Brüderduell in der DEL: Johannes gegen Philipp Krauß - das steckt dahinter

Am Donnerstagabend spielten nicht nur die Iserlohn Roosters gegen die Augsburger Panther. Mit Johannes und Philipp Krauß trafen zwei Brüder aufeinander – erstmals als Gegner in unterschiedlichen DEL-Trikots.
Der 23-jährige Johannes wechselte im Sommer vom ERC Ingolstadt zu den Iserlohn Roosters. Sein knapp 20 Monate älterer Bruder Philipp verließ die Schanzer ebenfalls und läuft seit dieser Saison für die Augsburger Panther auf.
Gemeinsame Wurzeln, getrennte Wege
Beide Brüder haben ihre Wurzeln im bayerischen Eishockey. Philipp entwickelte sich beim ESV Kaufbeuren und schaffte anschließend den Sprung in den Profibereich. Über die DEL2 führte sein Weg schließlich in die DEL.
Auch Johannes arbeitete sich über den Nachwuchs und die DEL2 in die höchste deutsche Spielklasse vor und ging über Kaufbeuren und Ravensburg denselben Weg. Zwei Jahre später folgte er seinem Bruder in die DEL. Eine wichtige Station der Brüder war dabei der ERC Ingolstadt. Dort standen sie zuletzt gemeinsam auf dem Eis, bevor sich ihre Wege in diesem Sommer trennten.
Damit endete vorerst die gemeinsame Zeit im selben Verein. Die beiden haben über Jahre zusammen trainiert und sind auch heute noch täglich im Austausch. Nun standen sie sich 65 Minuten lang als Gegner gegenüber.
Für Philipp gab es bereits erste Erfolgserlebnisse. Am ersten Spieltag war er am einzigen Tor seines AEV in Nürnberg beteiligt. Beim 7:3-Erfolg zu Hause gegen die Schwenninger Wild Wings erzielte er das zwischenzeitliche 6:2. Johannes wartete mit Iserlohn dagegen vor dem Duell noch auf die ersten Punkte.
Brüderduelle mit besonderer Geschichte
Brüderduelle kommen in der DEL immer mal wieder vor. In der vergangenen Saison trafen die Hirose-Brüder sowie die Hungerecker-Brüder in Duellen aufeinander. Besonders kurios war das Aufeinandertreffen der Hungerecker-Brüder im Januar 2026. Schwenningens Angreifer Phil traf ins leere Tor, das sein Bruder Leon im Trikot der Fischtown Pinguins aufgrund eines zusätzlichen Spielers verlassen hatte.
So eine Kuriosität gab es an diesem Abend nicht. Johannes spielte in der dritten Reihe mit Maximilian Eisenmenger und Denis Lobach und erhielt von Trainer Stefan Nyman 17 Minuten Eiszeit. Philipp stand in der zweiten Reihe mit Jimmy Lambert und Tim Wohlgemuth auf dem Eis und spielte knapp 16 Minuten.
Philipp gewinnt mit Augsburg
Am Ende gewann Augsburg mit 3:2 nach Penaltyschießen. Beim 1:0 der Iserlohn Roosters durch Reihenkollege Eisenmenger stand Johannes für seine Farben auf dem Eis. Beobachtet wurde das Spiel von Bundestrainer André Rankel, der sich einen Eindruck von möglichen Nationalspielern machte. Auch die Krauß-Brüder, die bereits an der Vorbereitungsphase zur WM 2026 teilnahmen, stehen sicherlich auf seinem Zettel.
In einer kleinen Presserunde nach dem Spiel schilderten die Brüder ihre Eindrücke zu einem sicherlich besonderen Moment in der DEL-Saison. Beide sagten, dass sie während des Spiels den Fokus auf ihre eigene Leistung gelegt hätten. Der Wechsel sei ebenfalls kein großes Thema zwischen den beiden gewesen. „Schließlich geht jeder im Eishockey seinen eigenen Weg“, sagte Philipp. Da beide nicht für überharte Spielweise bekannt seien, würden gegenseitige Checks auch in weiteren Duellen ausbleiben.
Und wer bezahlt nun das Essen? Auf die Frage, ob der Verlierer dem Gewinner eine Mahlzeit schulde, hatte Johannes eine klare Antwort: „Das ist bereits am Vorabend passiert, das muss reichen.“
Drei weitere Aufeinandertreffen stehen in dieser Saison noch auf dem Spielplan. Für Johannes also drei weitere Chancen zur Revanche – auf dem Eis und vielleicht anschließend auch auf dem Speiseplan.













