefan Ustorf äußerte sich während der letzten Saison im Hockeyweb-Instagram-Live kritisch zum Thema Abstieg: „Der Abstieg bringt das deutsche Eishockey keinen Furz nach vorne!“

In der kommenden Saison wird die DEL wieder mit 15 Mannschaften an den Start gehen. Als Aufsteiger konnten sich die Löwen Frankfurt für die höchste deutsche Eishockeyliga qualifizieren. In der Saison 22/23 wird es wieder zwei Absteiger geben, außer wenn es keinen Aufsteiger gibt. Dann wird ein Absteiger ausgesetzt. Das Ziel ist es nämlich wieder auf 14 Mannschaften zu kommen.