Hannover Indians lassen beim 4:2 gegen Duisburg nicht locker

In einem hochspannenden, aber immer fairen Spiel besiegten die Hannover Indians vor 1914 Zuschauern die Duisburger Füchse mit 4:2 (2:2, 1:0, 1:0) und liegen nun lediglich durch das schlechtere Torverhältnis getrennt hinter ihrem westdeutschen Konkurrenten.
Die 6:8-Niederlage nach 6:2-Führung der Füchse gegen Essen hatte ECH-Trainer Lenny Soccio vorgewarnt: „Duisburg hat eine starke Mannschaft, die immer gefährlich ist. Wir wussten, was auf uns zukommt.“ Und tatsächlich, die Duisburger hatten sich eine Menge vorgenommen. Dazu der neue Cheftrainer der Füchse, Reemt Pyka: „Wir haben in der Woche hart gearbeitet und die Mannschaft hat lediglich am Freitag im ersten Drittel das Erarbeitete umgesetzt. Heute sah es schon deutlich besser aus, aber wir hatten auch viel Pech.“
Die Westdeutschen begannen wie die Feuerwehr, vermutlich ähnlich wie am Freitag. Obwohl numerisch gleich, spielten sie Powerplay und die Indians mussten verteufelt aufpassen, wollten sich nicht schnell zurückliegen. Das funktionierte und wie es so ist, die eine Mannschaft ist optisch überlegen, die andere muss reagieren, setzt zwangsweise auf Konter und bereits der erste dieser Art wird erfolgreich umgesetzt. Das 1:0 war dabei besonders sehenswert. Pohanka setzte einen scharfen Pass Richtung gegnerisches Tor ab und genau am richtigen Eck stand Roman Pfennings, der nach drei Minuten Mathis im Füchse-Kasten überwand. Diese Führung hatte den bis dahin kurzen Spielverlauf auf den Kopf gestellt und es kam noch härter für die Gäste. Sechs Minuten später spielte Pfennings Nico Turnwald frei, der setzte sich elegant gegen zwei Gästeverteidiger durch und es hieß 2:0. Das Stadion stand Kopf und die weißgekleideten Gäste mussten sich erstmal durchschütteln. Wie gut die psychologische Arbeit von Gästecoach Pyka gefruchtet hatte, zeigte sich im Anschluss. Als wäre nichts passiert stürmten die Gäste munter weiter und jetzt kam ihre Glücksphase. In der 13. Minute versuchte Barta einen Schuss, Albrecht hielt zwar, wusste aber nicht wo sich die Scheibe befand, diese rutschte unten durch, kullerte Richtung Torlinie und Duisburgs Habermann reagierte am schnellsten und bugsierte sie über die Torlinie. Ein blödes Gegentor und ein Aufputschmittel für die Füchse, die jetzt noch vehementer angriffen und wieder einen Schuss Glück beim Ausgleich benötigten. Zwei Hannoveraner Verteidiger und Raphael Joly vor Albrecht. Normalerweise müssten die Indians diese Situation bereinigen können aber irgendwie kam Joly noch an die Scheibe und lenkte sie an Albrecht vorbei zum 2:2 ins Netz. Dieser Ausgleich war irgendwie gerecht, auch wenn kurz vorher die Indians das 3:1 erzielt hatten, Schiedsrichter Ali Sogusku aber den Treffer wegen Schlittschuhtor nicht gab. Indians-Coach Soccio: „Der Treffer war einwandfrei. Unser Stürmer blockierte den gegnerischen Verteidiger, der Puck rutschte von sich aus über die Linie.“ Wie gesagt, die Duisburger hatten gerade ihre Glücksphase.
Und diese Strähne schien im zweiten Drittel ihre Fortsetzung zu bekommen. Es waren gerade 94 Sekunden gespielt, als Nico Turnwald seinem gegnerischen Spieler die Scheibe in letzter Sekunde abluchste und Schiri Sogusku, völlig überraschend für alle Beteiligten, auf Penalty entschied. Füchse-Coach Pyka: „Wäre jetzt das 3:2 gefallen, hätten wir eine große Chance auf mindestens zwei Punkte gehabt.“ Duisburgs Enfant Terrible, der Holland-Kanadier Raphael Joly, sollte es machen und scheiterte an Hannovers Albrecht. Mit dieser Sekunde war die Glücksphase vorbei und Glücksgöttin Fortuna wechselte die Seiten. Genau 83 Sekunden später, Duisburgs Aaron Beally hatte sich eine von nur drei Strafen insgesamt abgeholt, kam Hannovers Topdefender Lasse Uusivirta an der blauen Linie zum Schuss und dieser knallte das Spielgerät unter die Latte, Füchse-Goalie Mathis war ohne Chance. Füchse-Coach Pyka: „Ein Glücksschuss.“ Danach folgte ein abwechslungsreiches Spiel mit Chancen auf beiden Seiten und zwei gut mitarbeitenden Goalies.
Auch im dritten Drittel zeigten beide Vertretungen zunächst ein verteiltes Spiel bis die Duisburger anfingen, wirklich auf das 3:3 zu drängen. Zwischen der 48. und 54. Minute belagerten sie förmlich das Gastgebertor und auch Torchancen stellten sich ein. Die Besten davon hatten Barta, Verelst und vor allem Joly in der 52. Minute, als er aus unmöglichem Winkel die Latte traf. Soviel Mühe sich auch die Westdeutschen gaben, sie konnten Fortuna nicht umstimmen. Allerdings kämpften auch die Indians leidenschaftlich und in der 56. Minute bekamen sie ihren Lohn für ihre Mühe serviert in Form des 4:2. Der kleine Dennis Arnold verwertete einen Pass von Valasek zum umjubelten, entscheidenden Tor. Zwar nahm Gästetrainer Pyka 56 Sekunden vor Schluss als letzte Option seinen Keeper vom Eis aber auch diese Verzweiflungstat brachte nichts. Im Gegenteil, fast wäre noch das 5:2 durch Stefan Goller gefallen aber dessen 50m-Befreiung verfehlte das leere Tor nur um etwa zwanzig Zentimeter.
Füchse-Coach Reemt Pyka: „Ein verdienter Sieg der Hannover Indians. Allerdings hat mir der Auftritt meiner Mannschaft gut gefallen und man kann darauf aufbauen. Am kommenden Wochenende haben wir nur ein Spiel (Halle) und so können wir ab dem Dienstag uns gezielt Vorbereiten.“
Indians-Coach Lenny Soccio: „Meine Mannschaft hat ein starkes Spiel geliefert. Wir wussten, wie stark Duisburg ist und dass man voll konzentriert sein muss, will man die drei Punkte holen. Am Montag ist frei und dann werden wir voll fokussiert uns auf das Lokalderby am Freitag vorbereiten.“
Tore: 1:0 (3:36) Pfennings (Pohanka, Bacek), 2:0 (9:15) Turnwald (Pfennings, Pohanka), 2:1 (12:38) Habermann (Barta, Krämer), 2:2 (18:41) Nägele (Huebscher), 3:2 (22:57) Uusivirta (Pohanka, Morczinietz/5-4), 4:2 (55:25) Arnold (Pohl, Hein). Strafen: Hannover 2, Duisburg 6. Zuschauer: 1914.














