Hammer Eisbären ziehen sich vom Spielbetrieb zurück

Die Hammer Eisbären ziehen sich vom Spielbetrieb zurück. Der Betreiber der Eishalle, die städtische Maximilianpark Hamm GmbH habe, so die EB Spielbetriebs GmbH, „entgegen den Zusicherungen in den Vorgesprächen unzumutbare Forderungen und Aussagen vorgetragen, die die EB Spielbetriebs GmbH dazu veranlasst haben, die Hammer Eisbären vom Oberliga-Spielbetrieb der Saison 2014/15 zurückzuziehen“, erklärten die Eisbären in einer Mitteilung.
Inwieweit von dieser Entwicklung auch der Stammverein der Hammer Eisbären, der Lippe-Hockey Hamm Nachwuchsförderung e. V. (LHH), betroffen ist, erscheint derzeit noch unklar. Im Juni hatte die Kenston Sport GmbH über die neu gegründete Spielbetriebsgesellschaft EB Spielbetriebs GmbH den Spielbetrieb der ersten Eishockey-Seniorenmannschaft der Hammer Eisbären übernommen hatte. Zu diesem Zeitpunkt schien die Eishalle im Maxipark in Hamm als Spielort gesichert. Im März erklärte sich Kenston unter gewissen Umständen bereit, „die Eishalle im Maxipark als Eigentümer zu übernehmen“, „um die Spielstätte der Eisbären langfristig zu sichern und in einen spieltauglichen Zustand zu bringen. Vor diesem Hintergrund starteten Anfang März 2014 erste Sondierungsgespräche zum Thema zwischen dem Stadtkämmerer der Stadt, Herr Markus Kreuz, und der Kenston Unternehmensgruppe“, erklären die Eisbären weiter. Die Gespräche seien daraufhin aber ins Stocken geraten. Allerdings standen erhebliche Arbeit an der Eissporthalle an, wie Kenston darlegt. Am 18. August tagte der Aufsichtsrat der Maximilianpark Hamm GmbH. „Diese Tagung fand sodann mit für Kenston unhaltbaren Ergebnissen statt.“ Das Unternehmen fasst die Punkte wie folgt zusammen: „Die Stadt wird entgegen den Aussagen des Geschäftsführers der Maximilianpark Hamm GmbH keinerlei Geld in die Eishalle investieren. Noch nicht einmal für Malerarbeiten. Kosten der Eishallenanmietung für sieben Monate für Jugend und Senioren: rund 73.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Im Vergleich: Die Anmietungsgebühren in der Vergangenheit betrugen insgesamt rund € 45.000 + MWST. Umsatzbeteiligung der Stadt Hamm am Catering bei Eisbären-Spielen: 10 %. Umsatzbeteiligung der Stadt Hamm am Kartenverkauf bei Eisbären-Spielen: 20 %. Kosten für eine neue Eishallen-Uhr und Leinwand trägt die Stadt nicht.“ Weiter erklärt Kenston: „Das Ergebnis hieraus ist, dass Kenston rund 120.000 Euro Aufwand hätte, um die Eishalle in einem spieltauglichen Zustand anzumieten. Und das, obwohl der Geschäftsführer der Maximilianpark Hamm GmbH unter Zeugen bestätigte, dass die Maximilianpark Hamm GmbH die Eishalle in einen spieltauglichen Zustand zu bringen habe. Auf Basis dieser untragbaren Forderungen steht die Kenston Unternehmensgruppe ab sofort nicht mehr zur Sicherstellung der Spielbetriebs der Seniorenmannschaft der Hammer Eisbären zur Verfügung.“ Patrick Drees, Geschäftsführer der EB Spielbetriebs GmbH, wird in der Mitteilung wie folgt zitiert: „Diese Vorkommnisse erzeugen den Eindruck, dass Kenston bewusst unter Druck gesetzt werden soll, da die ‚Halle ja auf jeden Fall angemietet werden muss‘. Als ordentliche und ethische Kaufleute ist für uns solch ein Geschäftsgebaren absolut inakzeptabel. Auf dieser Basis lässt sich sicher kein Vertrauen mehr herstellen. Wir waren gerne bereit enorm am Standort Hamm in den Eishockey-Sport zu investieren. Jedoch nun in eine marode Eishalle erst einmal sechsstellige Anlaufkosten investieren zu sollen – hierzu erübrigt sich jedes weitere Wort. Zumal die Eishalle noch nicht einmal unser Eigentum ist. Die Stadt Hamm muss sich auch die Frage stellen, was nun mit den rund 170 Kindern gemacht werden soll, die ihre Eishockey-Heimat verlieren werden. Das ist mehr als tragisch. Denn wie soll ein Jugendverein mit rund 35.000 Euro Einnahmen solche Eismieten zahlen können. Zumal die Stadt Hamm die Eishalle mutmaßlich in einen verheerenden Zustand hat kommen lassen. Auf dieser Basis ist es sogar mehr als grotesk, dass die Stadt Hamm von der Jugend wohl noch rund 8.000 Euro Eishallenmiete für die vergangene Saison einfordert, obwohl sie selber die Eishalle über zwölf Jahre nicht durch den TÜV hat abnehmen lassen. Das ist unter Sicherheitsaspekten nicht zu tolerieren und muss zwingend auch rechtliche Schritte nach sich ziehen. Trotzdem werden wir den Vorstand des Stammvereins soweit wie möglich weiter unterstützen, damit der LHH für die Jugend weiter existiert.“ Roland Fratczak, 1. Vorsitzender des LHH, zum aktuellen Geschehen: „Wir wurden über die aktuelle Entwicklung durch Kenston in Kenntnis gesetzt und bedauern diese sehr, da sich in der kurzen Zeit der Zusammenarbeit bereits ein großes Vertrauensverhältnis zwischen dem LHH und Kenston aufgebaut hat. Wir können die Entscheidung von Kenston absolut nachvollziehen. Es freut uns daher ganz besonders, dass Kenston trotzdem weiter an unserer Seite steht, um dem Eishockeynachwuchs in Hamm zu unterstützen.“














