Das Thema Auf- und Abstieg polarisiert im deutschen Eishockey seit Jahren. Funktionäre, Spieler, Trainer und Fans sind sich stets uneinig was denn die beste Lösung für das deutsche Eishockey wäre. Seit kurzem ist der Auf- und Abstieg allerdings wieder möglich.

Die DEL2 geht in ihre nächste Saison und wieder sind spannende Duelle um den Abstieg, die Play-Offs und schließlich den Aufstieg ins Oberhaus zu erwarten. Während die Löwen Frankfurt in der Vorsaison nicht zu stoppen waren, könnte sich der Kampf in diesem Jahr deutlich ausgeglichener gestalten. Wer hat die besten Chancen? Für wen könnte es eng werden? Hier ein kurzer Überblick.

Aktuelle Situation

Lange Zeit war die DEL eine geschlossene Liga, bevor zur Saison 2020/21 der Auf- bzw. Abstieg wieder eingeführt werden sollte. Durch die Corona-Pandemie allerdings wurde der Abstieg dann allerdings um ein Jahr nach hinten verschoben. Die Bieitigheim Steelers durften zwar aufsteigen, aber kein Team musste dafür absteigen. Die DEL fand dann in der Saison 2021/22 mit 15 Teams statt. Deswegen sollten dann in dieser Saison planmäßig zwei Teams absteigen. Doch wieder aufgrund von Corona wurde die Regelung abgeändert. Statt zwei Teams musste am Ende der Saison nur ein Team absteigen. Dabei erwischte es die Krefeld Pinguine, nachdem sie bereits in der Saison zuvor das schwächste DEL-Team waren.

In der DEL wird es in der kommenden Saison allerdings wieder 15 Teams geben, da die Löwen Frankfurt den Aufstieg geschafft haben. Wenn es in der Saison 2022/23 wieder einen Aufsteiger geben sollte, dann werden in der kommenden Saison zwei Teams aus der DEL in die DEL2 absteigen müssen. Falls es keinen Aufsteiger gibt, dann wird es nur einen Absteiger geben.

DEL2 Meister Quoten – Wer steigt in die DEL auf?

Drei Sweeps hintereinander – so lautete die Erfolgsserie der Frankfurter, die sich ohne Niederlage in den Playoffs gegen den EHC Freiburg, die Heilbronner Falken und schließlich die Ravensburg Towerstars durchsetzen konnten. Die schier übermächtigen Hessen treten in dieser Saison in der Penny DEL an, wodurch sich das Tor ins Oberhaus für andere Teams öffnet.

Die Top Favoriten: Ravensburg Towerstars & Krefeld Pinguine

Als amtierender Vizemeister dürften die Ravensburger auch in diesem Jahr wieder um den Aufstieg mitmischen. Im Vorjahr beendeten die Stars die Hauptrunde auf Platz 3 und gewannen sogar alle vier Duelle gegen den späteren Aufsteiger. An ihnen führt im Kampf um die DEL2-Krone kein Weg vorbei.

Auch ein gutes Abschneiden der Krefeld Pinguine ist wahrscheinlich. Als Absteiger aus der DEL ist der direkte Wiederaufstieg das Minimalziel, wenn nicht sogar absolute Pflicht. Die Geschäftsführung und ein Großteil des Kaders besitzen DEL-Qualität. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob sie die Abgänge in dieser Saison kompensieren können, da viele Spieler nach dem Abstieg den Weg ins Oberhaus und zum Teil ins Ausland gesucht haben.

Hessische Verfolger: Kassel Huskies & EC Bad Nauheim

Sollten die Löwen Frankfurt den Klassenerhalt schaffen, ist es nicht ausgeschlossen, dass der Anteil der hessischen Teams im deutschen Oberhaus größer wird. Denn auch der EC Bad Nauheim sowie die Kassel Huskies haben gute Chancen auf eine weitere erfolgreiche Saison. Das letzte Playoff-Duell der zwei Aufstiegsaspiranten konnten die Wetterauer mit 4:3 für sich entscheiden, ehe sie sich den Ravensburgern im Halbfinale geschlagen geben mussten. Eine mögliches Wiedersehen wäre demnach die Chance auf eine Revanche.

Der Geheimfavorit: Heilbronner Falken

Zum engeren Favoritenkreis dürften nach den letzten Playoffs ohne Zweifel die Heilbronner Falken gehören. In der Hauptrunde reichte es lediglich für Platz 7, doch bereits im Viertelfinale legten sie eine deutliche Leistungssteigerung hin und bezwangen den Zweitplatzierten aus Dresden mit 4:2. Nicht unwahrscheinlich, dass auch im Halbfinale mehr drin gewesen wäre, hießen die Gegner nicht Löwen Frankfurt. Auf die Falken darf man daher sehr gespannt sein.

Die sächsischen Außenseiter: Dresdner Eislöwen & Eispiraten Crimmitschau

Lediglich Außenseiterchancen dürften in diesem Jahr die Dresdner Eislöwen haben. Während sie in der vergangenen Spielzeit mit 110 Punkten auf Platz 2 hinter der Löwen landeten, wurden sie in den Playoffs ihren Leistungen nicht gerecht und schieden bereits in der ersten Runde aus. Sie werden sich, genauso wie die Eispiraten Crimmitschau, steigern müssen. Die Eispiraten erreichen zuletzt den sechsten Platz in der DEL2 – da ist noch Luft nach oben.

Neben dem ESV Kaufbeuren und dem EV Landshut, die im Vorjahr beide in den Pre-Playoffs scheiterten, richtet sich der Blick auch auf die Eisbären Regensburg. Der Aufsteiger aus der Oberliga Süd geht ohne jeglichen Druck in sein erstes DEL2-Jahr. Genau das könnte dem Liganeuling von Nutzen sein. Es bleibt spannend!