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Titelverteidiger Frölunda Indians bezwingt Sparta PragPackendes CHL-Finale

Die Frölunda Indians haben erneut das Finale der Champions Hockey League gewonnen. (Foto: dpa)Die Frölunda Indians haben erneut das Finale der Champions Hockey League gewonnen. (Foto: dpa)
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Allein schon der Start war bemerkenswert. Da die schwedische Liga als defensivstark gilt und die tschechische zwar als spielerisch stark, aber nicht als Verfechter der totalen Offensive, hatten die Experten Angst vor einer Eisschachpartie.

Genau das Gegenteil war der Fall. Beide Vertretungen starteten mit Angriffsschwung, wobei der Start von Sparta Prag spektakulär war. Bereits nach zwei Minuten hatte Prags Italo-Kanadier Brian Ihnacak eine Riesenmöglichkeit, scheiterte aber an Göteborgs Keeper Johan Gustafsson. Besser machten es dann eine Minute später seine Mannschaftskameraden. Kudma und Kalina spielten die schwedische Defensive schwindelig, scheiterten nacheinander an Gustafsson aber am letzten Schuss von Lukas Cingel war auch er machtlos. 5500 Göteborger Zuschauer waren sprachlos, die Prager jubelten. Und es sollte mit Power weitergehen. Fünf Minuten später das erste Powerplay für die Schweden. Tommernes spielt Sundstrom an, der schießt direkt, Pöpperle im Prager Tor kann nur zur Seite abklatschen und der US-Boy in Göteborger Diensten, Casey Wellman, schiebt die Scheibe zum Ausgleich in die Maschen. Das Schicksal scheint sich dann den Schweden zuzuwenden, als Forman einen Schweden am Kehlkopf trifft. Unglücklich, aber die starken finnischen Schiedsrichter schicken Ihn folgerichtig mit einer Fünfer plus Spieldauer vom Eis. Wer jetzt das 2:1 für Göteborg erwartete, lag vom Ergebnis richtig und dennoch falsch. Die Schweden taten sich auf einmal schwer und in einer der Fehlpässe sprintete Hlinka. Er bediente Petr Vrana und dieser schob die Scheibe beim Konter rechts an Gustafsson vorbei zum 1:2 ins Netz. Die Antwort der Schweden kam prompt. Tommernes feuerte von der blauen Linie, Joel Lundquist hielt seinen Schläger ohne tschechische Gegenwehr in den Schuss und wieder war Pöpperle geschlagen. 2:2 und damit vier Tore in 12 Minuten. Damit hatte niemand gerechnet. Und es blieb spannend. Die aggressiv auftretenden Prager mussten sogar 90 Sekunden ein doppeltes Unterzahlspiel verkraften, als Replik sich eine 2 + 10 Minuten Strafe einhandelte. In dieser Phase hielt Prags Keeper Pöpperle seine Mannschaft mit starken Paraden im Spiel.

Im zweiten Drittel verflachte die Partie. Beiden Trainern war wohl die anfällige Defensive auf den Nerv gegangen, denn jetzt beherrschten zunächst beide Abwehrreihen die Partie. Ab etwa der 25. Minute übernahm Göteborg das Kommando, spielte sich Chancen im Minutentakt heraus, aber der einzige Treffer war der von Casey Wellman. Der Kanadier, bereits beim 1:1 erfolgreich, erhielt die Scheibe von Olofsson, sprintete in die Prager Verteidigungshälfte, deckte die Scheibe perfekt ab und jagte sie trotz körperlicher Gegenwehr der Prager unter die Latte. Das 3:2 war bereits zu diesem Zeitpunkt verdient, wurde es immer mehr im Laufe des zweiten Drittels. Wie verdient verdeutlicht die Tatsache, dass der erste gefährliche Prager Angriff erst in der 40. Minute stattfand.

Der zweite Abschnitt von Prags Trainer Jiri Kalous nicht im Entferntesten gefallen haben. Kaum waren seine in weiß gekleideten Mannen wieder auf dem Eis, ging es in Richtung Göteborger Tor. Bereits nach 40 Sekunden musste sich Indians-Keeper Gustafsson erstmals strecken und läutete damit eine Aufholjagd ein. Die Schweden war angesichts der überraschenden Prager Frische geschockt, mussten erst einmal wieder ihr Spiel finden, konnten aber nicht so leicht wie im Mitteldrittel das gegnerische Tor unter Druck setzen. So war es dann auch kein Wunder, als Prags Svrcek Jan Klimek bediente und der mit einem trockenen Schuss aus der Halbdistanz Gustafsson überwand. In der Folgezeit mussten sich die Göteborger immer wieder aus der Prager Umklammerung befreien, konnten aber mit etwas Glück die Verlängerung erreichen.

Hier, im Spiel der Drei-gegen-Drei-Spezialisten, machten es die Schweden schnell. Beim zweiten Angriff setzte sich der Norweger Rosseli-Olsen durch, lenkte die Scheibe in den mittigen Slot und dort kam, überraschend, weil zwei Prager Verteidiger bei ihm waren, Niklas Lasu trotzdem mit dem Schläger an die Scheibe und bugsierte sie unhaltbar für Tomas Pöpperle ins Netz.

Tore: 0:1 (2:30) Cingel (Kalina, Kudma), 1:1 (7:36) Wellman (Sundstorm, Tommernes/5-4), 1:2 (10:42) Vrana (Hlinka /4-5), 2:2 (12:06) Lundquist (Tommernes, Olofsson/5-4), 3:2 (27:27) Wellman (Olofsson, Donovan), 3:3 (46:15) Klimek (Svrcek, Pech), 4:3 (61:27) Lasu (Rosseli-Olsen, Donovan). Strafen: Frölunda 4, Prag 4 + 10 (Repik) + 5 + Spieldauer (Forman).  Zuschauer: 6.044.

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