Oberliga Nord LivetickerErgebnisseTabelleSpielplan
Anzeige
Hannover Indians

Indians bezwingen Beach Boys mühevoll

Lesedauer: 4 Minuten
Indians bezwingen Beach Boys mühevoll

Mit einem etwas glücklichen 5:4 (1:2, 2:0, 2:2) gegen den EHC Timmendorfer Strand vor 1842 Zuschauern halten die Hannover Indians ihren Vorsprung von vier Punkten vor dem ärgsten Verfolger aus Braunlage.

Anzeige

Damit kommt es am kommenden Woche zum absoluten Fernduell, wenn die Harzer mit Wedemark und Nordhorn relativ leichte Gegner haben, während sich die Indians der direkten Konkurrenz  (Hannover Scorpions, Rostock)  messen müssen. Der wichtigste Mann fehlte bei den Indians und das merkte man. Damit war nicht einer der Spieler gemeint sondern Oberhäuptling Peter „Peewee“ Willmann. Der Coach des führenden Teams der Oberliga Nord hatte sich am Freitag beim Pokalspiel über die merkwürdigen Entscheidungen des Schiedsrichter-Trios aufgeregt und daraufhin eine Matchstrafe erhalten. Willmann: „Ich will mich darüber nicht mehr aufregen und mein Co, Marco Spors, schafft es doch auch ohne mich.“  Das war in der Tat so, aber wenn der Leader fehlt, dann kann eine Mannschaft das nicht so einfach wegstecken, schon gar nicht in einer drittklassigen Liga. Die Gäste aus Timmendorf, mit Platz sieben sensationell weit hinten in der Tabelle, zeigten ein für ihre Verhältnisse wirklich starkes Spiel. Hinten kompakt stehend, mit einem fangsicheren Keeper zwischen den Pfosten und nach vorne permanent mit einem oder zwei Mann forecheckend, und regelmäßig schnelle Konter fahrend, brachten sie die Indians mehr als einmal in die berühmte Bredouille. Der Anfang sah dabei aus hannoverscher Sicht noch ganz ordentlich aus. Sofort wurde das Spiel in die Timmendorfer Hälfte verlagert und als Aaron Reckers zusammen mit Christoph Koziol die Scheibe ungehindert zu Andre Gerartz (5.) passen konnten und dieser das schnelle 1:0 erzielte, da schien der Sieg schon festzustehen. Vermutlich auch in den Augen der Indians-Akteure, die mit zunehmender Spielzeit merkten, dass den Beach Boys mit dieser Spielweise nicht beizukommen ist. Im Gegenteil, spätestens nach der Traumkombination von Suchomer und Thorben Saggau, die knapp an Boris Ackers im Indians-Kasten scheiterten, mussten beim Trainerduo Marco Spors und Brad Bagu die Alarmglocken klingeln. Auch wenn sie das taten, es war zu spät. Zuerst hielt Marcus Klupp (13.) sein Arbeitsgerät in einen Schuss von Christian Herrmann, dann schnappte sich Moritz Meyer (16.) die Scheibe und auf einmal führte der krasse Außenseiter mit 2:1. Die Indians waren gewarnt, versuchten sich sofort im zweiten Drittel in der Offensive und hatten Glück. Artus Grass scheiterte noch mit einem Gewaltschuss an Timmendorfs Keeper, der konnte jedoch die Scheibe nicht festhalten und Oliver Duris (22.) sorgte für den verdienten Ausgleich. Zumindest zu diesem Zeitpunkt, auch wenn bereits jetzt feststand, dass es für die Indians nicht zu einem Selbstgänger kommen würde. Dementsprechend froh war man dann auch, als Artus Grass (36.)endlich mal eine schnelle und präzise Aktion zur Führung abschließen konnte. Knapp vier Minuten waren im Abschlussdrittel gespielt, als es am Pferdeturm richtig drunter und drüber ging. Dabei war der Beginn der Action keineswegs spektakulär. Der Angriff von Lukas Turek und Tauno Zobel war eigentlich schon abgewehrt, als der Puck zu Patrick Saggau (45.) kam und dieser mehr aus Verzweiflung als aus echter Absicht den Kasten von Boris Ackers anvisierte. Ackers schien sich absolut sicher und griff doch daneben. Einer der wenigen Fehler des ansonsten sicheren Keepers, der damit für den Ausgleich  sorgte.  Die Antwort der Indians war beeindruckend. Gleich der erste Angriff wurde von Oliver Duris (46.) verwertet, als dieser die Scheibe unter die Latte von Jan-Niklas Gebert zimmerte. Doch noch hielt sich Glücksgöttin Fortuna zurück. Zunächst ließ sie, zu Recht, Timmendorfs Ken Schnabel (47.) gewähren, der mit einem Traumtor den erneuten Ausgleich realisierte, als er drei ECH-Verteidiger, wie Ski-As Christian Neureuther zu seinen besten Zeiten, umkurvte um dann einzuschießen. Das 4:4 war dann endgültig zu viel für die Indians-Defensive. Die immer mutiger agierenden Gäste attackierten nun stellenweise mit drei Mann (Zobel, Herrmann, Meyer) die Indians beim Aufbau und denen viel schlicht nichts ein. Bei Suchomers Strafe in der 51. Minute brachte der Tabellenführer nicht einen gefährlichen Schuss vor das Tor. Im Gegenteil, die Beach Boys waren gefährlichen, hatten mit Zobel und Herrmann Stoßstürmer, deren Aktionen regelmäßig zu Panikattacken bei der heimischen Defensive sorgte. Indians-Coach Spors: „ Wenn die Mannschaft will, dass ich einen Herzinfarkt erleide, dann soll sie so weiter spielen.“  Um Letzteres zu vermeiden, hatte dann die bereits erwähnte Göttin ein Einsehen mit dem ECH. Beim vorletzten Powerplay versuchte sich Gerartz mit einem Schuss, Timmendorfs Keeper Gebert konnte dich Scheibe nicht kontrollieren und Christoph Koziol (56.) stocherte den Puck zum Jubel der Fans über die Linie. Fazit: Ein glücklicher Sieg des Tabellenführers, der damit weiterhin die Konkurrenz aus Braunlage auf Distanz hielt. Timmendorfs Coach Henry Thom gratulierte zwar artig seinem Pendenten Spors zum Sieg, war aber auch enttäuscht: „Ich kann meinem Team keinen Vorwurf machen. Sie haben super gespielt und leider hat am Ende das Quäntchen Glück gefehlt.“ ECH-Co-Trainer Marco Spors: „Es war ein unterhaltsames Spiel mit einem etwas glücklichen Sieg für uns. Der Timmendorfer Kader ist besser als sein aktueller Tabellenplatz und es war ein schweres Stück Arbeit für uns.“

Oberliga Nord
Werbemittel
Alle Highlights der vergangenen Saison kostenlos auf Sporteurope.TV
Anzeige
Weitere Artikel
Mehr Artikel →
Top-Meldungen
Mehr Artikel →
Anzeige