Black Wings Linz übernehmen die Tabellenführung

Was macht die ICEHL in dieser Saison so spannend? Es sind die verpassten Möglichkeiten – so auch am Freitag. Der HC Bozen hätte seine Führung ausbauen können, der Klagenfurter AC hätte den Sprung auf Platz eins schaffen können und die diesmal spielfreien Mailänder hatten es bereits in der letzten Woche in der Hand – und vergeigten zumindest diese Chance.
Die Überraschung des Tages aber boten die Black Wings Linz. Die Oberösterreicher, die zum Derby in das nur knapp 130 Kilometer entfernte Salzburg fuhren, zeigten den dort beheimateten Roten Bullen, wo im Augenblick das attraktivste Eishockey geboten wird. Hier stach vor allem ein Akteur heraus: Graham Knott. Der 29-jährige Kanadier erzielte zwei Tore, wobei das 3:0 besonders auffiel, weil er an der Mittellinie wartete, von Trenton Bliss per Steilpass geschickt wurde und er danach mutterseelenallein mit einem trockenen Rückhandschlenzer Red-Bull-Keeper David Kickert überwand. Das nervte dann Michael Raffl derart, dass er sich mit Gregory Moro an der Bande prügelte. Beide musste für fünf Minuten auf die Strafbank und sahen dort sogar noch das 4:0 von Oskar Maier für die Black Wings. 20 Minuten später stand es 6:0 für die Gäste und die Statistiker mussten lange zurückblicken, bis man dieses Ergebnis fand. Am 12. Dezember 2020 gewannen die Salzburger zuletzt mit 6:0, auswärts, und wo? Ausgerechnet in Linz.
Etwas anders sah die Situation in Ljubljana aus. Olimpija empfing den Tabellenführer aus Bozen und kämpfte diesen vor 3.400 Zuschauern förmlich nieder. Spieler des Tages war der frühere Oberligastürmer Marcel Mahkovec, der für die Gastgeber einmal traf und einen Assist gab. Der Knackpunkt für die Südtiroler war wohl das vierte Gegentor, das Miha Bericic in Unterzahl erzielte.
Eine wirklich überraschende Heimniederlage leistete sich der Klagenfurter AC gegen die Vienna Capitals. Dabei zeigten sich die Gäste vor über 3.800 Fans absolut gleichwertig, hatten mit 33:30 Schüssen auch indirekt die Nase vorn und konnten sich freuen, dass sie mit Shane Gersich den Mann des Tages in ihren Reihen hatten. Gersich erzielte die Tore zwei und drei und weil Wiens Keeper Adam Reideborn, dessen Vertrag erst in der letzten Woche bis Frühjahr 2028 verlängert wurde, einen Sahnetag erwischt hatte, gingen die Punkte etwas unerwartet an die Hauptstädter.














