„Ich erwarte viele spannende, emotionsgeladene Spiele“

Die Hannover Indians gehören auch in der anstehenden Saison zu den Favoriten der Oberliga Nord. Hockeyweb sprach mit Manager David Sulkovsky, der in der vergangenen Saison noch für die Schwenninger Wild Wings in der DEL gespielt hat.
Herr Sulkovsky, die ersten 100 Tage als Manager bei den Hannover Indians sind vorbei. War der Sprung vom Spieler zum Manager groß? Es gibt viele Parallelen zum Sportlerleben. Entscheidungen müssen für das Wohl der Mannschaft und der Organisation getroffen werden, nur auf einer anderen Ebene. Als Sportler repräsentiert man den Club auf dem Eis und in meiner Position hauptsächlich außerhalb des Eises. Auf Grund einer Handverletzung ist noch nicht klar, ob sie für die Hannover Indians spielen werden. Was macht die Verletzung? Nach der fast fünfmonatigen Therapie, die speziell auf meine Hand ausgelegt ist, hat sich nicht viel getan. Ich habe persönlich mit einem anderen Ergebnis gerechnet. Familie und Eishockey war und ist mein Lebensinhalt. Ein Funken Hoffnung ist immer noch vorhanden. Beide Torhüter der vergangenen Saison haben den Verein verlassen. Kann Boris Ackers, die Nummer 1, qualitätsmäßig mithalten? Ich kenne Boris Ackers noch aus meiner Zeit in Frankfurt. Er war immer sehr engagiert und strahlt Souveränität aus. In Hannover hat der Torwart einen besonderen Platz. Die Messlatte wurde hier durch Roman Kondelik sehr hoch gelegt. Ist Ansgar Preuß als Back-up von Ackers leistungsmäßig fit für die Oberliga Nord, oder wird der Verein eventuell bei einer Verletzung von Ackers noch einmal auf dem Transfermarkt tätig? Mit Ansgar Preuß (Indians U20) und Michael Güssbacher (ESV Burgau) setzen wir auf zwei junge Talente. Ansgar war sehr fleißig im Sommer und es liegt an den beiden, ob sie es schaffen, den nächsten Schritt zu gehen. Im Augenblick kann ich noch keine Aussage treffen, ob wir aktiv werden bei einem Ausfall. Die Defensive wird von Nick Anderson angeführt. Reichen seine Führungsqualitäten für die Oberliga Nord? Nick ist ein schussstarker Verteidiger. Ich habe ihn schon im Off-Ice-Training gesehen und er ist ein absolutes Vorbild und sehr gut vorbereitet. Nick wird unsere Defensive qualitativ bereichern. Anderson hat in den letzten Jahren im Schnitt fast drei Strafminuten pro Spiel abgesessen. Hat die sportliche Führung der Indians Vertrauen, dass er ruhiger wird? Ruhiger soll er nicht werden. Vielleicht die eine oder andere Strafzeit vermeiden. Er macht einen sehr robusten Eindruck und ist auch kein Spieler der sich vor dem Zweikampf scheut. Auch wenn er schon 39 Jahre jung ist. Wie stark ist Bob Wren? Bobby ist ein Spieler, der nie in die Jahre kommen wird. Wenn Bobby auf dem Eis ist, wird bestimmt immer etwas passieren. Er hat immer auf hohem Niveau gespielt und inzwischen alle Spielzüge verinnerlicht. Gerade mal sieben Stürmer stehen unter Vertrag. Wer kommt?Yannick Meve, Marvin Bernd und zum Try-out Deon Jones. Zudem sprechen wir noch mit zwei Spielern, des letztjährigen Teams, die wahrscheinlich auch wieder im Indians-Dress auflaufen werden. Aufgrund des guten Sommertrainings, wollen wir auch Daniel Doroshko und Frederik Schulz aus dem Nachwuchs eine Chance geben, sich in den nächsten Wochen zu bewähren. Wir suchen zudem noch nach einem weiteren Stürmer. Dazu werden wir uns einige Kandidaten in der Vorbereitung anschauen. Die Gebrüder Keller haben die Indians verlassen. Warum? Jeffrey und Maurice Keller haben eine neue Herausforderung gesucht und ich wünsche ihnen viel Erfolg. Mit Markus Berg, Simon Greschuchna, Kiril Borisov und Bastian Schirrmacher sind gleich vier U20-Spieler der Indians zum Lokalrivalen Wedemark Scorpions gewechselt. Warum stehen die Vier nicht im Kader der Indians? Wir haben allen Spielern aus dem eignen Nachwuchs (ab 15 Jahre) die Möglichkeit gegeben, im Sommer an unserem Training teilzunehmen. Es sind einige dagewesen und ich hoffe, dass vielleicht der ein oder andere Nachwuchsspieler den Sprung schafft. Falls nicht, wissen Sie auf jeden Fall, was für Erwartungen wir haben. Aber von den oben genannten Spielern hat sich bei mir leider keiner gemeldet. Was halten Sie davon, dass es mit den Hannover Scorpions und den Wedemark Scorpions gleich zwei Lokalrivalen und somit acht Derbys für die Indians in der kommenden Saison gibt? Für das Eishockey ist es einmalig, dass drei Teams aus einer Region in einer Liga aufeinander treffen. Ich erwarte viele spannende, emotionsgeladene Spiele. Für alle Clubs wird die Aufmerksamkeit, die wir dadurch erringen, von Vorteil sein. Durch die Derbys erreichen wir auch Zuschauer, die nicht oder zumindest nicht regelmäßig zum Eishockey gehen. Für die Hannoveraner Firmen sind die Derbys hervorragende Präsentationmöglichkeiten. Insgesamt können wir hierdurch alle nur gewinnen. Ganz egal, wer am Ende „Stadtmeister“ werden wird. Wird die kommende Saison nach dem Aufrüsten einiger Klubs, besonders der Crocodiles Hamburg, ausgeglichener? Ich habe mich über alle Teams gut informiert. Rostock und Nordhorn sind gut besetzt, auch die anderen Mannschaften haben sich gut aufgestellt. Ich bin der Meinung, dass die Oberliga Nord dadurch an Stärke gewonnen hat. Die Spiele dürften spannender werden. Wie lautet das Ziel der Hannover Indians? Unser Ziel lautet: „Heimrecht in den Playoffs“. Danach sehen wir weiter.












